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„In 5 Minuten informativer debattiert als in 97 Minuten Kanzlerduell“: das Medienecho zum „Fünfkampf“

Die Reaktionen auf den „Fünfkampf“ fallen deutlich besser aus, als für das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz.
Die Reaktionen auf den "Fünfkampf" fallen deutlich besser aus, als für das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz.

Nach Angela Merkel und Martin Schulz am Sonntag lieferten sich nun kleinen Parteien mit Aussicht auf den Einzug den Bundestag ihrerseits ihren TV-Schlagabtausch. Joachim Herrmann (CSU), Christian Lindner (FDP), Sahra Wagenknecht (Die Linke), Cem Özdemir (Bündnis 90/ Grüne) und Alice Weidel (AfD) diskutierten über alle Themen, die Schulz und Merkel am Vortag noch vernachlässigt hatten. Nach Ansicht fast aller Beobachter war der gestrige "Fünfkampf so viel besser als das Duell". Ein Überblick über die Pressestimmen.

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Oliver Köhr, tagesschau.de: „Ähnlich wie an diesen beiden Abenden könnte es auch bei der Wahl selbst werden. Ein etwas lahmer und vielleicht auch erwartbarer Kampf um die Spitzenposition. Aber wirklich spannend ist das Spiel um Platz drei. Da liegen die Positionen zum Teil weit auseinander – was dazu führt, dass es klare Abgrenzungen gibt.“

Constantin Wißmann, cicero.de: „Denn an diesem Abend ging es um viel. Und womöglich war das der Grund, warum der Fünfkampf so viel besser als das Duell war. Schon im Vorfeld war eigentlich klar gewesen, dass Martin Schulz höchstens ein paar Prozentpunkte auf Angela Merkel hätte gutmachen können. Ein paar Prozentpunkte können bei den kleinen Parteien aber den Unterschied machen zwischen dritter und letzter Kraft und sogar zwischen Opposition und Regierung. Wahlen, das hat der Abend gezeigt, können doch ganz schön spannend sein.“

Arno Frank, spiegel.de: „Zuletzt wurden die Kandidaten mit der Möglichkeit überrascht, einen beliebigen Mitbewerber ins Kreuzverhör nehmen zu dürfen. Das war sportlich und erhellend zugleich. Die konfrontative und straffe Gesprächsführung erweckte den Eindruck, dass hier in fünf Minuten mehr und informativer debattiert wurde als in 97 Minuten zwischen Schulz und Merkel. Irgendwann im Verlauf der Debatte, es sprach gerade die lächelnde AfD-Roboterin, da schweiften die Gedanken ab und hin zur genervten, aber gerechten Sonia Mikich. Ob die nicht auch mal ein „großes“ Duell moderieren könnte?“

Twitter-Community kommentiert gewohnt bissig

In den sozialen Netzwerken wurde der #5Kampf wie immer intensiv und meinungsbehaftet begleitet. Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt ein grundsätzliches Wohlwollen gegenüber der Schärfe, mit der die Spitzenkandidaten sich gegenseitig angingen. Insgesamt ist sich auch die Zwitscher-Community einig, dass die Partei-Anwärter auf den dritten Platz, das TV-Duell zwischen Schulz und Merkel in den Schatten stellten.

 

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Selbstverständlich fallen Häme und Spott trotzdem nicht zu knapp aus. Besonders Sahra Wagenknecht von den Linken und Alice Weidel von der AfD ernten einige bissige Kommentare für sonderbare Erklärungsansätze (Wohnung ≠ Kartoffel) und faszinierende Rechtfertigungen für extreme politische Ansichten innerhalb der AfD („Aber alles Akademiker“).

 

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