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Maue Kiosk-Verkäufe sieben Monate nach dem Start: Springer pusht Fußball Bild mit aufwändiger Kampagne

Walter M. Straten hat zum 1. September die Redaktionsleitung von Springers Fußball Bild übernommen
Walter M. Straten hat zum 1. September die Redaktionsleitung von Springers Fußball Bild übernommen

Sie galt einst als Hoffnungsträgerin von Axel Springer, den Auflagenrückgang der Bild abzubremsen: die Fußball Bild. Doch bislang hat die Sportzeitung die hoch gesteckten Verkaufserwartungen nicht erfüllt. Jetzt steuert Springer gegen: Der Verlag will mit millionenschweren Werbeaktionen die Auflage des Produkts beflügeln. Zudem hat die Fußball Bild mit Walter M. Straten einen neuen Redaktionschef.

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Axel Springer hatte sich hoch gesteckte Ziele gesetzt. Mit einer Druckauflage von 300.000 Exemplaren brachte das Berliner Medienhaus Ende Januar die Fußball-Bild an die Kioske. Der Newcomer sollte helfen, den weiteren Rückgang des Flaggschiffs Bild abzubremsen. Denn deren verkaufte Auflage entwickelt sich aus Sicht des Unternehmens seit Längerem besorgniserregend. Sie sank im 2. Quartal 2017 um 8,62 Prozent auf 1,787 Millionen Exemplare gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Doch die Fußball-Bild kann auch sieben Monate nach ihrem Start wenig dazu beitragen, um die Auflagenerosion des wichtigsten Erlösbringers im Konzern zu stoppen. Nach Informationen von MEEDIA soll sich die verkaufte Auflage der Sportzeitung unverändert im fünfstelligen Bereich bewegen. Im Gespräch sind Auflagenzahlen zwischen 40.000 bis 55.000 Exemplaren. Nun hat der Berliner Verlag fast unbemerkt der Branchenöffentlichkeit eine groß angelegte Werbeaktion gestartet, um die Auflage des Titels zu steigern. Dazu zählen auflagenstarke Leseproben der Sportzeitung, die in ausgewählten Regionen Deutschlands der Bild-Zeitung beigelegt werden.

„Um die Markenbekanntheit von Fußball-Bild weiter zu stärken, sind für die laufende Fußball-Saison verschiedene Aktionen geplant, beispielsweise achtseitige Leseproben in Bild und Gutschein-Promotion in Städten mit Bundesligaclubs“, erklärt ein Springer-Sprecher. Zu den weiter geplanten Aktionen machte er keine Angaben. Bislang hätte Springer sieben Millionen Leseproben der Fußball-Bild in der ersten Bundesligawoche in den Bundes- und Regionalausgaben der Bild gestreut. Die Kosten für die Werbeaktionen dürften Branchenkennern zufolge in Millionenhöhe liegen.

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Wie sich die verkaufte Auflage der Fußball-Bild entwickelt, dazu hält sich Springer bedeckt. „Wir sind sehr zufrieden, dass sich die Auflage von Fußball Bild auch in der Bundesligapause stabil entwickelt hat“, betont ein Verlagssprecher auf MEEDIA-Anfrage. Zu Auflagen einzelner Titel macht das Medienhaus keine Angaben. Die Fußball Bild und Bild werden – genau wie die Welt und Welt Kompakt – von der IVW als eine Belegungseinheit ausgewiesen, heißt es.

Dass die Fußball Bild bei der Auflage nicht vom Fleck weg kommt, ist nicht überraschend. Die Zeitung bewegt sich in einem hart umkämpften Wettbewerbsumfeld unter anderem mit Konkurrenten wie dem Kicker – vor allem aber auch der Bild-Zeitung mit ihrer ausführlichen Sportberichterstattung. Zudem drängen neue digitale Wettbewerber auf den Markt – darunter der Sportbuzzer der Madsack Mediengruppe. Das niedersächsische Printhaus produziert hier exklusive Fußball-Berichte unter anderem für ihre Flaggschiffe Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse. Zusätzlich erhöhen weitere Online-Dienste wie die Amateurliga-Plattform Fußball.de den Konkurrenzdruck auf dem Markt der Sportberichterstattung.

Inzwischen hat sich auch in der Führung der Fußball Bild etwas getan. Bislang war Matthias Brügelmann Redaktionsleiter der Sportzeitung. Da der Journalist aber seit 1. September das neue redaktionelle Kompetenzcenter Sport der Bild-Gruppe leitet, zeichnet jetzt Walter M.Straten für den Titel verantwortlich, wie ein Springer-Sprecher bestätigt. Straten ist neben Henning Feindt sowie Carli Underberg Vize-Chef des neuen Kompetenzcenters Bild.

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Alle Kommentare

  1. Die bild ist zu teuer geworden wenn mann sieht das zuviel mist drin steht hat man keine lust mehr sie zu kaufen .zuviel werbung und zuviel politik wenn interisiert den noch die merkel 2seiten lang keinen.

  2. Sorry wem verwunderds – Bild -ein wenig blätter für so viel geld.dank e-paper (in der schweiz habe ich noch keine gesehn,bis jetzt habe ich FB am Weekend gekauft wenn ich in Deutschland/Dortmund bin).lese ich fussballbild.Ich lese sie gerne(zur zeit 1 test monats abo,werde es verlängern ) sie gefällt mir weill sie eine zeitung ist mit sport,preis ist im gegensatz zur bild in ordnung.am kiosk 10 cent mehr als bild aber das ist ok.bild ist zu teuer.danke für Fussballbild

  3. Problem dürfte aber auch sein, dass die FußballBILD überhaupt nicht flächendeckend erhältlich ist. Im Landkreis Coburg mit knapp 85.000 Einwohner gibt es nicht einen einzigen Kiosk, der die FußballBILD hat. Wundert also nicht, dass das ein Flop ist!

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