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„Unglücklich in Form und Inhalt“: LN-Geschäftsführerin entschuldigt sich für Lobby-Attacke auf Martin Schulz

Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst
Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst

Stefanie Hauer, Geschäftsführerin der zur Madsack Mediengruppe gehörenden Lübecker Nachrichten, mischte sich während eines Interviews mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ein und versuchte ihn in eigener Sache auf die Belastung der Medienhäuser durch den Mindestlohn festzunageln – ein ungewöhnlicher Vorgang, der auch Redakteure peinlich berührte. Dafür hat sich die Managerin nun entschuldigt.

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Die Geschäftsführerin der Lübecker Nachrichten hatte sich während einer Journalistenrunde mit Martin Schulz, die für Leser der Zeitung auch bei Facebook übertragen wurde, eingeklinkt und sie für Nachfragen in eigener (Lobby-)Sache genutzt. Dabei konfrontierte die Medienmanagerin den Kanzlerkandidaten mit den Belastungen durch den Mindestlohn, der mittlerweile auch für Zeitungszusteller gilt, und sprach den SPD-Chef auf mögliche Entlastungen an. Als Beispiel nannte sie geringere Sozialabgaben für Verlage.

Zusätzlich kritisierte sie indirekt, dass die Politik Verlage „kaputt gemacht“ habe und dass Parteien durch die Beteiligung an Zeitungsverlagen die Medien in eine „bestimmte politische Richtung“ lenkten. Wie sie diesen Vorwurf genau gemeint hatte (die SPD-Medienholding ddvg ist an der Madsack Mediengruppe beteiligt), hat Hauer auf Nachfrage von MEEDIA nicht beantwortet.

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Stattdessen gab es eine Entschuldigung der Zeitungsmangerin: „In Form und Inhalt war es von mir persönlich ein unglücklicher Auftritt, für den ich mich nur entschuldigen kann.“ Der Auftritt hatte nicht nur Martin Schulz, der Hauer in der zwischenzeitlich aufgeladenen Diskussion eine klare Absage erteilte, sichtlich irritiert, sondern war auch im eigenen Haus schlecht angekommen.

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Alle Kommentare

  1. Die ddvg ist nicht mehrheitsbeteiligt an der Madsack Mediengruppe. Der Anteil liegt bei 23,1 Prozent. Das sollten Sie korrigieren.

  2. Interessant zu sehen, dass Herr Schulz Meinungen hat, und dass er sie tatsächlich behält, auch wenn jemand Einflussreiches ihn unter Druck setzt. Besser als all diese Waschmittelverkäufer und -innen.

    1. Interessant zu sehen, dass Frau Hauer Meinungen hat, und dass sie sie tatsächlich aufgibt, wenn der Vorsitzende der Organisation welche zufälligerweise grösster Einzelaktionär ihres Arbeitgebers ist sie unter Druck setzt. So läuft das unter Waschmittelverkäufer und -innen.

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