Anzeige

„Die Höhle der Löwen“ geht in die vierte Staffel: Hält der Vox-Hit an seinem Erfolgsmodell fest?

Die Jury der neuen „Höhle der Löwen“-Staffel
Die Jury der neuen "Höhle der Löwen"-Staffel

Im deutschen Fernsehen werden wieder Notizbücher gezückt und schräge Geschäftsideen beerdigt: "Die Höhle der Löwen" startet in die vierte Staffel und kommt am Dienstag mit neuen Folgen zurück. Im Löwenkäfig nimmt dabei eine neue Investorin Platz. Ansonsten wird das Erfolgsmodell fortgeschrieben. Oder?

Anzeige
Anzeige

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Ralf Dümmel wird ab und zu nach einem Selfie gefragt. Der „Handelsmogul“ fällt auf, nicht nur weil er gern knallige Socken zum dunklen Anzug trägt – die Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ hat Dümmel bekannt gemacht. Oft geht es bei den Begegnungen daher auch nicht nur um Selfies. „Es kommen auch Unmengen an Menschen im Restaurant oder wenn du irgendwo am Flughafen bist oder so, die dir auch noch die Idee kurz vor dem Flug pitchen wollen“, sagt er. Heißt: Sie wollen sein Geld. Notfalls noch in der Abflughalle.

Vox verlegt das Buhlen um den Zaster des Hamburger Unternehmers und den seiner Investoren-Kollegen nun wieder in ein weniger archaisches Umfeld. Am Dienstag (5. September, 20.15 Uhr) beginnt eine neue Staffel „Die Höhle der Löwen“, es ist mittlerweile die vierte. Der Ablauf ist dabei eigentlich immer gleich: Menschen mit einer Geschäftsidee kommen in das Studio und bieten den „Löwen“ – den Investoren – Anteile an ihren Firmen an. Die „Löwen“ heben die Augenbrauen, zücken ihre Notizbücher, stellen spitze Fragen und entscheiden, ob sie investieren wollen. Entweder es fließt Geld, oder der Kandidat wird wegen seiner Schnapsidee rundgemacht.

Die Show funktioniert dabei auch wie eine Seifenoper – jeder „Löwe“ hat seine Rolle. Ralf Dümmel (50) ist der anpackende Hamburger „Handelsmogul“, Judith Williams (45) steht für Teleshopping, Kosmetik und Schmuck. „Start-up Legende“ Frank Thelen (41) nimmt die Planstelle des Internet-Nerds ein, bei dem alles immer „skalieren“ muss. Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer (58) kam schon als eigene Marke in die Show.

Neu im Löwenkäfig ist Dagmar Wöhrl (63), die Ex-Juror Jochen Schweizer ersetzt. Ihre Verpflichtung könnte auf den ersten Blick verwundern, zuletzt saß sie lange für die CSU im Bundestag. Am 24. September tritt sie allerdings nicht mehr zur Wahl an, was Platz für eine TV-Karriere schafft. Zudem hat die oft „Miss Bundestag“ genannte ehemalige Schönheitskönigin ein Familienunternehmen im Rücken, das auch an Start-ups beteiligt ist.

Anzeige

„Wir sind stark im Handels- und Hotelbereich. Wenn es etwas gibt, das dort funktioniert, ist das natürlich besonders interessant“, sagt Wöhrl. Ihr Mann – der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl – begeistere sich immer für ausgefallene Ideen. Bei ihr zu Hause sei das Unternehmen ein wichtiges Thema: „Es gibt kein Abendessen der Familie, bei dem nicht über das Geschäft geredet wird.“ Ein weiterer Neuzugang – zumindest auf Zeit – ist der Südtiroler Manager Georg Kofler (60). Er sprang bei einigen Dreharbeiten für Judith Williams ein, als diese wegen einer verschleppten Grippe passen musste.

Was auffällt: „Die Höhle der Löwen“ hat – obwohl das Original aus Japan stammt – oft etwas ziemlich Deutsches. Stichwörter: Teleshopping, Familienunternehmen, hanseatische Händler-Könige. In dem neuen „Pop-Up-Store“ in Köln, in dem man die Produkte aus der Show kaufen kann, findet man einen ganz guten Querschnitt der Ideen, denen die „Löwen“ zum Durchbruch verholfen haben.

Auffällig oft hat es mit Essen, Kochen und dem Haushalt zu tun – von der Bügelhilfe „für knitterfreie Ärmel“ über die „Abfluss Fee“ gegen verstopfte Abflüsse. Diese recht bodenständige Melange ist auch eine mögliche Erklärung für den großen Erfolg, den Vox mit der Show hat. Die beste Idee an der „Höhle der Löwen“ ist vielleicht die Sendung selbst.

Zwölf neue Folgen wird es nun geben. Einige neue Gründer-Ideen hat der Sender bereits verraten. Ein Indiz für leichte Veränderungen an der Erfolgsformel ist die Geschichte einer Mutter, die ohne technische Vorkenntnisse ein Gerät erfindet, um ihrer halbseitig gelähmten Tochter mehr Körperkontrolle zu geben. „Die Höhle der Löwen“ kann also auch emotional. Eine weitere Idee: Ein Paar, das den britischen Kult-Schleim Porridge in Deutschland groß machen will. Klingt nach zähen Verhandlungen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige