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Sat.1 fällt mit „House Rules“ und Strunz-Talk durch, starker „Loverboys“-Themenabend im Ersten

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Nina Bott beaufsichtigt "House Rules - Das Renovierungsduell", Foto: Sat.1

Keine Lust auf Renovierung? Ging vielen Zuschauern, die am Mittwochabend die Premiere der neue Sat.1-Sendung „House Rules“ durchfallen ließen, genauso. Auch Claus Strunz interessierte mit seiner Wahlarena der kleinen Parteien nur wenige. Gewinner, vor allem beim jungen Publikum, war das Erste mit dem Themenabend „Skrupellose Loverboys“.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Mittwoch wissen müssen:

1. Nur wenige Zuschauer schalten Sat.1 für Renovierungs- und Strunz‘ Polit-Talk ein

Drei Hobby-Heimwerker-Pärchen haben eine Woche Zeit, ein ihnen unbekanntes Eigenheim umzubauen, dessen Besitzer für diese Zeit im Hotel wohnen, und Moderatorin Nina Bott beaufsichtigt – so funktioniert der Sat.1-Neustart „House Rules – Das Renovierungsduell“. Bzw.: So funktioniert’s wohl nicht, jedenfalls für die 14- bis 49-jährigen Zuschauer, von denen sich am Mittwochabend gerade mal 500.000 dazu durchringen konnten, zum Start einzuschalten. 5,8% Marktanteil liegen dann wohl auch weit unter den Hoffnungen des Senders.

Besser lief es danach auch nicht für „Wahl 2017: Die 10 wichtigsten Fragen der Deutschen“, für das Claus Strunz Vertreter der kleinen Parteien (Grüne, Linke, FDP, AfD) in seine Wahl-Arena gebeten hatte und (u.a.) Christian Lindner, der nicht ständig darüber reden wollte, ob die Leute ihn „eitel“ finden und er auf Wahlplakaten gut aussieht, sichtlich nervte. Lindner kann aufatmen: Es schalteten ohnehin nur 640.000 Zuschauer ein (4,8%), davon 290.000 junge (5,9%).

2. „SOKO Köln“ kommt knapp vor ARD-Themenabend „Skrupellose Loverboys“ ins Ziel

Üblicherweise ermittelt die „SOKO Köln“ im Vorabendprogramm, für das 90-Minuten-Special „Die Zeit heilt keine Wunden“ ließ das ZDF seine Truppe aber ausnahmsweise in die Primetime, wo sie direkt den Tagessieg abstaubte – allerdings war’s knapp: 4,49 Mio. entschieden sich für den Krimi im Zweiten, das entsprach 16,4% Marktanteil im Gesamtpublikum. Fast genauso viele Zuschauer (4,42 Mio., 16,2%) wählten zur gleichen Zeit den Fernsehfilm „Ich gehöre ihm“, den Auftakt zum Themenabend „Skrupellose Loverboys“, an dem sich das Erste mit der Problematik beschäftigte, dass ganz normale Teenager in die Prostitution abrutschen, indem sie von so genannten „Loverboys“ in die emotionale Abhängigkeit getrieben werden. Damit traf der Sender offensichtlich einen Nerv bei den Zuschauern, denn die anschließende Doku „Verliebt, verführt, verkauft“ konnte das Niveau nahezu halten. Ab 21.45 Uhr sahen noch 4,02 Mio. zu (15,3%). Natürlich interessierte die Thematik auch viele jüngere Zuschauer, bei denen das Erste starke 11,5% (für den Film) bzw. 10,6% (mit der Doku) erreichte – 1,0 Mio. bzw. 0,97 Mio. 14- bis 49-Jährige schalteten ein. Für die „Tagesthemen“ ging es im Gesamtpublikum dann abwärts auf 2,37 Mio. und 11,3%. Erfolgreichste Nachrichtensendung des Tages war die „Tagesschau“ (4,38 Mio.) vor dem ZDF-„heute journal“ (3,98 Mio.).

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3. ProSieben geht’s besser ohne Serien, RTL bei den jungen Zuschauern nur knapp über 11%

Die erfolgreichsten Programme der Privaten waren „GZSZ“ und „RTL aktuell“ (mit 2,83 Mio. und 2,79 Mio.), „Die 10 unglaublichsten ‚Wie-das-Leben-so spielt‘-Geschichten“ und „Das Sommerhaus der Stars“ erreichten insgesamt 2,04 Mio. bzw. 2,01 Mio. Im jungen Publikum setzte sich „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit 1,63 Mio. an die Spitze. Sonst lief’s bei RTL zwar besser als für Sat.1, aber 11,2% und 11,6% im jungen Publikum für „Die 10“ und das „Sommerhaus“ sind auch keine Hurra-Werte. ProSieben setzte an diesem Mittwoch mal auf Filme und verschaffte sich nach den Serien-Tiefs der vergangenen Wochen zumindest geringfügig Luft: „Freunde mit gewissen Vorzügen“ erreichte 800.000 14- bis 49-Jährige bzw. 9,2%, für „Movie 43“ sah es dann aber mit 7,9% schon wieder schlechter aus.

4. RTL II, kabel eins und Vox mit Dokusoap, Film und Serie gleichauf

In der zweiten Liga spart man am Mittwoch mit Überraschungen: RTL II holte 5,9% bzw. 6,2% mit „Teenie-Mütter“ und „Babystation“ (0,49 Mio. bzw. 0,57 Mio. junge Zuschauer). Mit 470.000 Zusehern setzte sich „Top Gun“ bei kabel eins an die Spitze (5,5%). Und Vox startete zunächst mit 5,9% für „Rizzoli & Isles“ in den Abend (0,49 Mio.), bevor die zweite Folge bei 4,9% stockte und „Major Crimes“ auf 5,2% kam.

5. „Ein starkes Team“ kriegt bei ZDFneo die „SOKO Köln“-Konkurrenz zu spüren

Den Krimi im Hauptprogramm bekam vor allem ZDFneo zu spüren, wo nur noch halb so viele Zuschauer wie in der Vorwoche „Ein starkes Team“ sahen, nämlich 1,1 Mio. Das reichte aber für immer noch gute 4,0% Marktanteil. Zudem steigerte sich „Wilsberg“ später auf 1,47 Mio. und deutlich stärkere 7,0%. Die Premiere der WDR-Reihe „Oben und unten im WDR“ verfolgten derweil 0,76 Mio. (2,6%). 3sat hatte etwas Mühe mit seinem Themenabend zu 40 Jahren Deutscher Herbst: 0,31 bzw. 0,42 Mio. entscheiden sich für „Der Fall Buback“ und „Stammheim – Die RAF vor Gericht“ (1,1% bzw. 1,5%).

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Alle Kommentare

  1. Fein, dass diese für billiges Geld und unter Ausnutzung ganzer Teams reicher Produktionstöchter (Network Movie, Bavaria, Studio Hamburg etc.pp) –
    zusammengebastelten 90-Minuten-Filme von wirklich guten Einzelstücken mit Relevanz eingebremst werden. Nur Relevanz war der Freibrief des Gesetzgebers für die Herstellung von Filmen und Serien. Diese schon ewig lang laufenden Soko-Krimi-Serien, in denen sich die Schauspieler round about 20 und mehr Jahre dafür hergeben, Sender-Marken zum Erfolg, zu Wiederholungen, zu Verkäufen zu führen, sind kein relevantes Programm, für das jeder Haushalt Geld zahlen muss. Auch wenn die Schauspieler vermeintlich „sicher“ und dankbar sind, spielen sie dem ausbeuterischen „Sparzwang“ der Monopol-Macht – um deren fette Pensionen zu sichern – fleißig in die Hände. Dass das Bundesarbeitsgericht – noch – nicht begriffen hat, was da abgeht, ist schade. Sobald die Politik von den vielen Verlierern in dieser Branche so unter Druck gerät, dass sie ihre eigenen, katastrophalen Studienergebnisse inklusive Überraschungsergebnis namens „massive Frauendiskriminierung“ nicht mehr ignorieren kann, muss und wird sich ganz schnell einiges ändern oder diese Moloche werden untergehen müssen.

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