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Der Kampf gegen Falschmeldungen geht weiter: Fake-News-Seiten dürfen bei Facebook nicht mehr werben

Mar Zuckerberg kämpft bei Facebook gegen Fake News
Mar Zuckerberg kämpft bei Facebook gegen Fake News

Vor allem in den sozialen Netzwerken ist es ein Leichtes, falsche Informationen zu verbreiten; in Deutschland sind sogenannte Fake News besonders im Zuge der Flüchtlingsfrage zu einem großen Problem geworden. Facebook kündigte nun diesbezüglich ein härteres Vorgehen an und versprach, Werbeanzeigen von Seiten zu blockieren, die wiederholt Falschmeldungen teilen.

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Angela Merkel tritt zurück, Flüchtlinge erhalten bei ihrer Ankunft in Deutschland Sex-Coupons, Männermangel und Heiratsprämien auf Island: Falschinformationen sind im Netz – vor allem im Social Web – mittlerweile allgegenwärtig. Eine Analyse von BuzzFeed Deutschland zeigte jüngst, dass Fake News in den allermeisten Fällen von Einzelpersonen oder politisch gefärbten Blogs, außerdem von englisch- und russischsprachigen ‚Nachrichtenseiten‘ geschrieben werden. Diese haben oft höhere Reichweiten als die Kanäle der deutschen Leitmedien in sozialen Netzwerken.

Die Mehrheit der Deutschen fordert bereits ein härteres Vorgehen gegen politische Meinungsmache in Form von Fake News und Social Bots in sozialen Netzwerken. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Die Befragten sehen die Betreiber von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, YouTube und Co. in der Pflicht, Unwahrheiten und falsche Identitäten zu löschen. Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, schließt aus den Ergebnissen, dass „viele Menschen in Fake News ein zunehmendes Problem für unsere Demokratie sehen“.

Immer mehr deutsche Medienhäuser setzen im Kampf gegen die Fake News mittlerweile spezielle Redaktionen ein, die sich mit der Überprüfung von Fakten beschäftigen. Die ARD hat beispielsweise ihren faktenfinder, der Bayerische Rundfunk den #faktenfuchs oder das ZDF den #ZDFcheck17.

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Und auch bei Facebook wird die Luft für die Falschmeldungen dünner: In einem Blogbeitrag verkündete das Unternehmen am Dienstag, ab sofort „Werbeanzeigen von Seiten, die wiederholt Falschmeldungen teilen“ zu blockieren.

Es sei Werbetreibenden auf Facebook bereits nicht mehr möglich, Anzeigen zu schalten, „die Geschichten und Inhalte bewerben, deren Wahrheitsgehalt von unabhängigen Faktenprüfern bereits angezweifelt wurde.“ jetzt geht das soziale Netzwerk noch einen Schritt weiter: „Wenn Seitenbetreiber wiederholt bereits angezweifelte Inhalte teilen, dürfen sie nicht länger Werbeanzeigen auf Facebook schalten“, heißt es in dem Beitrag.

Diese Neuerung solle dazu beitragen, die Verbreitung von Falschmeldungen weiter zu reduzieren, da eine weitere Verbreitung durch Seitenbetreiber auf diese Weise unwirtschaftlich wird. Satwik Shukla und Tessa Lyons, Product Manager bei Facebook, erklären: „Wir haben gesehen, dass es Seitenbetreiber gibt, die Werbeanzeigen auf Facebook gezielt dazu nutzen, ein großes Publikum aufzubauen und somit eine größere Reichweite für Falschmeldungen zu erzielen.“ Sollten Seitenbetreiber von nun an wiederholt Inhalte teilen, die von unabhängigen Faktenprüfern angezweifelt wurden, dürfen sie keine Werbeanzeigen mehr auf Facebook schalten. Unterlassen die Seiten die weitere Verbreitung von Falschmeldungen, werde diese Einschränkung wieder aufgehoben“, so Shukla und Lyons.

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Alle Kommentare

  1. Wenn Seiten die Geschäftsgrundlage entzogen wird, die durch das bewusste Verbreiten von Falschmeldungen Geld verdienen, ist das zunächst mal gut. Aber so, wie sich das anhört, besteht die große Gefahr, dass Facebook zu weit geht und eine politische Zensur einführt. Schon jetzt löscht Facebook ziemlich willkürlich rechtlich zulässige Beiträge.

    Wer sind denn die unabhängigen Faktenprüfer, die die Geschichten anzweifeln? Darf das jeder Politaktivist machen? Gerade beim politisch brisanten Thema Flüchtlinge gibt es genug Meldungen, die wie erfundene Horrorstorys klingen, aber wahr sind.

    Und selbst wenn nur die Faktenchecker der Redaktionen offiziell anzweifeln dürften, wäre das problematisch. Es gibt genug Beispiele dafür, dass es die Faktenchecker mit den Fakten nicht so haben und ihre politische Meinung zum Maßstab machen und nicht die Fakten. Z.B. der Umgang des ARD facktenfinders mit der Arte-Antisemitismusdoku oder der Umgang mit der Flüchtlingskriminalität.

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