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Medienaktien im Abwärtsstrudel: Schwache Werbeaussichten lassen Kurse von ProSiebenSat.1, RTL und Ströer purzeln

Am Dienstag ging es bergab: Schlechte Aussichten auf dem Werbemarkt treffen ProSiebenSat.1, RTL und Ströer
Am Dienstag ging es bergab: Schlechte Aussichten auf dem Werbemarkt treffen ProSiebenSat.1, RTL und Ströer

Die Aktionäre von Medienunternehmen haben das Nachsehen. Die schwachen Aussichten auf den Werbemärkten belasten die Notierungen massiv. Vor allem die Kurse von ProSiebenSat.1 und dem Konkurrenten RTL brechen ein. Bei RTL machten viele Anleger bereits heute Kasse, obwohl der Fernsehkonzern erst am morgigen Mittwoch neue Zahlen vorlegt.

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Erst schlug WPP-Chef Martin Sorrell Molltöne an: Der Geschäftsmann hatte vor wenigen Tagen die Wachstumsziele der weltweit führenden Werbeholding für das Gesamtjahr heruntergeschraubt. Bislang hatte Sorrell ein Umsatzplus für 2017 von zwei Prozent vorausgesagt. Jetzt rechnet der Werbeprofi nur noch mit einem mageren Plus von maximal einem Prozent. Mit Ausnahme von Großbritannien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa sei das Geschäft überall schlechter gelaufen als erwartet, ließ Sorell verlauten.

Am gestrigen Montag zog der Wettbewerber Havas nach. Die Tochter des französischen Vivendi-Konzerns hatte ihre Umsatzprognose ebenfalls nach unten korrigiert. Ursprünglich war der Vorstand im laufenden Jahr von einem Wachstum in der Gruppe von zwei bis drei Prozent ausgegangen. Jetzt erklärte die Führungsspitze, dass sie die gesteckte Zielmarke nicht mehr erreichen könne.

Die negativen Meldungen über die aktuelle Entwicklung an den internationalen Werbemärkten setzten sich auch in Deutschland fort. Der TV-Riese ProSiebenSat.1 hatte am Montagabend die Prognose für das deutsche TV-Werbegeschäft nach unten revidiert. Damit löste das Unternehmen eine wahre Verkaufswelle aus. Die Papiere der Unterföhringer Mediengesellschaft brachen zeitweise um 14 Prozent ein und erreichten damit das tiefste Niveau seit Juli 2013. Analysten korrigierten daher ihre Einschätzungen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Aktie von ProSiebenSat.1 von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 41,10 auf 35,50 Euro. Und Commerzbank-Analystin Sonia Rabussier sieht „kein Licht am Ende des Tunnels“, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte. Eine Bewertung der Aktie setzte sie zunächst aus.

In den Abwärtssog geriet auch Konkurrent RTL. Die Aktien der luxemburgischen RTL Group gaben um etwa acht Prozent nach und fielen auf ein vergleichbares Vierjahrestief. Die Bertelsmann-Tochter legt zwar erst am morgigen Mittwoch ihre neuesten Zahlen vor. Doch die Anleger nutzten angesichts der schlechten Nachrichtenlage die Chance, Kasse zu machen. Sie befürchten offenbar, dass sich der RTL-Vorstand von der aktuellen Entwicklung im Werbegeschäft nicht abkoppeln kann und ebenfalls seine Prognosen fürs Gesamtjahr dämpft.

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Dass die Schwäche im Werbemarkt besonders die Aktien der beiden TV-Konzerne trifft, ist verständlich. Die Unternehmen erwirtschaften nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg derzeit noch mindestens die Hälfte ihrer Konzernerlöse im klassischen Werbegeschäft – trotz frühzeitiger Diversifizierung und Digitalisierung.

Die schlechtere Wachstumsprognose für 2017 nutzt ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling, um den Konzern schlanker aufzustellen. Er prüft daher, die Unternehmensstrukturen zu straffen. „Ziel ist es, die Konzernstruktur auf eine sich dynamisch entwickelnde Medienlandschaft auszurichten und den Shareholder-Value zu maximieren. Schwerpunkt dieser Überprüfung ist eine mögliche Kombination der Segmente Broadcasting German-speaking und Digital Entertainment zu einem gemeinsamen Entertainment-Segment“, erklärte das Unternehmen.

In den Kursstrudel geriet auch Werbevermarkter Ströer. Hier gab die Notierung um 6,44 Prozent auf 51,18 Euro nach. Weniger betroffen war hingegen die Aktiennotiz der Axel Springer SE. Die Wertpapiere verbilligten zeitweise um mehr als 2,66 Euro auf 51,25 Euro. Die Aktien des Konzerns hatten seit Jahresanfang deutlich um mehr als 15 Prozent an Wert zugelegt.

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