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Aus DIPP wird Verimi: Lufthansa und Telekom neue Partner bei Springers Datenallianz mit Deutscher Bank

Der Gesellschafterkreis wächst: Lufthansa-Chef Spohr (l.) und Telekom-CEO Timotheus Höttges entscheiden sich für Einstieg in Döpfners Datenallianz
Der Gesellschafterkreis wächst: Lufthansa-Chef Spohr (l.) und Telekom-CEO Timotheus Höttges entscheiden sich für Einstieg in Döpfners Datenallianz

Die geplante Datenallianz um Axel Springer, Deutsche Bank, Daimler, Allianz nimmt konkrete Formen an: die Lufthansa sowie die Telekom treten der übergreifenden Tech-Plattform bei, die künftig den Namen Verimi bekommt. Mit dem Vorhaben wollen die Partner einen einheitlichen Zugang zu Online-Diensten schaffen, um die Dominanz von US-Schwergewichten wie Google und Facebook in Europa zu knacken.

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Bislang lief die geplante Datenallianz um Axel Springer, Deutsche Bank, dem Versicherungsriesen Allianz und dem Autohersteller Daimler unter dem Arbeitstitel DIPP. Jetzt haben die Partner der übergreifenden Daten-Plattform einen marktfähigen Namen gegeben: Verimi. Es handelt sich hierbei um ein Kunstwort, das an die englischen Begriffe „verify“und „me“ angelehnt ist. Die Absicht hinter dem Projekt: Ein übergreifendes Webportal soll Nutzern über eine Master-Login einen einheitlichen Zugang zu Online-Diensten verschaffen, um leichter und rechtssicher Geschäfte im Netz abzuschließen.

Bislang war der Kreis der am Bündnis Beteiligten auf Axel Springer, Daimler, die Deutsche Bank mit der Postbank, der Kartendienst Here sowie Technologie-Thinktank Core begrenzt. Jetzt erweitert sich das Konsortium um weitere Schwergewichte. Künftig beteiligen sich auch die Deutsche Lufthansa, die Deutsche Telekom und das IT-Sicherheitsunternehmen Bundesdruckerei an dem Konsortium. „Mit dieser branchenübergreifenden Initiative stärken wir die Digitalkompetenz in Europa. Verimi hat das Potenzial, höchste Standards bei Datenschutz und Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu kombinieren“, erklärt Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. Geplant ist, dass die Datenallianz zum Jahreswechsel 2017/2018 starten soll. Dabei können die User, einmalig ihren Namen und ein Passwort auf einer einheitlichen Plattform hinterlegen, um „auf die bereits angeschlossenen Anwendungen der beteiligten Unternehmen zugreifen zu können“, heißt es. Dadurch würde die „zeitraubende Eingabe persönlicher Daten bei jeder neuen Anwendung sowie die Verwaltung mehrerer Passwörter für unterschiedliche Internetseiten“ entfallen, betont die verimi-Initiative.

Inzwischen hat die Daten-Allianz eine eigene Gesellschaft unter dem Namen DIPP GmbH gegründet, die aber im Zuge der Umbenennung künftig in verimi GmbH umfirmiert werden könnte. Der Firmensitz der Gesellschaft soll zudem mittelfristig von Frankfurt nach Berlin verlegt werden. Grund hierfür ist offenbar auch, dass die Bundesdruckerei als neuer Partner hinzugekommen ist. Dadurch wird die Voraussetzung geschaffen, dass über die Datenplattform langfristig auch eGoverment-Funktionen möglich sind. An der GmbH, die auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, werden sich die jeweiligen Partner paritätisch beteiligen.

Mit dem Vorhaben wollen die Partner gegen die heutige Dominanz von US-Schwergewichten wie Google, Facebook, Twitter & Co. ankämpfen. Denn in der Regel legen deutsche User über die US-Plattformen eigene Profile an, um im Web Geschäfte abzuschließen. Daran hagelte es aber in Europa zuletzt immer stärker an Kritik. Denn hierzulande fürchten die User, dass ihre auf den US-Plattformen gespeicherten Daten für andere Zwecke missbraucht werden. So kursieren vielfach Berichte, dass US-Sicherheitsbehörden auf die Daten zugreifen könnten.

Doch die Allianz um Springer, Deutsche Bank & Co. ist mit ihrem Vorstoß nicht allein. Erst vor wenigen Wochen hatte sich eine zweite Daten-Allianz um RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media sowie United Internet AG mit den Diensten um web.de und gmx gebildet, um eine übergreifendes Registrierungs- und Anmeldeverfahren im Internet zu schaffen. Erster Partner ist hier der Berliner Versandhändler Zalando.

Das Konsortium will bis 2018 ein transparentes Modell entwickeln, das dem neuen Europäischen Datenschutzrecht entspricht. Es ermöglicht Nutzern, auf alle Internet-Dienste der Initiative mit denselben Log-in-Daten zuzugreifen. Um beispielsweise personalisierte Werbung anzubieten, behalten sich die Unternehmen aber vor, die User-Daten zwischen Account-Providern und Diensten zu übertragen – allerdings „nur nach Zustimmung des Nutzers“. Mit dem Bündnis würden vom Start weg 45 Millionen Nutzer erreicht, heißt es.

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