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Rocket Internet-Beteiligung HelloFresh strebt offenbar schon im September an die Börse – mit Abstrichen in der Bewertung

Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste
Oliver Samwer setzt weiter auf Food-Lieferdienste

Es ist wieder diese Zeit des Jahres: Der September naht – und mit ihm nach der Sommerpause die Verlockung von Börsengängen. Nachdem der Rocket Internet-Beteiligung Delivery Hero Ende Juni ein ordentliches IPO gelungen war, versuchen die Samwer-Brüder nun offenbar im Eiltempo nachzulegen. Wie das Manager Magazin in seiner heute erscheinenden Ausgabe berichtet, strebt der Kochbox-Anbieter HelloFresh offenbar bereits im September sein seit 2015 verschobenes Börsendebüt an – allerdings wohl zu einer deutlich niedrigeren Bewertung als angenommen.

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Im November 2015 überraschte die Meldung, dass der lang ersehnte Börsengang der Rocket-Mehrheitsbeteiligung HelloFresh plötzlich auf Eis gelegt wurde. Wenig später sickerte durch, dass ein Machtkampf mit dem schwedischen Großinvestor Kinnevik vorausgegangen war, der das IPO in letzter Minute durchkreuzte.

Die fehlenden Emissionserlöse trafen Rocket Internet schwer. Die Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft stürzte nach verlustreichen Bilanzen immer weiter an der Börse ab und wurde bis auf das bisherige Allzeittief bei gerade noch 15 Euro in diesem März durchgereicht. Aktionäre, die noch Rocket-Aktien vor knapp drei Jahren zum Kurs von 42,50 Euro erworben hatten, sahen sich mit Kursverlusten von in der Spitze 65 Prozent konfrontiert.

Delivery Hero-IPO verleiht Auftrieb

Seitdem befindet sich die Rakete wieder im moderaten Steigflug: Vor allem das geglückte IPO der Beteiligung Delivery Hero (Lieferheld, Foodora, Pizza.de) beflügelt. Am 30. Juni wurde der Essens-Lieferdienst am oberen Ende der Bookbuildingspanne zu Kursen von 25,50 Euro an die Börse gebracht und hat Zeichnern seitdem ordentliche Zugewinne beschert.

Bei Notierungen von gestern 30,20 Euro – dem bisherigen Höchstkurs – konnten sich Aktionäre, die Anteilsscheine von Delivery Hero gezeichnet haben, in den vergangenen zwei Monaten immerhin über ein Kursplus von mehr als 18 Prozent freuen.

HelloFresh-IPO offenbar zu geringerer Bewertung

Der erfolgreiche Börsengang von Delivery Hero hat bei den Samwer-Brüdern offenkundig für Appetit auf mehr gesorgt: Nach dem Essens-Lieferdienst soll Aktionären nun der Kochbox-Versender schmackhaft gemacht werden. Wie das Manager Magazin in seiner heute erscheinenden Ausgabe berichtet, strebt HelloFresh offenbar bereits im September sein 2015 verschobenes Börsendebüt an.

Das jedoch wohl zu einer geringeren Bewertung als bislang angestrebt. Nach einer Finanzierungsrunde vor zwei Jahren wurde das Berliner Start-up noch mit 2,6 Milliarden Euro bewertet. Eine solche Größenordnung wird im zuletzt herausfordernden Börsenumfeld nun wohl nicht mehr  aufgerufen, berichtet das Hamburger Wirtschaftsmagazin.

Weiter hohe Verluste

Der Grund: Das komplett missratene IPO des amerikanischen Wettbewerbers Blue Apron, dessen Wert sich seit dem  Börsengang Ende Juni in der Spitze halbierte. „Wir spielen in einer ganz anderen Liga“, versuchte HelloFresh-CEO Dominik Richter gegenüber dem Manager Magazin jeglichen Vergleich wegzuwischen.

Wie Blue Apron verliert HelloFresh allerdings massiv Geld: In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs verbrannten die Berliner 53 Millionen Euro bei Umsätzen von 435 Millionen Euro.

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