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„Grober Unsinn, aber keine Tatsachenbehauptung“: zu Guttenberg scheitert mit Gegendarstellungen gegen Bunte

Theodor zu Guttenberg verlangte von der Bunte zwei Gegendarstellung über seine angeblichen „Millionen Geschäfte“
Theodor zu Guttenberg verlangte von der Bunte zwei Gegendarstellung über seine angeblichen "Millionen Geschäfte"

Früher, als Karl Theodor zu Guttenberg noch Doktor und Minister in Berlin war, gehörte er zu den Darlings bei Bunte. Diese Liebe scheint erkaltet. So wollte das CSU-Mitglied vor dem Landgericht München 1 gerade gleich zwei Gegendarstellungen gegen eine Story der People-Zeitschrift durchsetzen. Wie das Gericht gegenüber MEEDIA nun mitteilte, wurden beide Gegendarstellungsbegehren am heutigen Donnerstagmorgen abgewiesen.

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Es geht um die Story “Wie hält das ihre Ehe aus?”. Erschienen ist der Artikel in der Bunte-Ausgabe 23 am 1. Juni 2017. Im Teaser zu der Story heißt es: “Karl-Theodor zu Guttenberg und seine Frau leben in verschiedenen Welten. Sie widmet sich ihren Pferden, er jongliert mit Millionen…”

Im folgenden Text zeichnet die Bunte das Bild, dass sich Stephanie zu Guttenberg ihrer Pferde-Leidenschaft und dem gesellschaftliche Leben in US-Millionärs- und europäischen Adelskreisen widme, während ihr Mann damit beschäftigt sei, für Krypto-Währungen zu werben. Er wird sogar als “Hoffnungsträger der Bitcoin-Gemeinde” bezeichnet. Zudem heißt es in dem Text, dass die Beraterfirma (Spitzberg Partners) für die zu Guttenberg arbeitet eine “lukrativen Vertrag” mit dem US-Bundesstaat Delaware geschlossen habe und Delaware als Steueroase gelte.

Auf der Titelseite reißt die Bunte die Story mit der Zeile an: “Karl-Theodor zu Guttenberg: Millionen-Geschäfte im Steuerparadies”.

Mit Hilfe seines Anwaltes Sebastian Gorski ging der ehemalige Verteidigungsminister zunächst mit zwei Einstweiligen Verfügungen gegen Bunte vor. Diese wurden vom Gericht erlassen und wendeten sich gegen die Überschrift auf der Titelseite und gegen die Behauptungen im Text, dass sich zu Guttenberg für Bitcoins einsetzen würde und seine Beraterfirma mit den Behörden des US-Bundesstaats Delaware einen lukrativen Vertrag geschlossen habe. “Der Antragsteller hat angeführt, dass er keine Geschäfte in Steuerparadiesen mache und sich öffentlich von Bitcoins distanziert habe”, erklärte eine Gerichtssprecherin dazu auf MEEDIA-Anfrage. Zudem sei kein Vertrag, wie in dem Bunte-Stück beschrieben, geschlossen worden.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stellte der Richter in der mündlichen Verhandlung fest, dass der gesamte Artikel „von Unschärfen durchzogen“ sei. Nach seiner ersten Einschätzung handle es zwar teils um “groben Unsinn, aber keine Tatsachenbehauptung”.

Die Verhandlung war nötig geworden, weil Bunte Widerspruch gegen die Einstweiligen Verfügungen eingelegt hatte, mit deren Hilfe zu Guttenberg jeweils eine Gegendarstellung erwirken wollte.

Wie das Landgericht München I gegenüber MEEDIA jetzt erklärte, wurden beide EVs gegen das People-Magazin wieder aufgehoben. Diese Entscheidungen sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Zudem liegt auch die schriftliche Urteilsbegründung noch nicht vor.

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