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„Fürsorgliche Belagerung“ – Günther Jauch kritisiert Einmischung in Themen- und Personalwahl seiner alten ARD-Talkshow

Günther Jauch befragte in seiner letzten ARD-Talkshow Wolfgang Schäuble
Günther Jauch befragte in seiner letzten ARD-Talkshow Wolfgang Schäuble

Im Interview mit der Zeitschrift Hörzu hat sich Günther Jauch auch zu seiner nach ihm benannten Talkshow geäußert, die der bis 2015 in der ARD präsentierte. Jauch sagt, er habe die damals angebotene Vertragsverlängerung abgelehnt, da er die journalistische Unabhängigkeit in Gefahr sah: "Es haben einfach zu viele - und das waren nicht immer die angriffslustigsten - bei Themenwahl und personeller Besetzung der Sendung mitreden wollen."

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Diese Form der „fürsorglichen Belagerung“ habe irgendwann nicht mehr seinem Verständnis von journalistischer Unabhängigkeit entsprochen. „Also habe ich die angebotene Vertragsverlängerung dankend abgelehnt. Rückblickend ist das sicher schade, aber für mich trotzdem noch immer die konsequente, absolut richtige Entscheidung“, so Jauch gegenüber der Hörzu. Ob die von Jauch kritisierte Einmischung von Seiten des Senders oder der Politik erfolgte, lässt Jauch offen. Allerdings hatte er sich in der Vergangenheit schon einmal über die „Gremien-Gremlins“ der ARD beklagt.

Insgesamt zeigt sich Jauch mit seiner Ära als Polit-Talker aber zufrieden: „Wir leben in politisch hochinteressanten Zeiten. Mein Ziel war immer, möglichst viele, vor allem junge Menschen für Politik zu interessieren. Das ist unserem Team gelungen. Der Quotenrekord über die gesamte Zeit von ‚Günther Jauch‘ ist weder vorher noch nachher übertroffen worden. Überdies war die Sendung fast immer am nächsten Tag ein Gesprächsthema.“ Freilich war die Sendung auch oft wegen heftig geäußerter Kritik Gesprächsthema.

Sein aktueller „Handschlagvertrag“ mit RTL für die Quizshow „Wer wird Millionär?“ gelte noch bis zum Sommer 2018. Ob und wie es weitergehe, müsse man dann sehen, so Jauch. „Mir macht Fernsehen noch immer Freude, aber ich habe mit dem ‚Aktuellen Sportstudio‘, ‚Stern TV‘, der Champions League, dem Skispringen oder ‚Günther Jauch‘ am Sonntagabend stets dann aufgehört, wenn es am schönsten war“.

Anlass für das Interview war, dass Jauch bei einer Forsa-Umfrage über die „50 größten lebenden Vorbilder der Deutschen“ auf Platz 1 gewählt wurde.

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