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Megadeal im Hörfunkmarkt: ARD-Anstalten erteilen Uplink Zuschlag für Sendenetzbetrieb

Hinter Uplink stehen einflussreiche Gesellschafter wie der ehemalige Focus-Herausgeber Helmut Markwort (li.) und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling
Hinter Uplink stehen einflussreiche Gesellschafter wie der ehemalige Focus-Herausgeber Helmut Markwort (li.) und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling

Es ist ein millionenschweres Geschäft für den Übertragungsdienstleister Uplink und seine Anteilseigner - darunter dem Focus-Gründer Helmut Markwort. Die ARD-Anstalten haben der Düsseldorfer Gesellschaft den Zuschlag erteilt, den Sendebetrieb für mehr als ein dutzend Radioprogramme zu übernehmen - unter anderem für Hörfunksendungen des NDR, RBB und des Saarländischen Rundfunks.

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Der ehemalige Focus-Gründer Helmut Markwort und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling können sich die Hände reiben. Sie sind Miteigentümer des Düsseldorfer Übertragungsdienstleisters Uplink. Jetzt hat das Unternehmen mit den ARD-Anstalten einen millionenschweren Deal abgeschlossen, der kräftig die Firmenkasse klingeln lässt. Der Grund: die nordrhein-westfälische Gesellschaft übernimmt den Sendenetzbetrieb für diverse UKW-Programme der ARD: „Die Ausstrahlung der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme für Deutschlandradio (bundesweit), NDR (für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern), RBB (in Berlin und Brandenburg) und dem Saarländischen Rundfunk (in Teilen des Saarlandes) werden ab dem 1. Juli 2018 technisch durch Uplink betrieben“, erklärt Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski gegenüber MEEDIA.

Dem Unternehmen beschert das Geschäft einen Umsatzschub im zweistelligen Millionenbereich. Nach MEEDIA-Informationen sind es jährlich mehr als 13 Millionen Euro. Dem Vernehmen nach läuft der Vertrag über 7,5 Jahre und kann drei Mal verlängert werden. In diesem Fall würde der Vertrag nach 10,5 Jahren enden. Sollte die ARD-Anstalten hiervon Gebrauch manchen, könnte dies Uplink brutto einen Gesamtbetrag von mehr als 136 Millionen Euro einbringen. „Mit 352 UKW-Frequenzen erhält Uplink etwa Zweidrittel der ausgeschriebenen Leistungen und damit mit Abstand das größte Paket“, betont der Uplink-Chef, der sich ansonsten zu den Vertragsbedingungen nicht äußern will. Konkret übernehmen die Düsseldorfer künftig technisch die Ausstrahlung von 14 UKW-Programmen – darunter Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur (jeweils Deutschlandradio), NDR 1 MV, NDR 2 MV, NDR 3 MV, NDR 4 MV, N-JOY (jeweils NDR), Radio Eins, RBB Kultur, Antenne Brandenburg, Fritz, Info Radio (jeweils RBB), Unserding und SR 2 Kulturradio (jeweils Saarländischer Rundfunk). Die restlichen von der ARD ausgeschriebenen Frequenzen gehen nach MEEDIA-Informationen an den Uplink-Konkurrenten Divicon.

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Mit den ARD-Deal ist die Düsseldorfer Uplink-Gruppe bundesweit für mehr als 500 UKW-Frequenzen zuständig. „Uplink nimmt mit dem Zuschlag die Aufgabe eines bundesweiten Grundversorgers für UKW-Radio an und sieht die übertragene Aufgabe als große Verantwortung an“, unterstreicht der Firmenchef. Hintergrund des Geschäfts ist, dass sich der bisherige Übertragungsdienstleister Media Broadcast aus dem UKW-Sendenetzbetrieb zurückgezogen hat. „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin, der Freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen“, begründete Wolfgang Breuer, Chef des Kölner Unternehmens, vor einigen Monaten die Entscheidung. Mit dem Strategiewechsel waren die ARD-Anstalten allerdings gezwungen, den Sendenetzbetrieb für diverse Hörfunkprogramme öffentlich auszuschreiben.

Auslöser für die Neuausrichtung der Media Broadcast war die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes. Dadurch sah sich der Kölner Quasi-Monopolist erstmals Wettbewerbern wie Uplink gegenüber, die in das Geschäft drängten. „Mit nun etwa 30 Prozent Marktanteil des regulierten Marktes für den UKW-Sendernetzbetrieb positioniert sich Uplink als starker Partner für private und öffentlich-rechtliche Radioveranstalter“, betont der Geschäftsführer.

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