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Auf Expansionskurs: Laterpay will in den USA Fuß fassen

LaterPay-CEO Cosmin Ene
LaterPay-CEO Cosmin Ene

Der Bezahldienstleister Laterpay setzt zum Sprung über den Atlantik an. Das Münchner Startup hat in New York ein Büro eröffnet, um den amerikanischen Medienmarkt aufzurollen. Begleitet wird der US-Einstieg durch den ehemaligen Google-Manager Hal Bailey, der hier die Expansion vorantreiben soll. Zudem erhält die Gesellschaft eine Finanzspritze. So erhöht Laterpay sein Kapital um fünf Millionen Euro.

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Cosmin Ene gilt als ein Geschäftsmann, der seine unternehmerischen Schritte genau überlegt. So bereitet der Firmengründer des Bezahldienstleisters Laterpay bereits seit zweieinhalb Jahren den Eintritt in den US-Markt vor. „Wir müssen komplett nach US-Recht spielen, deshalb haben wir dort auch eine Laterpay Inc. gegründet und die notwendige Infrastruktur aufgebaut“, sagte der Jungunternehmer WiWo online bereits vor über einem Jahr. Jetzt will Ene in den USA endlich wirklich durchstarten. Er hat in New York ein Büro eröffnet, um den amerikanischen Medienmarkt aufzurollen. Dabei holt sich der Geschäftsmann den ehemaligen Google-Manager Hal Bailey an Bord, der die Expansion begleiten soll. „Mit Hal Bailey haben wir einen erfahrenen Experten für die Skalierung unseres Unternehmens gewonnen. Mit ihm an unserer Seite legen wir den Grundstein für einen erfolgreichen Markteintritt in den USA“, betont der Laterpay-Gründer. Baily ist in dem Geschäft kein Unbekannter. Der Manager arbeitete bereits zwölf Jahre lang als Director im Business Development bei Google in San Francisco. Hier verantworte er den Aufbau von Google Adsense.

Offenbar hat das Münchener Startup in den USA bereits einige Kunden an der Angel. „Wir haben bereits US-Kunden, aber noch niemand ist live“, sagte Ene der WiWo ohne Namen zu nennen. Dem Vernehmen nach soll die Washington Post an dem ungewöhnlichen Bezahmodell für Verlagsinhalte interessiert sein. So zahlen Nutzer für redaktionelle Inhalte nicht sofort. Erst wenn die abgerufenen Texte den Betrag von fünf Euro übersteigen, müssen sich die User registrieren und werden zur Kasse gebeten. Mit diesem „Bierdeckel“-Modell will Ene die Hemmschwelle der Nutzer senken, für Inhalte im Netz zu bezahlen.

Überzeugt hat von diesem Modell unter anderem das Reisemagazin Geo von Gruner + Jahr sowie die Bergedorfer Zeitung. Zu einer seiner Vorzeigekunden zählt hierzulande der Spiegel-Verlag. Angeblich soll das Hamburger Unternehmen an der Ericusspitze im ersten Jahr nach der Einführung des Laterpay-Modells bereits drei Millionen Artikel verkauft haben. Wie viel Geld hierdurch tatsächlich in die Spiegel-Kasse geflossen ist, ist allerdings unklar. Denn viele User können zwar Artikel über den Bezahldienstleister abrufen, müssen dabei aber nicht die Schwelle von fünf Euro erreicht haben. In Branchenkreisen kursierte daher das Gerücht, dass sich Laterpay für den Spiegel-Verlag nicht bezahlt macht und sich das Unternehmen nach einer Alternative umschaut. Doch bislang hält der norddeutsche Verlag an Laterpay weiter fest.

Für Laterpay ist der Einstieg in den US-Markt aber ein finanzielles Wagnis. Denn die amerikanische Medienbranche gilt als hart umkämpft. Daher hat Ene eine Kapitalerhöhung von fünf Millionen Euro beschlossen. Damit wächst das Gesamtkapital der Gesellschaft auf 20 Millionen Euro. Die Identität der Investoren, wollen die Münchner jedoch nicht preisgeben. Es seien private- und institutionelle Investoren.

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