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Bennington, G20, BVB: Wann sind News-Angebote am stärksten? Erste Erkenntnisse aus den neuen täglichen AGOF-Zahlen

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Am Mittwoch hat die AGOF erstmals tägliche Reichweiten von 700 deutschen Internet-Angeboten veröffentlicht. Die Zahlen, die vorerst für April bis Juli vorliegen, liefern bereits hoch spannende Erkenntnisse - u.a. darüber, welche Nachrichten die Deutschen in den vier Monaten besonders beschäftigt haben - und welche News-Medien besonders mit einzelnen Themen punkten konnten.

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Zur Erinnerung: Die AGOF veröffentlichte am Mittwoch erstmals tägliche Internet-Reichweiten – aber noch keine tagesaktuellen. Seit Dienstag lässt sich sehen, wie viele Nutzer die AGOF-Mitglieds-Angebote an welchem Tag zwischen dem 1. April und dem 31. Juli erreicht haben. Aber noch nicht, wie viele es gestern waren.

Für eine Übergangszeit veröffentlicht die AGOF seine mit Spannung erwarteten digital daily facts für den jeweiligen kompletten Vormonat. Das wird auch mit den August- und September-Daten noch so geschehen, die täglichen August-Daten sollen z.B. am 19. September veröffentlicht werden. Danach, also voraussichtlich im Oktober/November soll dann aber die Umstellung erfolgen, die daily digital facts werden tatsächlich „daily“ veröffentlicht.

MEEDIA hat sich bereits sehr detailliert mit den neuen Zahlen auseinander gesetzt und liefert nun erste spannende Erkenntnisse. Wir haben uns die jeweils 122 Tages-Zahlen der Anbieter angeschaut und u.a. Peaks analysiert.

Nehmen wir Bild: Springers Boulevard-Gigant erreichte zwischen dem 1. April und dem 31. Juli im Tages-Durchschnitt 4,53 Mio. Menschen ab 10 Jahren. Damit ist man die klare Nummer 1 unter den Nachrichten-Marken. Wie bei allen Konkurrenten auch, sind die Zahlen an Wochenenden eher unterdurchschnittlich, an Werktagen überdurchschnittlich. Doch es gibt zum Teil erhebliche Ausreißer nach oben. An diesen Tagen war Bild in den vier entsprechenden Monaten am erfolgreichsten:

  1. Am 11. April: 6,02 Mio. Unique User
  2. Am 20. Juli: 5,48 Mio.
  3. Am 12. April: 5,19 Mio.

Am 11. April war Bild also mit Abstand am stärksten, erreichte mit 6,02 Mio. Nutzern rund 33% mehr als im Tages-Durchschnitt der vier Monate. Und was passierte am 11. April? Der Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund. Das Thema, bei dem Bild eins der schnellsten Medien war, interessierte also extrem viele Menschen.

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Deutliche Peaks sind für den 11. April auch bei Spiegel, Focus und n-tv zu beobachten, außerdem für die Funke Medien NRW (WAZ, DerWesten), sowie abseits der News-Branche bei Sport1. Und auch am 12. April – der Anschlag fand ja am Abend des 11. statt – lief es für Bild & Co. noch deutlich überdurchschnittlich – Mit 5,19 Mio. Nutzern war es für die Springer-Marke der dritterfolgreichste Tag des Untersuchungszeitraums.

Der 20. Juli war ebenfalls ein sehr starker Bild-Tag. Der Grund hier: der Tod des Linkin-Park-Frontmanns Chester Bennington. Er beschäftigte die Menschen massiv – was damals auch in den sozialen Netzwerken zu beobachten war (siehe #trending vom 21. Juli). Schaut man übergreifend auf die Zahlen der 20 größten Online-Nachrichten-Marken, so war der 20. Juli innerhalb der vier Monate sogar der erfolgreichste Tag überhaupt in Deutschland. Die Brutto-Reichweite der 20 Anbieter lag an dem Tag bei 28,93 Mio. – der Tages-Durchschnitt zwischen April und Juli bei 23,76 Mio. Noch stärker als am 11. und 12. April (27,78 Mio. und 26,88 Mio.) lief es für die Branche auch noch am 23. Mai. Vermutlicher Traffic-Treiber damals: der Tod des „James Bond“-Darstellers Roger Moore.

Spiegel Online und Focus Online erlebten ihre stärksten Tage wiederum am 20. Juli – Stichwort Chester Bennington. Spiegel Online lag da bei 4,38 Mio., Focus Online bei 3,70 Mio. Usern. Normal waren in den vier Monaten 3,45 Mio. und 2,86 Mio. pro Tag. Für die Welt lief es hingegen am 6. Juli am besten: mit 3,02 Mio. Nutzern toppte man den Tages-Durchschnitt von 2,06 Mio. an diesem Tag am deutlichsten. Am 6. Juli fanden die ersten großen Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg statt. Auch am 7. Juli lief es für die Welt mit 2,73 Mio. noch deutlich überdurchschnittlich.

Der G20-Gipfel ist auch ein gutes Beispiel für Themen, mit denen lokale und regionale Medien punkten. So erlebte die Hamburger Morgenpost am 7. Juli mit 460.000 Nutzern ihren stärksten Tag, das Hamburger Abendblatt mit 290.000 seinen zweitstärksten. Medien wie RP Online und der Kölner Stadt-Anzeiger punkteten hingegen am 14. Mai massiv – einem Sonntag. RP Online landete mit 910.000 Unique Usern fast auf dem doppelten Normalniveau (490.000), der Stadt-Anzeiger erreichte mit 570.000 gegenüber 200.000 sogar fast das dreifache Normalniveau. Der Grund hier: die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, über die sich viele Menschen bei ihren Lokalmedien informierten.

Die AGOF-Zahlen zeigen auch sehr deutlich, wie überdurchschnittlich stark Sport-Medien an Wochenenden sind, wenn es für andere unter das Werktags-Niveau zurück geht. Insbesondere an Spieltagen der Fußball-Ligen sind kicker, Sport1 & Co. stark. Bei den Nachrichten-Anbietern schwanken die Zahlen von upday weniger zwischen Wochenenden und Werktagen. upday, eine Smartphone-App von Springer und Samsung, wird also offensichtlich eher in Freizeit-Situationen genutzt – und nicht so stark wie andere im Büro.

Richtig spannend wird es, wenn ab Oktober oder November die täglichen Zahlen auch tagesaktuell veröffentlicht werden. Wenn man also schon morgens sehen kann, welche Websites und Apps am Vortag wie erfolgreich waren.

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