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„Berlin ist, wenn die Airline pleite geht, bevor der Flughafen eröffnet wurde“: So verspottet das Netz airberlin

Pleitegeier: airberlin muss vor allem auf Twitter viel Kritik einstecken
Pleitegeier: airberlin muss vor allem auf Twitter viel Kritik einstecken

Am Dienstag hat airberlin Insolvenz angekündigt – alles andere als unerwartet. Die Bundesregierung hat Minuten nach der Eilmeldung über die Pleite einen Kredit über 150 Millionen Euro zugesagt, um die Fluglinie die nächsten drei Monate über Wasser zu halten. Während Wettbewerber wie Ryan Air ein abgekartetes Spiel wittern, reagieren Web-Nutzer mit Humor: Auf Twitter regnet es Spott und Häme.

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Zu den ersten, die auf die Breaking News reagierten, gehörte die Redaktion der Satireshow extra3. Noch vor dem offiziellen airberlin-Twitter-Statement zur Insolvenz vermeldete extra3, zwei Tickets günstig abgeben zu wollen.

Die Twitter-Community überzieht die Insolvenz-Ankündigung von Deutschlands (noch) zweitgrößter Airline auch heute mit Häme und Spott. Noch im Juni hatte die Fluggesellschaft eine Pleite als abwegig abgetan und sich zuversichtlich gezeigt. Außenstehende haben die Lage von airberlin  offenbar etwas realistischer betrachtet.

Auf der Bewertungsseite trustpilot.de hat airberlin mit 1.1 von 10 möglichen Punkte eine ernüchternd schlechte Bewertung. In 72 Prozent der 893 Rezensionen wird die Airline mit ungenügend bewertet.“Servicewüste“ scheint zum Synonym für airberlin geworden zu sein. Bemängelt werden vor allem der „unterirdisch schlechte Service“, die ständigen Verspätungen und Flugausfälle und der regelmäßige Verlust von Gepäckstücken. Viele Tweets schlagen deshalb vor, die Fluggesellschaft mit den Inhalten aus den verloren gegangenen Gepäckstücken zu retten.

Kritik wird auch an Berlin als Luftfahrtstandort laut. Das Milliardengrab Hauptstadtflughafen sollte eigentlich der zukünftige Heimatflughafen der 1978 gegründeten Airline werden – daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Allerdings ist ja auch nach wie vor unklar, ob der BER in diesem Jahrhundert noch eröffnet wird.

Besonders kritisch betrachtet die Twitter-Community den 150 Millionen Euro umfassenden Kredit der Bundesregierung, der die Airline für die nächsten drei Monate verkehrstüchtig halten soll. Die Vergleiche mögen hinken, dennoch wird die Quintessenz ziemlich deutlich.

Immerhin: Verschwörungstheoretiker dürfen sich freuen.

Der airberlin-Konkurrent Ryanair hat inzwischen juristische Schritte angekündigt und vermutet ein Preiskartell hinter der Insolvenz. Dadurch, so verlautet es aus Unternehmenskreisen, würde sich die Lufthansa ein Wettbewerber schuldenfrei einverleiben können – zum Schaden der Wettbewerber.

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