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Gerüchte aus Südkorea belasten Apple-Aktie: Kommt das iPhone 8 doch erst im November?

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Das Warten auf das neue iPhone geht in die letzten Wochen © Apple

Eigentlich waren die Vorzeichen klar: Im September veröffentlicht Apple neue iPhones, darunter das Flaggschiff-Modell mit OLED-Display – das schien der optimistische Umsatzausblick auf das laufende Quartal nahezulegen, der ohne das iPhone 8 kaum zu erreichen ist. Nun schockt Apple-Fans und -Aktionäre jedoch eine Hiobsbotschaft aus Südkorea: Wie der Korea Herald mit Verweis auf die Zuliefererkette berichtet, würde sich der Launch des iPhone 8 doch auf November verzögern. Apple verliert daraufhin an der Börse 26 Milliarden Dollar an Wert.

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Was für einen Unterschied eine Meldung machen kann. Am Mittwoch noch war selbst KGI-Securities-Analyst Ming-Chi Kuo in die Reihe der Optimisten umgeschwenkt, die mit dem Launch des neuen iPhone 8 im September rechnen – und zwar in Schwarz, Silber und Gold.

Einzige Einschränkung: Wegen Lieferengpässen des OLED-Displays komme das iPhone im September in stark limitierter Auflage von nur zwei bis vier Millionen Einheiten auf den Markt, prognostizierte Kuo.

Korea Herald: „Das OLED-iPhone verzögert sich wahrscheinlich auf November“

Glaubt man dem Korea Herald, dürfte daraus indes wohl nichts werden. Die südkoreanische Tageszeitung berichtete gestern auf ihrem Finanzportal The Investor, dass Apple den iPhone 8-Launch in letzter Minute auf November verschoben habe.

„Apples Top-Management hat dem Launch der beiden LCD-Modelle“ – den Nachfolgermodellen des iPhone 7 und 7 Plus – „kürzlich zugestimmt, aber das OLED-iPhone verzögert sich wahrscheinlich auf November“, erklärte ein koreanischer Zulieferer gegenüber dem Finanzportal.

Offenbar Probleme mit dem Fingerabdrucksensor

Als Grund führen Personen aus den Zuliefererkreisen Produktionsprobleme an, wegen der sich Apple immer noch nicht für ein finales Design der Frontseite entschieden habe.

Knackpunkt in der iPhone 8-Produktion sei, wie in der Vergangenheit bereits mehrfach zu hören war, offenbar die Implementierung des Fingerabdrucksensors Touch ID. Letzten Gerüchte zufolge könnte der Fingerabdrucksensor wie auch bei Samsungs neuem Flaggschiff-Smartphone Galaxy S8 auf die iPhone-Rückseite rücken.

Späte OLED-Display-Lieferungen von Samsung

Weil Apple die Entscheidung über das finale Design noch nicht getroffen habe, würde Samsung ungewöhnlich spät die OLED-Displays liefern, hieß es weiter. Der südkoreanische Verbraucherelektronikgigant habe mit der OLED-Produktion für Apple erst im Juli in kleiner Auflage begonnen, berichtet The Investor.

„Die Tatsache, dass Samsungs Produktion nicht auf Hochtouren läuft, deutet auf eine Verschiebung des OLED-iPhone-Launches hin“, erklärt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die LCD-Displays von LG für die Nachfolgemodelle des iPhone 7 und 7 Plus würden dagegen bereits seit Juni verschickt werden. Die Folge: Das mutmaßliche iPhone 7s und 7s Plus würden wie geplant im September in den Handel kommen, das iPhone 8 indes erst im November.

Kurssturz vernichtet 26 Milliarden Dollar Börsenwert

Ob Apple die optimistische Umsatzprognose für das September-Quartal allerdings lediglich mit dem Launch des iPhone 7s und 7s Plus erreichen kann, erscheint ziemlich fragwürdig. Tim Cook stellte für den Bilanzzeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September nämlich Erlöse von 49 bis 52 Milliarden Dollar – und damit wenigstens 4 Prozent höhere Umsätze – in Aussicht, die ohne ein neues Flaggschiff-iPhone nur schwer zu erreichen sein dürften.

Anleger nahmen den Bericht des Korea Herald-Portals The Investor indes für bare Münze und schickten die Apple-Aktie im gestrigen Handel deutlich nach unten. Das Minus von 3,22 Prozent bzw. 5,16 Dollar je Anteilsschein radierte in wenigen Stunden mehr als 26 Milliarden Dollar Börsenwert aus. Apple notiert bei 155,27 Dollar damit auf dem tiefsten Niveau seit Bekanntgabe der robusten Quartalszahlen in der vergangenen Woche.

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