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So zerlegt „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling Donald Trump und seinen Berater auf Twitter

Die Autorin der Harry-Potter-Bücher J. K. Rowling (Foto: dpa)
Die Autorin der Harry-Potter-Bücher J. K. Rowling (Foto: dpa)

Dass J.K. Rowling eine der erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart ist, weiß inzwischen dank der "Harry Potter"-Saga praktisch jedes Kind. Doch die 52-Jährige kann nicht nur das Langformat – auch auf Twitter formuliert Rowling immer wieder höchst pointiert. Und das besonders gern gegen ihren Lieblingsfeind Donald Trump: Seit der US-Wahl zerpflückt die britische Erfolgsautorin die Tweets von Trump und seinen Fürsprechern immer wieder höchst effektiv auf ihren Wahrheitsgehalt – so auch gestern.

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Man kann es guten Gewissens eine zweite Karriere nennen. Als J.K. Rowling am 21. Juli 2007 den siebten und letzten Band der „Harry Potter“-Saga veröffentlichte, hatte die damals 42-jährige bereits alles erreicht, was man in der Literatur erreichen kann. Millionen Leser waren glücklich, das Wirtschaftsmagazin Forbes führte sie wenig später als Milliardärin.

Was kann da noch kommen? Eine bemerkenswerte Weiterentwicklung in der Internet-Ära: Rowling spricht nicht nur die Sprache ihrer Fans, sondern verwendet auch die gleichen Kommunikationsmittel – Twitter und Facebook.

Bereits seit 2009 ist die Britin auf dem Kurznachrichtendienst aktiv – und dabei so präsent wie kaum ein anderer Twitterer. Auf 11,5 Millionen Follower bringt es Rowling: Das sind Popstar-Dimensionen – und mehr Follower als das britische Königshaus und die Premierministerin zusammen aufweisen.

Immer wieder Spitzfindigkeiten gegen US-Präsident Trump

Wer mit „Harry Potter“ wenig anfangen kann, kann immer noch Fan der pointierten Tweets der englischen Schriftstellerin werden, die keine Angst davor hat, den Mächtigsten der Welt den Spiegel vorzuhalten wie einem Protagonisten im Plot.  Besonders in den vergangenen Monaten landete die Britin in ihren Spitzfindigkeiten gegen US-Präsident Trump und seine Fürsprecher einen Zinger nach dem anderen.

So auch gestern. Vorausgegangen war eine triefende Lobeshymne auf den neuen US-Präsidenten durch seinen Berater Stehen Miller, der Trump im konservativen Nachrichtensender Fox mit den Worten anpries: „Er ist der talentierteste Politiker unserer Zeit und der beste Redner im Weißen Haus seit Generationen“

„Tribute an die silberne Zunge und göttliche Weisheit des Großen Führers“

Angesichts der oft inkohärenten Interviews und martialischen Reden eine ziemlich bemerkenswerte Feststellung, die J.K. Rowling offenbar übel aufgestoßen ist.

Entsprechend setzte die britische Literatin zum Verbal-Konter auf Twitter an: „Am Vorabend des Krieges werden Tribute an die silberne Zunge und göttliche Weisheit des Großen Führers gezahlt. Ich wundere mich, was gerade in Nordkorea passiert“, twitterte Rowling und sammelte dafür fast 40.000 Likes ein.

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Intellektuelle Wortspielereien auf Twitter

Doch damit nicht genug: Einmal in Fahrt, knöpfte sich die 52-Jährige noch einen fünf Jahre alten Trump-Tweet vor, in dem der heutige US-Präsident seinerzeit vermeintlich weise den amerikanischen Philosophen und Schriftsteller Ralph Waldo Emerson zitierte.

„Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind kleine Angelegenheiten verglichen mit dem, was in uns liegt“, zitierte Trump Emerson im Juli 2012.

Rowling dreht den Spieß mit einem Wortspiel um: „And here you are, lying right in front of us“, twitterte die Erfolgsautorin – und überließ damit den Twitter-Nutzern, ob sie daraus „liegen“ oder „lügen“ lesen wollten.

Auch Shakespeare wird zitiert

Doch damit nicht genug: Am Ende liest Rowling Trumps Anhänger auch noch mit Shakespeare die Leviten. Auf einen Artikel vom US-Politportal Slate, in dem Trumps evangelischer Berater mit den Worten zitiert wird, Gott wäre mit einer Eliminierung des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un einverstanden, reagierte Rowling mit einem Zitat des englischen Lyrikers und Dramatikers.

„Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen. Ein arg Gemüt, das heil’ges Zeugnis vorbringt, ist wie ein Schalk mit Lächeln auf der Wange“, rezitiert Rowling Shakespeare aus der „Kaufmann von Venedig“. Selten wurden Auseinandersetzungen auf Twitter so intellektuell geführt…

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