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Trotz heftiger Kritik: Hamburger-Spiegel kein Desaster, stern punktet mit Boris Becker Enthüllungen

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Als der Spiegel während des G20-Gipfels mit einem zeitlosen Food-Aufmacher titelte, war die Kritik groß. Hamburg brannte, Merkel, Trump und Putin waren zeitgleich in der Hansestadt und das größte Nachrichtenmagazin sprach übers Essen. Jetzt ist klar: Bei aller Kritik verzeichnete das Heft solide Kiosk-Verkäufe. Der stern erzielt mit einer investigativen Story über Boris Becker die besten Zahlen seit Wochen.

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Für den Spiegel hätte es schlimmer kommen können: Schon lange wurde ein Titel nicht mehr so harsch kritisiert wie „Der Ernährungskult: Essen oder nicht essen?“. So geißelte der ehemalige Chefredakteur des sterns und des SZ-Magazins, Dominik Wichmann, das Heft als „einfallslos, schlecht und geradezu peinlich“. Hintergrund des Ärgers war der Umstand, dass der Spiegel mit diesem zeitlosen Food-Titel an den Kiosken lag, während sich in Hamburg die Welt-Politik zum G20-Gipfel traf und Autonome und Polizisten heftige Straßenschlachten lieferten.

Am Kiosk sorgte die Ausgabe 27/2017 allerdings nicht für desaströse Verkäufe. Im Einzelverkauf kamen die Hamburger auf 205.167 Exemplare. Das sind rund 5.000 Hefte weniger als in der Vorwoche und im Jahresschnitt. In Anbetracht der Vorgeschichte dürfte für die Chefredaktion wie auch das Verlagsmanagement das Minus jedoch verkraftbar sein.

Beim Abo konnte die Hamburger sogar im Vergleich zur Vorwoche um gut 1.000 Exemplar, auf nun 367.292 zulegen. Die Anzahl der E-Paper gibt der Verlag mit 63.354 an. Auch hier ist eine Steigerung von rund 1.000 Kunden zu sehen. Im Gesamtverkauf erreicht der Spiegel 760.349. In der Vorwoche waren es noch 759.257.

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Auch der Focus lieferte in der G20-Woche keinen aktuellen, aber immerhin einen saisonalen Titel. Das Heft mit der Zeile „Traumziele in ihrer Nähe“ kam im Einzelverkauf auf 59.077 verkaufte Exemplare. Das ist weit weniger, als in der Vorwoche (65.134). Damit blieb die Redaktion um Chefredakteur Robert Schneider auch unter dem Jahresschnitt, der bei rund 65.000 Exemplaren liegt. Der Gesamtverkauf des Focus lag bei 416.082 Heften.

Vielleicht störte die potenziellen Käufer auch die Nähe zum vergangenen stern-Aufmacher. Eine Woche vor dem Focus hatte das Nachrichten-Magazin von G+J noch mit „50 Traumziele vor der Haustür“ aufgemacht.

Für den stern lief es dagegen gut. Christian Krug und seine Redaktion konnten mit ihrer Enthüllungsstory über Boris Becker punkten. Beim „ganzen Drama“ über den Tennisstar und seine Finanzprobleme griffen im Einzelhandel diesmal 182.651 Kunden zu. Damit holten die Hamburger ihren besten Einzelverkauf seit fünf Wochen. Insgesamt verzeichnete der stern einen Gesamtverkauf 592.474 Exemplaren. Auf das Abo entfielen dabei 186.037 Hefte und die E-Paper lagen bei 20.924.

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