Nach sechs Jahren kehrt die FT in den App-Store zurück – und mit diesem Trick umgeht sie die Provision für Apple

Sitz der Financial Times in London.

News Sechs Jahre lang suchte man im App Store von Apple vergebens nach einer App für die britische Financial Times, nun ist sie zurück. Die Wirtschaftszeitung mit den lachsrosa Seiten wollte keine 30 Prozent Provision an Apple zahlen und volle Kontrolle über Nutzerdaten behalten. Mit einem Trick hat sie das nun erreicht.

von Stefan Winterbauer

Die neue iOS-App der FT ist nämlich nur für bereits existierende Abonnenten zugänglich. Es ist nicht möglich, aus der App heraus ein Abo abzuschließen. Startet man die neue iOS-Ap der FT, wird man zuerst aufgefordert, sich einzuloggen. Wer kein FT-Abo hat, muss zuerst auf der Website FT.com eins abschließen. Die Briten umgehen damit die 30 Prozent Provision, die Apple für Umsätze aus dem App Store nimmt. Außerdem haben sie damit die volle Kontrolle über ihre Nutzerdaten.

Bislang hat die FT aus eben diesen Gründen neben einer nativen Android-App lediglich eine so genannte Web-App angeboten. Martin Fallon, der bei der FT für Apps zuständige Produktmanager erklärte gegenüber Niemanlab.org, warum die FT wieder eine iOS-App anbietet: “Wir haben gesehen, dass Leser, die unsere bestehenden Apps nutzten, wesentlich engagierter waren als solche, die sie nicht nutzten.“ Auch sei die Android-App wesentlich besser angenommen worden, als die Web-App. Weitere Vorteile einer nativen App gegenüber einer Web-App sind laut Martin Fallon:

– Bessere offline Lese-Möglichkeiten
– Dauerhaftes Login
– Leichteres Teilen
– Push-Nachrichten
– automatische Updates
– Last, not least: Nutzer haben danach verlangt

Die Financial Times gilt als internationales Vorzeige-Medium in Sachen Paid Content. Die Wirtschaftszeitung hat aktuell 870.000 zahlende Abonnenten, neun Prozent mehr als im Vergleich zum vergangenen Jahr. Davon sind 666.000 reine Digital-Abonnenten. Über 50 Prozent der Abonnenten nutzen bereits Apps der FT.

Schon gelesen?