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Nach sechs Jahren kehrt die FT in den App-Store zurück – und mit diesem Trick umgeht sie die Provision für Apple

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Sitz der Financial Times in London.

Sechs Jahre lang suchte man im App Store von Apple vergebens nach einer App für die britische Financial Times, nun ist sie zurück. Die Wirtschaftszeitung mit den lachsrosa Seiten wollte keine 30 Prozent Provision an Apple zahlen und volle Kontrolle über Nutzerdaten behalten. Mit einem Trick hat sie das nun erreicht.

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Die neue iOS-App der FT ist nämlich nur für bereits existierende Abonnenten zugänglich. Es ist nicht möglich, aus der App heraus ein Abo abzuschließen. Startet man die neue iOS-Ap der FT, wird man zuerst aufgefordert, sich einzuloggen. Wer kein FT-Abo hat, muss zuerst auf der Website FT.com eins abschließen. Die Briten umgehen damit die 30 Prozent Provision, die Apple für Umsätze aus dem App Store nimmt. Außerdem haben sie damit die volle Kontrolle über ihre Nutzerdaten.

Bislang hat die FT aus eben diesen Gründen neben einer nativen Android-App lediglich eine so genannte Web-App angeboten. Martin Fallon, der bei der FT für Apps zuständige Produktmanager erklärte gegenüber Niemanlab.org, warum die FT wieder eine iOS-App anbietet: “Wir haben gesehen, dass Leser, die unsere bestehenden Apps nutzten, wesentlich engagierter waren als solche, die sie nicht nutzten.“ Auch sei die Android-App wesentlich besser angenommen worden, als die Web-App. Weitere Vorteile einer nativen App gegenüber einer Web-App sind laut Martin Fallon:

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– Bessere offline Lese-Möglichkeiten
– Dauerhaftes Login
– Leichteres Teilen
– Push-Nachrichten
– automatische Updates
– Last, not least: Nutzer haben danach verlangt

Die Financial Times gilt als internationales Vorzeige-Medium in Sachen Paid Content. Die Wirtschaftszeitung hat aktuell 870.000 zahlende Abonnenten, neun Prozent mehr als im Vergleich zum vergangenen Jahr. Davon sind 666.000 reine Digital-Abonnenten. Über 50 Prozent der Abonnenten nutzen bereits Apps der FT.

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Alle Kommentare

  1. Apple kämpft wirklich mit ihrem App Store. Zu viele rechtliche Probleme, aber sie werden sicher herausfinden, wie jedes zweite Mal. Großer Artikel sehr informativen Dank für das Teilen.

  2. Das man als Print-Abonnent einen Code für die Online-Version mit ausführlicheren Artikeln gibt, sollte inzwischen ganz normal sein. Als wahrer Journalist will man die Geschichte komplett erzählen und Print ist wie Butterbrot-Dose oder Fast-Food-Boxen oder Pizza-Boxen nur eine platzbeschränkte Version und oft genug nur die Agenturmeldung.

    >1 – Bessere offline Lese-Möglichkeiten
    >2 – Dauerhaftes Login
    >3 – Leichteres Teilen
    >4 – Push-Nachrichten
    >5 – automatische Updates
    >6 – Last, not least: Nutzer haben danach verlangt

    Firefox kündigte vor Jahren HTML-Apps an. Daraus ist leider nicht viel geworden. Vielleicht setzt es sich durch, wenn immer mehr 65″-SmarTVs mit eigenen Betriebs-Sytemen verbreitet sind und man diese Zielgruppen auch erreichen muss und daher dann endlich mal HTML-Apps entwickelt. Wenn HTML/W3C endlich mal die Kamera ansprechen könnten (Mikrofon geht wohl schon), bräuchte man fast nur noch für Spiele native Apps. Also haben Android/Google und iOS/Apple daran vielleicht wenig Interesse.

    1) Geht auch mit HTML-Apps. Die können auch lokal Daten abspeichern und offline funktionieren. Helligkeit und Schriftgröße gehen da auch einzustellen.
    2) Geht per Cookie bzw. abgespeichertem Password im Browser auch nicht viel schlechter.
    3) Hier auf der Seite sind 4-5 Teilen-Bilder unter dem Artikel. Geht also in HTML auch.
    4) Im Hintergrund ständig auf dem Gerät laufen und auf dem Login-Screen viele Push-Mitteilungen von zig Apps anzeigen nachdem man es eine halbe Stunde weggelegt hatte, geht mit HTML-Apps hoffentlich wirklich nicht gut.
    5) Wenn man die Webseite aufruft hat man immer die neueste Web-App-Version. Apps hingegen kann man mit älteren iPhone/iPad-Modellen nicht updaten und Bekannte nutzen ihr iPad1 welches auf iOS4 zurückgelassen wurde immer noch gerne. Die haben zwar inzwischen ein neues iPad aber das alte tut noch sehr gut. Native Apps werden meist nicht zwangs-upgedatet.
    6) Ja. Man sollte alle Geräte bedienen und auch Apps anbieten und freiwillig erfassen was wie oft und auf welche Weise genutzt wird. Dann aber von der Apple-Watch – welche Jim Cramer gerne nutzt – über 4″ iPhoneSE, iPhone5-10 und alle iPads bis zum (grade ausgedachten) iPadXXL mit 20″ und natürlich AppleTV1-5 mit PAL/NTSC, 720p, 1080i(p?) und dem vielleicht baldigen UHD-1/4k-Apple5(?)TV per Fernsteuerung und Siri bedient. Im Prinzip kann man Artikel beim Joggen, Autofahren und Gassi-Gehen und Herumwarten auch durch diesen Apple-Kopfhörer vorlesen lassen.
    HTML5-Apps haben möglicherweise leicht schlechtere Bedienbarkeit und „flutschen“ oft etwas schlechter. Weil es bisher wenig verbreitet ist, muss man sich vieles mühsam selber erarbeiten. Die Bedienung nativer Apps (aber auch die von Webseiten) haben die Nutzer gelernt und wollen daher dabei bleiben.

    Gibts die FT-Angebote für Android ? Falls ja – wo war da bisher der Unterschied ?
    Wie hoch sind die Geldbeträge und Nutzer-Zahlen ? Netflix-Prepaid-Karten gibts wohl bei Rewe und Penny für 15 Euro und keine Konten und Kreditkarten sind nötig. Die meisten neuen Internet-Bezahldienste haben oft einfach die Preise der Kreditkartenfirmen (25 Cent und 2% ? oder so vom Betrag oder so ähnlich) und verdienen sich die Arbitrage zwischen diesem Preis und dem Mengenrabatt den sie von den Kreditkartenfirmen bekommen.
    Hat die FT in allen Ländern lokale Konten – mit entsprechendem Personalaufwand bei Zahlendrehern usw. – oder würde es über die Kreditkartenfirmen – und deren Gebühren – gehen ? Geht auch Paypal ?
    Da gibts also vielleicht Preisbereiche wo man mit Appstore-Käufen auch nicht schlechter steht als mit den Kreditkarten-Gebühren.

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