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Unlautere Werbung? Das SWR-Filmchen über eine surfende Flugbegleiterin

Werbung oder SWR? Ein Clip über die surfende Flugbegleiterin sorgt für Diskussion
Werbung oder SWR? Ein Clip über die surfende Flugbegleiterin sorgt für Diskussion

Im September vergangenes Jahr veröffentlichte die Lufthansa einen Image-Film mit der surfenden Flugbegleiterin Dani Mischon-Gross. Das SWR-Jugendangebot DasDing nahm den Erfolg des Films zum Anlass, aktuell auch über die surfende Stewardess zu berichten. Im Social Web wird nun debattiert, ob dies unzulässige Werbung ist.

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„Seitdem der Lufthansa Image-Clip veröffentlicht wurde, werde ich auch an Bord angesprochen, von Passagieren. Ob ich nicht das Surfergirl bin …“, sagt Dani Mischon-Gross zu Beginn des SWR-Beitrags. Private Bilder zeigen die junge Frau beim Surfen. Kurz darauf sieht man sie in Lufthansa-Uniform am Schalter. „Ich bin bei der Lufthansa bekannt als die Flugbegleiterin, die immer ihr Surfbrett dabei hat …“, sagt sie. Die Bilder mit LH-Uniform und verpacktem Surfbrett ähneln dem Werbefilm der Fluggesellschaft.

Bei Facebook hat der Medienjournalist Daniel Bouhs (arbeitet u.a. für das NDR-Medienmagazin „Zapp“) darüber angestoßen, ob der Beitrag unangemessen werblich ist. „Für den SWR mag das junger Journalismus sein – für die Personalabteilung der Lufthansa, die sonst viel Geld für ‚Warum Du bei uns arbeiten solltest‘-Werbung ausgeben muss, ist das zweifellos ein Geschenk. Erstaunlich jedenfalls, was eine öffentlich-rechtliche Redaktion verlässt.“

Für Jost Langheinrich, Redaktionsleiter Digitale Nachrichten bei SWR Aktuell, ist der Film ganz normal. Er kommentierte unter Bouhs’ Beitrag: „Ehrlich gesagt kann ich hier keine LH-Werbung erkennen. Die Protagonistin taucht 2x im LH-Dress auf. Aber das ist nun mal der Arbeitgeber. Wir würden bei einem Müllmann auch nicht Werbung für die Stadtwerke vermuten. Für mich zeigt der Film, dass der doch inzwischen recht ungeile Job Flugbegleiter/in richtig gute Seiten haben kann, wenn man ihn für die eigenen Bedürfnisse anpasst. Und gerade das ist für junge Leute gar nicht so unwichtig bei der Jobwahl.“

Der PR-Berater Hasso Mansfeld stößt sich in der Diskussion eher daran, dass die Spartenprogramme der öffentlich-rechtlichen Kanäle generell zu „aufgebläht“ seien: „Ein dünnes Filmchen. Indes kann man sich mehr darüber aufregen, dass das der ÖRR solche Spartenprogramme finanziert, die derartige Filmchen nachfragen.“

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Hier zum Vergleich. Einmal der Image-Film der Lufthansa mit der surfenden Flugbegleiterin:

Und der Beitrag des SWR-Jugendangebots DasDing:

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