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„Haben Opfer in noch größeres Leid gestürzt“: Nordbayerischer Kurier entschuldigt sich für Unfall-Bericht

Otto Lapp, Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers
Otto Lapp, Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers

Der Nordbayerische Kurier druckt in seinem Anzeigenblatt Blickpunkt am Wochenende regelmäßig die meistgelesenen Web-Artikel der vergangenen Woche. Dazu gehörte aktuell der Bericht über einen Unfall, bei dem zwei junge Menschen ihr Leben verloren haben und ein weiterer schwer verletzt wurde. Die Veröffentlichung der Eigen-Anzeige sorgte offenbar für massive Kritik. Chefredakteur Otto Lapp hat sich nun dafür entschuldigt.

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„Durch unsere Anzeige haben wir die Hinterbliebenen der Opfer in ein noch größeres Leid gestürzt“, schreibt Otto Lapp, in einer Stellungnahme. „Das tut uns unendlich leid. Auch wenn wir es nicht mehr gutmachen können, wir möchten uns aufrichtig und von ganzem Herzen dafür entschuldigen. Vor allem bei den Angehörigen und Freunden der Unfallopfer – und nicht zuletzt bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser.“

Die Eigenwerbung im Blickpunkt am Wochenende richte sich automatisch nach einem der meistgelesenen Artikel der Woche auf unserer Homepage, so Lapp. Die Redaktion hätte selbstverständlich die Möglichkeit gehabt, in diesen Prozess einzugreifen und dafür zu sorgen, dass das Ranking in dieser Form nicht erscheint. Doch der Chefredakteur räumt ein: „Das haben wir versäumt und damit leider viele Menschen in ihren Gefühlen verletzt.“

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Die Anzeige hat offensichtlich für scharfe Kritik von Seiten der Leser gesorgt. Denn Otto Lapp erklärt: „Wir müssen jetzt dazu stehen und Ihre berechtigte Empörung, Ihre berechtigte Wut und Ihre berechtigte Enttäuschung hinnehmen. Leider können wir die Anzeige nicht ungeschehen machen. Aber wir geben Ihnen das Versprechen, alles dafür zu tun, dass uns so etwas in der Zukunft nicht mehr passiert.“

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Alle Kommentare

  1. Unabhängig von den ethischen Verantwortung stellt sich die rechtliche Frage nach den Bildrechten des tätlichen Unfalls. Der Fotograf hat die Bilder sicherlich lediglich für die journalistische Berichterstattung zur Verfügung gestellt. Müsste er zusätzlich entschädigt werden, wenn das Bild jetzt für Werbezwecke einer Werbeanzeige verwendet wird? Und hätten die Eltern der beiden verunglückten Mädchen Anspruch auf eine Entschädigung, weil es sich ja um eine ANzeige zur Abogenerierung gehandelt hat und der Verlag dadurch sicherlich etliche Abos generiert hat? Kann doch nicht sein, dass sich der Verlag mit dem Leid der Opfer bereichert.

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