Interesse an der Frauen-Fußball-EM lässt nach, Pilcher gewinnt, kabel eins top mit alten Affen

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"Rosamunde Pilcher: Alte Herzen rosten nicht", Foto: ZDF/JON AILES

Mit der Hoffnung der deutschen Fußball-Frauen auf den EM-Titel verabschiedete sich auch ein Teil der Zuschauer aus dem deutschen Fernsehen. Das Erste übertrug das zweite Halbfinale aus Enschede deshalb für weniger Fans als zuletzt und ließ dem ZDF den Vortritt. Beim jungen Publikum siegte RTL mit „Der Lehrer“. Kabel eins kramte erfolgreich den „Planet der Affen“ hervor.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Donnerstag wissen müssen:

1. Noch 3 Mio. schalten den Finaleinzug der Niederländerinnen im Ersten ein

Der Gastgeber Niederlande bestreitet das Finale der Frauen-Fußball-EM gegen Dänemark, die Teams setzten sich am Donnerstagabend gegen England und Österreich durch. Nach dem Aus für die deutsche Mannschaft fiel das Zuschauerinteresse allerdings erwartbar geringer aus als zuletzt. Am Abend sahen im Ersten 3,23 Mio. das 3:0-Spiel der Niederländerinnen gegen England (12,8% Marktanteil im Gesamtpublikum, 6,8% bei den 14- bis 49-Jährigen). Auf die Übertragung des ersten Halbfinales verzichteten die großen Sender gleich ganz, bei Eurosport schalteten am Vorabend 500.000 Zuschauer ein, abends dann noch einmal 530.000.

2. ZDF schnappt sich den Tagessieg mit altem Pilcher-Film, Nachrichten vor Entertainment

„Alte Herzen rosten nicht“ – so lautete die Erfolgsformel des ZDF am Donnerstagabend, mit freundlichen Grüßen vom Absender: „Rosamunde Pilcher“, oder wie man in Mainz sagt: Tagessieger. Ab viertel nach acht hatten 4,23 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren die Film-Wiederholung u.a. mit Ilja Richter und Ursula Monn eingeschaltet, mehr als jede andere Sendung am Donnerstag. Der Marktanteil lag bei 16,4%. Im Anschluss war das „heute journal“ bei 3,74 Mio. gefragt, die „Tagesschau“ schaffte im Ersten vorher 3,38 Mio. und nach dem Fußball folgen in den Tages-Charts noch „heute“ und „RTL aktuell“ (3,13 Mio. bzw. 2,91 Mio.). Stärkste Konkurrenten der Privaten waren zur Hauptsendezeit „Criminal Minds: Beyond Borders“ von Sat.1 (1,77 Mio, 7,0%) und etwas später „Der Lehrer“ bei RTL (1,87 Mio., 7,2%). Im Zweiten sahen noch 2,19 Mio. die Energiewende-Doku „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ (10,4%), bevor die Familienfarce „Mama gegen Papa“ auf 670.000 Zuschauer und 5,1% abstürzte. Im Ersten blieben 1,53 Mio. bzw. 1,02 Mio. für „Geheimsache Doping“ und „Nuhr ab 18“ (8,7% und 7,9%).

3. „Planet der Affen“-Klassiker lassen kabel-eins-Marktanteile in die Zweistelligkeit wachsen

Affentag bei kabel eins, anders als zuletzt bei ProSieben pünktlich zum Kinostart der neusten Auflage – und anders als zuletzt bei ProSieben mit beachtlichem Erfolg für die Originale „Planet der Affen“ von 1968 und „Rückkehr zum Planet der Affen“ von 1970; ab 20.15 Uhr sorgte Charlton Heston bei kabel eins schon für gute 6,4% Marktanteil in der jungen Zielgruppe, Teil 2 schaffte nachher 9,8%. Die Zuschauerzahl stieg von 0,5 Mio. auf 0,57 Mio. Insgesamt sahen übrigens 1,15 Mio. die „Rückkehr“ – mehr als ProSieben den ganzen Tag über hatte. Nach Mitternacht lief konsequenterweise auch noch „Flucht vom Planet der Affen“ – mit konkurrenzlosen 15,3%, gesehen von 400.000 14- bis 49-Jährigen. So viele hatte RTL II mit „Frauentausch“ nicht mal zur Primetime (0,35 Mio, 4,5%). 7,0% waren für „Mädelsabend“ bei Vox drin (540.000 junge Zuschauer), „Con Air“ holte 6,9%.

4. Die meisten jungen Zuschauer sehen „Der Lehrer“, Sat.1 und ProSieben ungefähr gleichauf

Die meisten jungen Zuschauer, nämlich 1,16 Mio., hatte allerdings RTL mit „Der Lehrer“, zumindest nach 21 Uhr, vorher fanden zunächst 0,94 Mio. den Weg ins Programm der Kölner (erst 12,9%, dann 14,1% Marktanteil). Dazwischen platziert sich „GZSZ“ mit 1,15 Mio. Bei Sat.1 steigerte sich „Criminal Minds“ von 7,9% auf 10,3%, beginnend mit dem Ableger „Beyond Borders“, danach mit dem Original (in der Spitze 0,75 Mio. junge Zuseher). Mit 9,6% für „Big Countdown“ verlief der Donnerstagabend bei ProSieben weitgehend unspektakulär, aber auch desasterfrei. 710.000 Mio. 14- bis 49-Jährige interessierten sich für „Die 50 größten Idole der 90er“.

5. Geringes Interesse an neuer BR-WG-Reihe „Wer zieht ein?“, NDR über 1 Mio. mit „Kommissar Dupin“

„Tatort“, Schlagerparty, „Polizeiruf“: So ungefähr lässt sich das Abendprogramm der Dritten vom Donnerstag zusammenfassen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Im MDR schalteten 0,93 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren den „Tatort: Der König der Gosse“ ein (3,6%), und im Hessen Fernsehen sahen mehr Zuschauer „Schlagerparty“ als im WDR den „Polizeiruf 11: Der Tod macht Engel aus uns allen“ (0,77 Mio. und 3,0% bzw. 0,68 Mio. und 2,6%). Kaum Interesse bestand an der neu gestartet BR-WG-Reihe „Wer zieht ein?“, die zu später Stunde nur auf 0,1 Mio. und 0,6% kam. Für ZDFneo lief’s mit „Ein Fall für zwei“ und 0,58 Mio. auch ungewöhnlich mittelmäßig. Am erfolgreichsten war der NDR nach 22 Uhr mit „Kommissar Dupin – Bretonischer Stolz“ (1,34 Mio.).

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