Google wollte Snap angeblich kurz vorm IPO für 30 Milliarden Dollar kaufen – das Doppelte des heutigen Börsenwertes

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Der Tag, als Snap an die Börse ging. Seitdem geht es nur noch bergab. © NYSE / Facebook

Snaps kurze Börsenkarriere gleicht einer Horrorserie: Von Mal zu Mal zieht sich die Schlinge vermeintlich weiter zu. Notierten Anteilsscheine der Snapchat-Mutter am Tag des IPOs noch auf Allzeithochs von 29 Dollar waren davon heute zeitweise keine 12 Dollar mehr übrig. Der brutale Crash hat in der Spitze 70 Prozent vernichtet und Snaps Bewertung von 40 auf 15 Milliarden Dollar dezimiert. Wie das Blogkonglomerat Business Insider berichtet, war Internet-Gigant Google unmittelbar vor dem Börsengang noch an einer Übernahme interessiert – zum doppelten Preis.

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Die Schnappatmung bei Snap-Aktionären will einfach nicht aufhören: Tiefer und tiefer und tiefer taumelt die Muttergesellschaft von Snapchat an der Wall Street, an der sie erst im März mit Pauken und Trompeten debütierte.

Zu Kursen von 17 Dollar hatte das fünfeinhalb Jahre alte US-Unternehmen seine Aktien bei zeichnungswilligen Anlegern platziert und zum Handelsstart dann gleich um 44 Prozent höhere Notierungen aufrufen können.

Bis auf in der Spitze 29,44 Dollar zogen die Anteilsscheine der Snapchat-Mutter in den ersten zwei Handelstagen ab – ein spektakuläres Plus von 73 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs, das Snap zeitweise mit enormen 40 Milliarden Dollar bewertete. Das war Anfang März.

Dramatischer Börsencrash vernichtet in der Spitze über 70 Prozent

Fünf Monate später sind die schönen Gewinne indes so mirakulös verschwunden wie ein Snap vom Vortag – und zwar komplett. Tatsächlich ist der Anblick auf die Notierung des App-Anbieters mit dem Geisterlogo zum Gruseln: Nach einem neuerlichen Kurssturz in der vergangenen und dieser Woche sind die Anteilsscheine des von Evan Spiegel geführten Internetunternehmens heute erneut auf neuen Allzeittiefs angekommen – bei  nur noch 11,90 Dollar im Intradayhandel.

Anleger haben damit in der Spitze seit den Höchstkursen enorme 70 Prozent an Wert eingebüßt, aber auch gegenüber dem Ausgabekurs von 17 Dollar bereits 30 Prozent draufgezahlt. Snaps Börsenwert, der in Spitzenzeiten über 40 Milliarden Dollar betragen hatte, ist in den letzten Wochen immer weiter zusammengeschmolzen wie ein Eiswürfel in der Sonne.

Evan Spiegels Vermögen ist bereits um  fast 4 Milliarden Dollar geschmolzen

Inzwischen wird das sechs Jahre alte Internetunternehmen noch mit 15 Milliarden Dollar bewertet und ist damit immer noch drei Milliarden wertvoller als Social Media-Pionier Twitter, von dem sich CEO Evan Spiegel so gerne distanziert.

Der dramatische Wertverlust muss Evan Spiegel wie ein Schock vorkommen: Sein Vermögen erodierte nach Forbes-Berechnungen seit den Höchstkursen von 6,6 auf nunmehr 2,9 Milliarden Dollar. Dabei hatte Spiegel Gerüchten zufolge Anfang des Jahres offenbar die Möglichkeit, Snap zu einer weit höheren Bewertung zu veräußern.

Business Insider: Google wollte Snap zu 30-Milliarden-Bewertung kaufen

Der mögliche Käufer: Google! Wie das Blogkonglomerat Business Insider mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Quellen berichtet, hätten der Internet-Gigant und die Snapchat-Mutter unmittelbar vor dem Börsengang eine Übernahme zu einer Bewertung von 30 Milliarden Dollar diskutiert – das entspricht einem Kursniveau von rund 25 Dollar je Aktie.

Während ein Snap-Sprecher den Business Insider-Bericht dementierte, wollte Google das Gerücht nicht  kommentieren.  Snapchat und Google haben unterdessen bereits eine längere Geschäftsbeziehung. Der frühere Google-CEO Eric Schmidt soll Evan Spiegel beim Aufbau seines Unternehmens beraten haben, während Snapchat einer der größten Kunden von Googles Cloud-Dienst ist und innerhalb von fünf Jahren stolze zwei Milliarden Dollar für die Nutzung des Speicherdienstes nach Mountain View überwiesen hat.

Ob Googles Interesse auf ermäßigtem Niveau weiter vorhanden ist und Snap überhaupt einen Verkauf in Erwägung ziehen würde, bleibt vorerst pure Spekulation. Anlegern reichte der Business Insider-Bericht, um die angeschlagene Snap-Aktie zumindest um einen Dollar auf 12,90 nach oben zu befördern. Wie nachhaltig die Kurserholung ist, dürfte sich nächste Woche zeigen, wenn Snap zum zweiten Mal nach seinem Börsengang an der Wall Street bei Vorlage seiner Quartalsbilanz Rechenschaft vor den Aktionären ablegen muss.

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