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Die Funke Mediengruppe übernimmt Frauenzeitschrift myself vom Condé Nast Verlag

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Die Zeitschrift myself wird wohl den Besitzer wechseln. Der Condé Nast Verlag und die Funke Mediengruppe gaben heute bekannt, dass im Rahmen eines Betriebsübergangs, ein Vertrag über den Verkauf des Frauenmagazins myself aufgesetzt wurde. Der Verkauf muss aber zunächst eine kartellrechtlichen Freigabe durch die zuständigen Behörden erhalten und wird frühestens zum 1. Oktober 2017 wirksam.

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Laut den Medienunternehmen unterstütze der Verkauf die jeweiligen Strategien der Unternehmen. „Wir konzentrieren unsere Aktivitäten und Investitionen konsequent auf unsere globalen Marken und bauen die länderübergreifende Zusammenarbeit aus, um unsere Position als weltweit führendes Luxus-Medienunternehmen zu stärken. Myself könnte von dieser strategischen Linie als nur in Deutschland präsentes Magazin im weltweiten Condé Nast-Portfolio perspektivisch kaum profitieren“, so Moritz von Laffert, Herausgeber von Condé Nast Deutschland.

Die Aussage von Lafferts ist geradezu jämmerlich, hatte der Deutschland-Statthalter des US-Verlagsimperiums doch noch vor kurzem Verkaufsgerüchte vehement dementiert. So hieß es in einem MEEDIA-Artikel vom 16. März dieses Jahres über die angespannte Geschäftslage des Unternehmens:

Ungeachtet des Drucks aus der Konzernzentrale muss sich Laffert seit Monaten mit Gerüchten über einen Verkauf von myself rumschlagen, einem Magazin für die selbstbewusste und starke Frau. Angeblich sollen sich seit Längerem namhafte Medienhäuser für den Titel interessieren. Ausgerufen wurden angeblich Kaufsummen von mehr als 10 Millionen Euro, zuletzt Ende vergangenen Jahres, heißt es in Branchenkreisen. Das Interesse von Investoren ist verständlich. Der Titel verfügt über keine Ableger im Ausland und ist somit als Solitär leichter aus dem deutschen Conde Nast-Reich herauszutrennen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist deshalb seit Monaten damit beschäftigt, jegliche Verkaufsabsichten zu dementieren – erneut auch gegenüber Meedia: „Das Interesse unterschiedlicher Player im Markt an myself sehen wir als Ursprung dieser seit geraumer Zeit kursierenden Gerüchte und zugleich als besten Beweis für die Stärke und Attraktivität der Marke. Wir sind froh und stolz myself in unserem Portfolio zu wissen, ein Verkauf steht daher nicht zur Diskussion. Entsprechend haben wir keinen Anlass diesbezügliche Spekulationen näher zu kommentieren.“

Immerhin das Lob der mutmaßlich neuen Eigentümer klingt echt. „Myself ist ein hochmodernes Magazin mit einer klaren Struktur und einem hohen journalistischen Anspruch. Wir möchten die Marke ausbauen, und zwar im Print- wie auch im Digitalbereich. myself soll wachsen, und das mithilfe des Knowhows und der Unterstützung von Funke Digital in Berlin, insbesondere auch im Social-Media-Bereich“, sagt Michael Geringer, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften.

Kündigungen soll es nicht geben. Funke hat angekündigt, das Redaktionsteam um Chefredakteurin Sabine Hofmann komplett übernehmen zu wollen. Derzeit würde neue Räume in München gesucht.

Myself ist ein seit 2005 monatlich erscheinendes Frauenmagazin, das unter anderem die Themen Mode, Gesundheit und Wohnen abdeckt. Vor einem halben Jahr scheiterte der Verkauf des Magazins an den verschiedenen Preisvorstellungen der Unternehmen, nun sei man sich einig.

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