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Steve Jobs‘ Witwe Laurene Powell übernimmt die Mehrheit am US-Traditionsmagazin The Atlantic

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Nächste Übernahme eines Prestigemediums durch das große Geld aus dem Silicon Valley: Vier Jahre nachdem Amazon-CEO Jeff Bezos die Washington Post übernommen hat, sichert sich nun Laurene Powell Jobs, Witwe des verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs, über ihre Investmentgesellschaft Emerson Collective die Mehrheit am US-Magazin The Atlantic. In den kommenden fünf Jahren dürfte Powell Jobs das 160 Jahre alte Traditionsmagazin komplett übernommen haben. Zuvor hatte Jobs’ Witwe bereits in das aufstrebende Tech-Portal Axios investiert.

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Der bisherige Eigentümer und Vorsitzende von Atlantic Media, David Bradley, verkündete den Wechsel der Mehrheitsverhältnisse am Freitag in einem Schreiben an die Belegschaft.

„Auch wenn ich noch einige Jahre an Bord bleibe, liegt die folgenreichste Entscheidung meiner Karriere nun hinter mir: Wer wird die Verantwortung über diesen 160 Jahre alten nationalen Schatz übernehmen? Die Antwort in Form von Laurene fühlt sich für mich unvergleichlich richtig an“, schrieb Bradley in seinem Memo.

Komplettübernahme von The Atlantic durch Powell Jobs wahrscheinlich

Der 64-Jährige habe zuletzt einsehen müssen, dass seine drei Söhne nicht die Führung von The Atlantic übernehmen wollten. Laurene Powell Jobs habe noch größere Ambitionen als er selbst, erklärte Bradley, der dem US-Magazin noch drei bis fünf Jahre als Vorsitzender und Minderheitsanteilseigner erhalten bleiben wolle.

Bradley erklärte in seinem Schreiben an die Belegschaft weiter, er rechne damit, dass Powell Jobs in den kommenden Jahren über ihre 2004 gegründete Investmentgesellschaft Emerson Collective komplett die Mehrheit übernehme.

The Atlantic erscheint mit einer Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren
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Welchen Preis die 53-jährige Witwe des 2011 verstorbenen Apple-Gründers für The Atlantic bezahlt, wurde nicht bekannt. Bradley hatte das monatlich erscheinende US-Traditionsmagazin, das in erster Linie das politische Geschehen in Washington kommentiert, 1999 für 10 Millionen Dollar erworben.

The Atlantic erschien 2016 mit einer monatlichen Auflage von rund 500.000 Heften, während die Webseite theatlantic.com im Mai zuletzt über 42 Millionen Besucher verzeichnete. Das beliebte Wirtschaftsportal Quartz, das von Atlantic Media 2012 gegründet wurde, ist von der Übernahme ebenso wenig  betroffen wie die Atlantic-Publikationen Government Executive  und National Journal.

Jobs-Witwe Laurene Powell hat bereits mehrfach in Journalismus investiert

Laurene Powell Jobs hat über ihre Investmentgesellschaft Emerson Collective in der Vergangenheit bereits in publizistische Angebote investiert – u.a. in die Non-Profit-Portale Marshall Project und ProPublica, das investigativen Journalismus unterstützt und in das in diesem Jahr gelaunchte Newsportal Axios.

Powells Vermögen, bestehend aus dem Erbe von Steve Jobs, wird von Forbes Magazine auf mehr als 20 Milliarden Dollar geschätzt. Der Löwenanteil des Vermögens stammt allerdings nicht aus Apple-Aktien, sondern aus Anteilsscheinen von Disney, die Jobs für den Verkauf von Pixar 2006 erhalten hatte.

Hätte Powells Ehemann (vor ihrem Kennenlernen) Mitte der 80er-Jahre nach seinem Ausscheiden bei Apple nicht wutentbrannt seine Anteile am Computerpionier verkauft, wäre Powell Jobs heute der reichste Mensch der Welt. Steve Jobs‘ ursprünglicher Anteil an Apple (11 Prozent der Aktien) wäre inzwischen nämlich 88 Milliarden Dollar wert.

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