Constantin-Vorstand Oliver Berben fordert Ausweitung der Filmförderung und plant TV-Serie zu „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“

Oliver Berben, Vorstand für TV, Entertainment und digitale Medien bei Constantin Film
Oliver Berben, Vorstand für TV, Entertainment und digitale Medien bei Constantin Film

Constantin Film entwickelt zurzeit eine achtteilige TV-Serie über das Schicksal von Christiane F. und die "Kinder vom Bahnhof Zoo". Dafür konnte die Produktionsfirma die "Weissensee"-Drehbuchautorin Annette Hess gewinnen. Angesichts der wachsenden Macht von US-Streamingdiensten fordert Constantin-Vorstand Oliver Berben eine Ausweitung der Filmförderung.

Anzeige

„Die finanziellen Anreize im Bereich der High End Produktionen im herkömmlichen und digitalen TV-Bereich müssen massiv nach oben gefahren werden“, sagt Oliver Berben, Vorstand für TV, Entertainment und digitale Medien bei Constantin Film, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Nur durch eine Ausweitung der deutschen Filmförderung könnten deutsche TV-Produktionsfirmen im Zeitalter der Digitalisierung und der Streamingdienste überhaupt nur wettbewerbsfähig bleiben.

„Die Politik muss ein Umfeld schaffen, das unserem Land dabei hilft in den neuen digitalen Märkten innovativ und wettbewerbsfähig aufzutreten“, forderte Berben. Es ginge um den Erhalt der deutschen TV- und Filmindustrie, so Berben.. Ohne weitere finanzielle Unterstützung und die richtige Kanalisierung des vorhandenen Geldes verliere die deutsche Fernsehindustrie sonst den internationalen Anschluss.

Zurzeit arbeitet Constantin Film an einer neue Fernsehserie zu Christiane F.s Bestseller „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, der 1981 bereits als Kinofilm adaptiert wurde. Annette Hess entwickelt zusammen mit fünf weiteren Autoren seit ein paar Monaten das Drehbuch. „Das moderne serielle Erzählen bietet die Möglichkeit, Christianes Leben und das der anderen Kinder aus verschiedenen Perspektiven ohne Auslassungen und historisch genau abzubilden: umfassend intensiv und schonungslos“, so die Drehbuchautorin. Neben den Problemen der Jugendlichen mit Drogenabhängigkeit und Kriminalität werden auch die Sichtweisen der Eltern beleuchtet, die ihre Kinder alleine lassen. „Die Serie wird zum Sittenbild einer Zeit der Extreme, Süchte und des drohenden, linksextremen Terrors“, so Annette Hess. „Es gibt deutliche Parallelen zum Heute. Die Jugend ist immer der Seismograf einer Gesellschaft.“ Das Buch ist schon einmal verfilmt worden – 1981 fürs Kino. Der Film hatte damals knapp fünf Millionen Kino-Zuschauer.

Zudem werde unter der Produzentin Sarah Kirkegaard und nach den Drehbüchern von Rodica Döhnert gemeinsam mit der ARD Degeto und dem RBB die Geschichte über das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) verfilmt, sagt Berben. Drehbeginn sei 2018.

Mit Material der Dpa.

Anzeige
Anzeige
Anzeige