Anzeige

Twitter-Quartalszahlen: „Trump-Effekt“ schon wieder vorbei – keine neuen Nutzer, aber größere Verluste und sinkende Umsätze

Twitter-CEO Jack Dorsey
Twitter-CEO Jack Dorsey

Der zähe Kampf um den Turnaround geht bei Twitter weiter. Bei Vorlage der neusten Geschäftsbilanz für das abgelaufene zweite Quartal gelang CEO Jack Dorsey erneut nicht der Befreiungsschlag. Im Bilanzzeitraum zwischen April und Juni hatte der Social Media-Pionier erneut eine rückläufige Geschäftsentwicklung zu beklagen: Der Umsatz ging um weitere 5 Prozent auf 574 Millionen Dollar zurück, während sich der Verlust wieder um 9 Prozent auf 116 Millionen Dollar ausweitete. Weil auch die Nutzerentwicklung in den vergangenen 90 Tagen stagnierte, bricht die Aktie weiter ein.

Anzeige
Anzeige

Der „Trump-Bump“ ist offenbar schon wieder Geschichte: Konnte der 140-Zeichen-Dienst im März-Quartal im Zuge der Aufmerksamkeit um die Twitter-Aktivitäten des neuen US-Präsidenten noch 9 Millionen neue Mitglieder verbuchen, hat sich dieser Effekt drei Monate später bereits wieder verflüchtigt.

Per Ende des zweiten Quartals verbucht Twitter nämlich immer noch genau so viele monatlich aktive Nutzer wie vor 91 Tage zuvor: 328 Millionen. Zwar entsprach das einem Nutzer-Wachstum 5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, allerdings 0 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

„Trump Bump“ schon wieder zu Ende: Twitter verliert zwei Millionen Nutzer in den USA

Die Wall Street hatte mit einer weiter anziehenden Nutzerentwicklung gerechnet – nämlich einem Plus von 4 Millionen. Besonders alarmierend: In den USA verlor Twitter in den vergangenen drei Monaten sogar 2 Millionen Nutzer.

Zweiter Umsatzrückgang in Folge, Verluste wieder ausgeweitet
Anzeige

Auch in Dollar und Cent entwickelten sich die Geschäfte für Twitter weiter beunruhigend. Der Umsatz ging bereits das zweite Quartal in Folge zurück: Nach 602 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum im Vorjahr erlöste Twitter nunmehr nur noch 574 Millionen Dollar.

Das Minus von 5 Prozent übertraf allerdings immer noch die düsteren Wall Street-Schätzungen übertraf, die noch bei 538 Millionen Dollar gelegen hatten. Auf dem Heimatmarkt USA betrug Twitters Anzeigenminus jedoch bereits 14 Prozent auf 269 Millionen Dollar – die schwächste Erlösentwicklung seit über einem Jahr.

Die Verluste weiteten sich unterdessen wieder aus: Das Minus vergrößerte sich von 107 auf 116 Millionen Dollar. Operativ hat Twitter nach Non-GAAP-Bilanzierungstandard immerhin 56 Millionen Dollar bzw. 8 Cent je Anteilsschein verdient und konnte damit immerhin die Analysenerwartungen überbieten.

Trotzdem überwog an der Wall Street die Enttäuschung über die schwache Nutzerentwicklung: Die Twitter-Aktie fiel im vorbörslichen Handel, wie bei 6 von 8 Bilanzvorlagen von Jack Dorsey, erneut zurück. Das Minus beträgt happige 10 Prozent auf 17,75 Dollar.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige