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„Ein Monster“: Wall Street-Analyst sieht Netflix auf dem Weg zum 100-Milliarden-Dollar-Medienkonzern

Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben
Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben

Netflix wächst und wächst und wächst. Seit Vorlage der Quartalsbilanz in der vergangenen Woche befindet sich die Aktie des Streaming-Video-Anbieters wieder einmal auf der Überholspur und notiert bei Kursen von knapp 190 Dollar erneut auf neuen Allzeithochs. Glaubt man Richard Greenfield, ist damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Der BTIG-Analyst prognostiziert bis Jahresende Kurssteigerungen bis auf 225 Dollar, die wiederum einem Börsenwert von knapp 100 Milliarden Dollar entsprechen würden.

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Der Boom geht nicht nur ungebremst weiter – das Wachstum beschleunigt sich sogar noch einmal: Das ist die Erkenntnis der Wall Street nach den vor einer Woche vorgelegten Quartalszahlen von Netflix, bei denen der Streaming-Riese einmal mehr die Analysten-Erwartungen pulverisierte.

„Das Unternehmen befindet sich in Fluchtgeschwindigkeit“, hat Richard Greenfield, Analyst beim Finanzdienstleister BTIG, eine neue Superlativ-Metapher gefunden. „Es wird immer offenkundiger, dass Traditions-Medienunternehmen ein Monster geschaffen haben, das nun ihre finanzielle Zukunft gefährdet“, schrieb Greenfield gestern in einer Kurzstudie.

Netflix‘ Siegeszug: Die albanische Armee hat die Welt erobert

Was der BTIG-Analyst damit meint: Die US-Medienriesen haben Netflix lange genug nicht auf der Rechnung gehabt und zunächst mit ihren Produktionsgesellschaften selbst mit Content beliefert. Legendär ist die Fehleinschätzung des langjährigen Time Warner-CEOs Jeff Bewkes, der Anfang des Jahrzehnts gegenüber der New York Times einen bis heute viel zitierten Vergleich mit einem Balkanstaat prägte.

Angesprochen auf die Bedrohung durch den Streaming-Pionier erklärte Bewkes 2010: „Das ist ein bisschen wie die Frage, ob die albanische Armee die Welt erobern wird“. Sieben Jahre später steht fest: Die albanische Armee hat die Welt erobert.

Wall Street sieht auch nach Kursplus von 53 Prozent seit Jahresbeginn weiteres Potenzial für Netflix
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Netflix bringt es bereits auf 104 Millionen zahlende Abonnenten und konnte im jüngsten Quartal sein Mitgliederwachstum auf dem eigentlich saturierten Heimatmarkt USA sogar wieder signifikant steigern, was BTIG-Analyst Greenfield und Wall Street besonders beeindruckte.

Grund dafür sei die „aggressive Inhalte-Produktion / Lizenz-Strategie in Verbindung mit der besten Technologie“, schrieb Greenfield gestern in einer Kurzstudie an Bankkunden.

Die Folge: Der BTIG-Analyst hob das Kursziel auf stolze 225 Dollar an, was gegenüber dem aktuellen Kursniveau von 189 Dollar einem weiteren Aufwärtspotenzial von 19 Prozent entspricht, obwohl die Netflix-Aktie seit Jahresbeginn bereits um 53 Prozent vorne liegt.

Netflix erstmals wertvoller als Time Warner

Mehr noch: Bei Greenfields Kursziel würde sich Netflix in der Bewertung einem anderen Meilenstein nähern: der magischen Schwelle von 100 Milliarden Dollar.

Bereits jetzt kann sich CEO Reed Hastings aber über Netflix‘ bemerkenswerte Bewertung freuen, die durch den rasanten Kursanstieg der vergangenen Woche erstmals die 80 Milliarden Dollar-Marke überschritten hat. Damit wird Netflix an der Wall Street erstmals höher bewertet als Time Warner. Die albanische Armee hat doch gewonnen.

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