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Amazon-Quartalszahlen: Jeff Bezos verfehlt die Gewinnerwartungen – und ist nicht mehr reichster Mann der Welt

Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse
Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse

Die spektakuläre Erfolgsstory geht weiter: Von Quartal zu Quartal kann Amazon die Wall Street mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen überraschen – so auch nach Handelsschluss. Im Juni-Quartal konnte der E-Commerce-Riese mit Umsätzen von genau 38 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen erneut pulverisieren. Wegen steigender Ausgaben gab der Nettogewinn jedoch um 77 Prozent nach. Die Amazon-Aktie, die im regulären Handel noch neue Allzeithochs aufgestellt und Jeff Bezos für ein paar Stunden zum reichsten Mann der Welt gemacht hatte, gibt nachbörslich nach.

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Der große Triumphzug der wertvollsten Internetkonzerne an der Wall Street erreichte im heutigen Handelsverlauf einen neuen Höhepunkt. Nach den starken Quartalszahlen von Facebook, die dem Social Network heute phasenweise ein Plus von 6 Prozent bescherten, notierten die fünf wertvollsten Konzerne der Welt, die allesamt auf dem Tech- und Internetsektor kommen, kurzfristig bei einem Börsenwert von über 500 Milliarden Dollar.

Auch Amazon, die Nummer vier der Welt, stellte in Erwartung eines starken Zahlenwerks zum Handelsstart neue Allzeithochs auf und machte Gründer Jeff Bezos für wenige Stunden zum reichsten Mann der Welt – dann nahmen Anleger Gewinne mit und beendeten Amazons Rekordjagd an der Wall Street.

Amazon übertrifft die Umsatzerwartungen der Wall Street…

Nach Handelsschluss setzte sich der Abwärtstrend fort, weil Amazon bei Vorlage seiner Quartalsbilanz nicht die hochfliegenden Erwartungen der Wall Street traf. Die Umsätze entwickelten sich dabei noch besser als von Analysten prognostiziert.

So setzte der E-Commerce-Riese im zweiten Quartal bereits 38 Milliarden Dollar um – die Wall Street hatte lediglich mit Erlösen in Höhe von 37,2 Milliarden Dollar gerechnet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum zogen die Umsätze damit immer noch um beeindruckende 25 Prozent an.

Treiber der enormen Geschäftsdynamik war wieder einmal die rasant wachsende Cloud-Computing-Sparte AWS (Amazon Web Services), die abermals um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegte und nun bereits mehr als 4,1 Milliarden Dollar erlöste.

…doch der Gewinn bricht um 77 Prozent ein

Bei der Gewinnentwicklung jedoch patzte der Internet-Dino, der zugunsten des Wachstums wieder einmal seine Profitabilität hintangestellt hat.

Nach einem Konzernergebnis von 857 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum konnte Amazon in den 91 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juni nunmehr lediglich ein Plus von 197 Millionen Dollar einfahren. Ohne die Gewinne der Cloudsparte AWS hätte Amazon gar einen Verlust von 288 Millionen Dollar verbucht.

Unter dem Strich verdiente Amazon im zweiten Quartal 77 Prozent weniger und blieb beim Gewinn je Aktie in Höhe von 0,40 Dollar sehr deutlich unter den Wall Street-Schätzungen, die bei einem Gewinn je Anteilsschein von 1,42 Dollar gelegen hatten.

Die Folge: Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Amazon-Aktie im nachbörslichen Handel um rund 2 Prozent auf 1020 Dollar nach unten.

Jeff Bezos nicht mehr reichster Mann der Welt

Für Konzernchef Jeff Bezos hatte der Kurseinbruch von in der Spitze 6 Prozent gegenüber den Höchstkursen im Handelsverlauf ganz andere Konsequenzen.

Mit einem Vermögen von nunmehr 88,7 Milliarden Dollar ist Bezos wieder der zweitreichste Mann der Welt. Microsoft-Gründer Bill Gates darf sich zumindest eine weitere Nacht als reichster Mann der Welt fühlen.

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