Alphabet-Quartalszahlen: EU-Strafe schmälert den Konzerngewinn der Google-Mutter deutlich

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Margrethe Vestager, EU-Wettbewerbskomissarin, wirft Google "unfairen Wettbewerb" vor

Google-Mutter Alphabet liefert weiter: Der wertvollste Internetkonzern der Welt hat bei Vorlage seiner jüngsten Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal erneut die Erwartungen der Wall Street übertroffen und mit Erlösen von 26 Milliarden Dollar so viel umgesetzt wie nie im Dreimonatszeitraum zwischen Anfang April und Ende Juni. Die Rekord-Wettbewerbsstrafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro, die die EU-Kommission Ende Juni verhängt hatte, drückte den Nettogewinn jedoch empfindlich auf 3,5 Milliarden Dollar. Die Aktie gibt nachbörslich nach.

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Showdown an der Wall Street: Nachdem in der vergangenen Woche bereits Netflix und Microsoft ihre Zahlenwerke für das abgelaufene Quartal vorgelegt hatten, nimmt die die sogenannte Berichtssaison der weltgrößten US-Tech- und Internet-Unternehmen in dieser Woche nun voll Fahrt auf.

Alphabet, mit einem Börsenwert von inzwischen über 680 Milliarden Dollar der mit Abstand wertvollste Internetkonzern der Welt, präsentierte nach Handelsschluss erneut besser als erwartete Quartalszahlen. Zwischen Anfang April und Ende Juni erlöste der Internet-Gigant aus Mountain View vor Abzug von Traffic-Akquisitionskosten 26,01 Milliarden Dollar.

Alphabet durchbricht auf 12-Monatssicht erstmals 100 Milliarden Dollar-Marke

Die befragten Analysten hatten durchschnittlich mit 25,64 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Alphabet noch 21,5 Milliarden Dollar erlöst und konnte damit einen weiter beachtlichen Erlöszuwachs von 21 Prozent verzeichnen. Auf 12-Monatssicht setzte Alphabet erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar um.

Netto verdiente der wertvollste Internetkonzern im zweiten Quartal des Jahres allerdings wegen der Ende Juni verhängten Rekord-Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission über 2,42 Milliarden Euro allerdings deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum.

Strafe der EU-Kommission drückt Quartalsgewinn

Nach 4,88 Milliarden Dollar blieben nunmehr unter dem Strich 3,52 Milliarden Dollar in Mountain View hängen. Ohne die Belastungen der EU-Strafe hätte Alphabet nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard bereits 6,26 Milliarden Dollar verdient.

Trotzdem entwickelten sich Alphabets Gewinne immer noch besser als von Analysten erwartet. So übertraf der Gewinn je Aktie mit 5,01 Dollar deutlich die Konsensschätzungen der Wall Street, die noch bei 4,46 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten.

 „Andere Wetten“ verbrennen 772 Millionen Dollar

Die „Anderen Wetten“ (wie die Smart Home-Sparte Nest, das selbstfahrende Auto oder etwa  Project Loon), die Alphabet in der Holding-Struktur nun gesondert ausweist, grenzten ihre Verluste unterdessen etwas ein.

Während die Erlöse um 34 Prozent auf 248 Millionen Dollar gesteigert wurden, reduzierten sich die Nettoverluste um 10 Prozent von 855 auf 772 Millionen Dollar.

Die Wall Street zeigte sich von Bilanz allerdings überwiegend enttäuscht und schickte die Alphabet-Aktie, die im Handelsverlauf noch knapp an der 1000-Dollarmarke und an neuen Allzeithochs vorbei geschrammt war, nachbörslich um 3 Prozent auf 970 Dollar nach unten.

 

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