Anzeige

N24 und N-TV stoppen Türkei-Werbespots mit Lukas Podolski und Wirtschaftsbossen

Lukas Podolski bewirbt in einem Imagespot die Türkei
Lukas Podolski bewirbt in einem Imagespot die Türkei

Am Donnerstag verkündete Außenminister Sigmar Gabriel deutlich verschärfte Sicherheitshinweise für Reisen in die Türkei und warnte außerdem vor Investitionen in dem Land. Doch vor und nach der Übertragung von Gabriels Rede sendeten sowohl N24 als auch N-TV Werbefilme für den Wirtschaftsstandort Türkei. Beide Sender verkündeten im Anschluss, die Spots jetzt aus dem Programm zu nehmen.

Anzeige

Die Werbespots sind Teil einer breit angelegten Imagekampagne, in der der Wirtschaftsstandort Türkei beworben und das Bild der Türkei in der Welt verbessert werden soll. Dazu gehört unter anderem ein Clip mit Lukas Podolski, in dem er schwärmt: „Come to Turkey, discover your own story.“

An der Kampagne nehmen außerdem zahlreiche internationale Großkonzerne teil, wie zum Beispiel Nestlé, Vodafone, Ford und Toyota. Diese Unternehmen gerieten wegen der Kampagne stark unter Druck, Nestlé gab Mitte April sogar bekannt, seine seine Teilnahme bis auf weiteres zu stoppen.

Am Donnerstag verkündete Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) eine komplette Neuausrichtung der deutschen Türkeipolitik und warnte außerdem die Wirtschaft vor Investitionen in der Türkei. Während der Übertragung seiner Ansprache kam es zu einer skurrilen Situation, denn sowohl N24 als auch N-TV zeigten davor und danach eben jene Türkei-Werbespots.

Noch am selben Tag entschieden die Sender, die Werbefilme komplett aus ihrem Programm zu nehmen. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärt die N24-Sprecherin Kristina Faßler: „Auch wenn wir klar zwischen Programm und Werbung trennen, ist es uns auch wichtig, unser Publikum in Anbetracht der neuesten Entwicklungen nicht zu irritieren.“ Die Zeitung zitiert außerdem eine Sprecherin von RTLs Vermarktungsfirma IP Deutschland, die auch die Werbezeiten bei N-TV verkauft: „Nachdem sich die politische Lage in den letzten beiden Tagen grundlegend verändert hat und der Bundesaußenminister inzwischen vor Investitionen in der Türkei öffentlich warnt, halten wir eine weitere Ausstrahlung der Kampagne für nicht sinnvoll.“

Anzeige
Anzeige