Anzeige

Harald Schmidt im profil-Interview zum Thema Freiheit der Satire: „Es geht heute deutlich weniger als noch vor zehn, 15 Jahren.“

Harald Schmidt im profil-Interview: „Satire ist etwas für eine gewisse westliche Klientel“
Harald Schmidt im profil-Interview: "Satire ist etwas für eine gewisse westliche Klientel"

Harald Schmidt hat sich in einem Interview mit dem österreichischen Magazin profil zum Thema Satire-Freiheit im Zusammenhang mit dem Fall Böhmermann geäußert. Vom türkischen Staatspräsidenten verklagt zu werden, sei "ja wohl der größte Karriereschub, der ihm passieren konnte." Allgemein ist Schmidt der Meinung, dass heute in der Satire "deutlich weniger" geht als noch vor einigen Jahren.

Anzeige

Er selbst habe vor Witzen über den Islam „vollständig und mit Ansage“ die Finger gelassen. so Schmidt gegenüber profil (hier das vollständige Interview, kostenpflichtiger Blendle-Link). Seine Begründung: „Weil mir früh klar war, dass Satire etwas für eine gewisse westliche Klientel ist, und dass es sinnlos ist, da zu missionieren. Ich lasse mir auch sofort Feigheit vorwerfen, aber ich meine, ich bin Conférencier und kein Heldendarsteller.“

Neidisch sei er nicht auf den „Karriereschub“ für Jan Böhmermann wegen der Erdogan-Klage. Er glaube sich ausmalen zu können, was da hinter den Kulissen los war: „Das geht ja bis in den privaten Bereich hinein. Das braucht man nicht unbedingt. Ich habe früher schon auch Ärger gekriegt, aber das war immer im rechtsstaatlichen Rahmen. Ich hatte aber auch genau im Kopf, was man sagen kann und was nicht. Und man muss sagen: Es geht heute deutlich weniger als noch vor zehn, 15 Jahren.“

Schmidt spricht u.a. auch über die Wahl Donald Trumps: „Es war mir egal, weil ich nicht amerikanischer Staatsbürger bin. Was auf unseren Gartenpartys zur Zeit wahnsinnig anstrengend ist: Nach zehn Minuten kommt der erste mit Aperol Spritz in der Hand und erklärt einem, was Trump für ein Trottel ist. Was geht in diesen Leuten vor? Glauben Sie, dass man ihnen zu ihrer brillanten Analysefähigkeit gratuliert? Blitzscharfes Gehirn! Das verleidet einem derzeit ein bisschen die Grillfeste.“

Und über seinen Job als Videoblogger für Spiegel Daily: „Eine sensationelle Form für mich: keine Redaktion, kein Team, Handy, zack, ab nach Hamburg. Heute habe ich auf dem Flughafen in Köln gedreht, am Gang zum Einchecken, und erklärt, wohin ich unterwegs bin. Leider habe ich erst hier erfahren, dass es Bad Vöslau heißt und nicht Bad VÖslau.“

In Bad Vöslau fand das sehr lesenswerte Interview mit profil statt.

Anzeige
Anzeige