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#trending: der erste weibliche „Doctor“, der Social-Media-Gigant Roger Federer – und die Marching Band der französischen Armee

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Guten Morgen! Manchmal sind Social-Media-Hits unvorhersehbar, basieren auf Zufällen. Manchmal sieht man aber auch Bilder, liest etwas - und weiß: Das geht bei Facebook durch die Decke. Am Freitag war das bei mir der Fall, als ich die Marching Band der französischen Armee live bei der Militärparade des Nationalfeiertags in Paris im Fernsehen sah, wie sie ein Daft-Punk-Medley anstimmte. Und es ist genau so gekommen: Mehr als 20 Mio. Video Views erreichte die Band allein bei den fünf größten Facebook-Quellen, die ich gefunden habe.

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#trending // News & Themen

Zwei Themen stachen am Sonntag in den sozialen Netzwerken aus der Masse heraus: die Jahresfeier des gescheiterten Putschversuchs gegen den türkischen Präsidenten Erdogan, sowie das Neonazi-Konzert im thüringischen Ort Themar. Beim Türkei-Thema sorgten natürlich die Zitate von Erdogan für Schlagzeilen, man werde „den Verrätern die Köpfe abhacken“. Die Welt (4.000 Interaktionen) und Bild (3.400) sammelten hier viele Reaktionen bei Facebook und Twitter ein. Top-Artikel war in diesem Zusammenhang aber die bizarre Welt-Story, Erdogan hätte automatische Botschaften auf Handys von Kunden der Mobilfunk-Anbieter Turkcell und Vodafone geschickt. Sie sammelte mehr als 9.100 Likes & Co. ein.

Zum Neonazi-Konzert in Thüringen erreichte der Spiegel-Online-Artikel „Ein Dorf wehrt sich“ die meisten Interaktionen: 6.200. Direkt dahinter folgt Tag24 mit einer gänzlich anderen Headline: „Themar: Warum protestierten nur so wenige gegen Tausende Nazis?“ kam auf 5.200 Interaktionen. Bei Twitter sorgte die HuffPost mit dem Artikel „In Südthüringen feierten 6000 Neonazis – auf dem Grundstück eines AfD-Politikers“ für den zweitstärksten deutschsprachigen Artikel des Tages: mit 750 Likes und Retweets.

#trending // Social Media

Doppelsieg für Roger Federer: Mit seinem Triumph in Wimbledon sorgte er am Sonntag für den erfolgreichsten Facebook-Post und den erfolgreichsten Tweet der Welt. Auf Facebook erreichte „#19 tastes great #wimbledon“ (es war sein 19. Grand-Slam-Titel) mit dem Pokal-küssenden Tennis-Star bis Mitternacht über 600.000 Likes, Reactions, Shares und Kommentare. Auf Twitter kam der gleiche Text und das gleiche Bild auf ebenfalls grandiose 360.000 Likes und Retweets. Auf Instagram erreichte Federer ebenfalls über 600.000 Likes, doch hier landete er hinter diversen Sternchen, Fußballern, etc. In dem Bilder-Netzwerk sind die Nutzer einfach schneller beim „Like“-Klicken.

#19 tastes great #wimbledon

Posted by Roger Federer on Sonntag, 16. Juli 2017

#trending // Wahljahr 2017

Das innenpolitisch wichtigste Thema des Tages war wohl die Vorstellung des „Zukunftsplans“ des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Aufmacher bei News-Websites, in TV-Nachrichten, usw. Martin Schulz selbst erreichte auf Facebook mit seinem Livestream (und anschließend mit der Aufzeichnung) 122.000 Video-Views, sowie 6.000 Likes & Co. Die SPDkam noch einmal auf 70.000 Views, sowie 3.500 Interaktionen. Für die erfolgreichste Antwort eines politischen Konkurrenten sorgte die FDP, die selbstbewusst postete: „Martin Schulz spricht über ein modernes Deutschland: Falls er noch einen Experten einladen wollte, wir wüssten da einen.“ Das Foto zum Text zeigte natürlich Christian Lindner. 2.600 Interaktionen kamen zusammen.

#trending // Entertainment

In den USA lief am Sonntagabend die neue „Game of Thrones“-Staffel an, doch für die Entertainment-Schlagzeile des Tages sorgte die BBC: Sie verkündete am Sonntag, wer der 13. „Doctor“ in der legendären TV-Serie „Doctor Who“ sein wird. Und die Verkündung wurde zu einer kleinen Sensation, denn der „Doctor“ wird erstmals von einer Frau gespielt: Jodie Whittaker. Der 55-Sekünder, in dem die Nachricht verkündet wurde, sammelte allein auf Facebook 5 Mio. Views ein, hinzu kommen potenzielle weitere Millionen auf der BBC-Website, auf der der dazu gehörende Artikel 93.000 Facebook- und Twitter-Interaktionen erzielte.

Meet the Thirteenth Doctor #DoctorWho

Posted by Doctor Who on Sonntag, 16. Juli 2017

#trending // Worldwide

Auch die Militärparade am Nationalfeiertag in Paris könnte eigentlich in die Kategorie „#trending // Entertainment“ passen. Für die größte Aufmerksamkeit sorgte sie nämlich nicht wegen der präsentierten Panzer und Raketen, auch nicht wegen irgendwelcher erneuten Handschlag-Situationen zwischen den Trumps und den Macrons – sondern wegen eines Daft-Punk-Medleys, das die Marching Band der französischen Armee zum Besten gab. „Get Lucky“, „Harder, Better, Faster, Stronger“ und „One More Time“ spielte sie – und sorgte bei Emmanuel Macron für amüsiertes Grinsen, bei Donald Trump eher für Irritationen. Womöglich hat Trump aber auch noch nie einen der Hits der französischen Elektro-Popper gehört.

Wie auch immer: Verschiedene Videos des Auftritts wurden überall im Netz veröffentlicht. Bei Facebook sorgte allein das Video des Guardian für fast 6 Mio. Views, das der britischen Channel 4 News für 5 Mio., das des französischen BFM TV für 4,3 Mio., das des Independent 3,5 Mio., das von Le Monde 2,8 Mio., usw. Auf YouTube kommen noch einige weitere Millionen Views hinzu.

A French army marching band medleys Daft Punk at the end of the Bastille Day parade on Friday. The band plays an assortment of hits including Get Lucky; Harder, Better, Faster, Stronger and One More Time.

Posted by The Guardian on Freitag, 14. Juli 2017

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Bild – „Er tötete 21 Tiere – Katzen-Killer muss 16 Jahre in den Knast“ (12.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Stuttgarter Nachrichten – „Schorndorfer Straßenfest: Schwere Krawalle und sexuelle Übergriffe überschatten Fest“ (1.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): stern – „Pfusch an der Seele

Google-SuchbegriffGame of Thrones Staffel 7(50.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteMichael Kessler(425.900 Abrufe)

Youtube-Video: KMNGANG – „MIAMI YACINE – BON VOYAGE prod. by AriBeatz (Official 4K Video)

Song (Spotify): DJ Khaled – „Wild Thoughts“ (353.100 Stream-Abrufe aus Deutschland am Samstag)

Musik (Amazon): Various – „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert Vol.4 Deluxe

DVD/Blu-ray (Amazon): „Logan – The Wolverine“ (Blu-ray)

Game (Amazon): „Crash Bandicoot N.Sane Trilogy“ [PlayStation 4]

Buch (Amazon): Jean-Luc Bannalec – „Bretonisches Leuchten: Kommissar Dupins sechster Fall“ (Broschiert)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Alle Kommentare

  1. Wenn also Dr. Who und Westeros(?) von einer Frau angeführt werden, müsste Furtwängler endlich Konsequenzen ziehen und auf jedem Parteitag auftreten bis jede Abstimmung beschliesst, das alle Sprech-Rollen (und soweit Sinnvoll die Statisten) paritätisch zu besetzen sind.
    Ehe für alle wurde in einer Woche durchgesetzt. Kein Parteitag wird ihren Besuch ablehnen.
    Hier gibt es genug Leser, welche Frau Furtwängler persönlich kennen und von der Idee überzeugen können.
    http://meedia.de/2017/07/13/studie-von-maria-furtwaenglers-stiftung-frauen-im-fernsehen-deutlich-unterrepraesentiert/

    – Autos verkaufen Panagiota Petridou oder Stefan und Dragan
    – Für die Familie kocht Mutter Beimer oder Robert Geiss
    – Professionell kochen tun Henssler, Lafer oder ??? Rachel Khoon (wer sonst noch ?)
    – Im TV Backen tun diverse Moderatorinnen, welche Männer ?
    – Show-mäßige Tanzeinlagen für Traumschiff oder TV-Sendungen können Mendere

    Jeder Delegierte soll ihr dann Jobs nennen wo es nur ein Geschlecht gibt oder für immer schweigen so wie er schon von der Ehe für Alle neulich besiegt wurde. Per Realtime-Twitter würden ihr dann – hoffentlich – Gegenteilige TV-Rollen am Parteitag gemeldet. Ihre Rede sollte extra-kurz und wirksam sein denn Supersportwagen oder auch Akkus werden immer leichter und haben immer mehr PS. Alle Filmförderungen und ÖR-Aufträge sollten paritätisch besetzt werden und wer nicht mitmachen will kommt auf öffentliche Listen und kriegt keine Filmförderung mehr. Der Casting-Verantwortliche steht im Abspann. Also macht er die Liste der Geschlechts-Verteilung. Denn sogar Dr.Who ist jetzt weiblich. Sherlock Holmes wohl noch nicht, aber Dr. Watson ist schon weiblich und Wonderwoman-„Frauenfilm“ war ein frischer gigantischer Finanz-Erfolg der sich nicht abstreiten lässt.
    Und jeder wahre Schauspieler und Kamera-Mann sorgt dafür, das jeder seiner/ihrer Jobs bei IMDB eingetragen ist und man es kostenlos weltweit nachlesen kann. IMDB ist wie diese Titelbilder-Mappen bei Supermodels. Nur das es kostenlos im Internet betrieben wird und wohl seit dem Kauf durch Amazon nicht mehr viel weiterentwickelt wurde.

    Die Idee ist zwar keinen Nobelpreis wert, aber in einem harten schnellen Durchmarsch auf allen Parteitagen oder Landtags-Letzter-Sitzung-vor-den-Schulferien kann die 5-tägige-Realisierung von „Ehe für Alle“ eine gigantische Welle erfolgreicher „Nach-Beben“ zur Volksverbesserung durchsetzen. Schade das keine einzige Partei damit beweist, das sie wahlwürdig ist und wirklich Bürgers Probleme löst.

    Keiner kann Furtwängler ablehnen wenn sie auf dem Parteitag den Antrag stellen will. Und dann sieht man, welche Parteien lieber Stefan und Dragan im TV Autos verkaufen lassen anstatt Panagiotta und wer lieber Mutter Beimer kochen und seine Feier im TV lassen will statt Robert Geiss.
    Der Plan ist so einfach, das vielleicht nur noch Homo-Hasser/Sexisten oder Leute ihn ablehnen, welche jedes Jahr Förder-Gelder ausgeben wollen statt das Problem endlich mal erfolgreich zu lösen… Mietpreisbremse hat ja wohl nicht so toll (für möblierte Wohnungen) funktioniert. Hat Lindner das damals schon vorhergesagt ? Oder AfD ? Oder Putin-Trolle ? Oder die heutigen Deutschland-Kurier-Mitarbeiter ? …

    Wer überzeugt Alice Schwarzer oder andere bekannte Frauen, die Idee offen zu verkünden und einzufordern damit sie nicht im Eingangs-Post-Stapel verloren geht sondern im Sommerloch wirklich realisiert wird ? Startet einen Twitter-Wind oder wie das heisst. Sammelt die Partei-Termine (öffentliche und Hinterzimmer-Treffen) und überzeugt Furtwängler, es durchzuziehen oder von 20 Kameras gefilmt nicht reingelassen zu werden. Schreibt modulare – kurze knappe überzeugende – Rede-Snippets und Beispiele welche es jedem (ausser lernbefreiten Homo-Hassern und Sexisten) klar verdeutlichen. Am besten natürlich im Ausland wo man nicht unter einem Vorwand verboten wird und Meinungsfreiheit noch existiert. Der Feind will mit bezahlten Hass-Postings sicher Unruhe und Verbietung bewirken und das Image schwächen. Das kalkuliert man als schlaue sparsame fleissige Frau natürlich – vorher – ein wie die peinlichen oder Alkohol-Kranken Verwandten welche man bei manchen Events leider einladen muss.

    Oder dürfen wir nächstes Jahr 2.0 von
    http://meedia.de/2017/07/13/studie-von-maria-furtwaenglers-stiftung-frauen-im-fernsehen-deutlich-unterrepraesentiert/
    lesen ohne das was passiert ist ? Die ungerechten Löhne, die mangelnde Digital-Durchsetzung, die angeblich hohen (Haustarif-)Löhne welche praktisch keiner wirklich bekommt weil man nur als Diplom-Mindestlohn-Zulieferer für die DAX-Konzerne arbeitet usw. werden ja jedes Jahr fast wort-gleich zur gleichen Zeit immer wieder von den entsprechenden Organisationen verkündet. Schlimm das Neuwähler so schlecht von Eltern, Schule und Presse informiert sind. 30% Scheidungsquote beweisen glasklar den durchgängigen Bildungs-Mangel…

    Wer sein Studienergebnis jährlich wiederholt, hat ein Jahr lang wohl mit seinem Stiftungs-Personal (und in diesem Falle mit Xing und einem Milliarden-Konzern und DLD-Konferenz usw. im Rücken) wohl nicht viel am Problem geleistet bekommen – sonst würde die neue Studie dann ja anders klingen – und vielleicht fast nur Mietraum in vielleicht vermeidbar teuren Mietgebieten belegt und vielleicht mit seinen Mitarbeitern vielleicht sogar noch den Wohnraummangel gestützt… Doch sogar Dr. Who wurde jetzt weiblich und somit ist BBC anscheinend mal wieder besser als Deutschlands Organisationen und wohl auch (Frauen-)Stiftungen und jeder Parteitag (Lindner ist gemeint) sollte beschliessen, endlich aus der GEZ auszutreten. Schade das Petry es nicht auf jedem Konkurrenz-Parteitag oder Landtags-Abschluss-Sitzung endlich öffentlich fordert und den Antrag wirksam stellt. Lindners NRW-Koalitions-Vertrag hätte es besser mal enthalten müssen.

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