Verschwörungstheorien und „gutes Bildungsfernsehen“: das kontroverse YouTube-Phänomen KenFM

Ken Jebsen
Ken Jebsen

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder: Ken Jebsen ist der Unberührbare der deutschen Medienszene, die scheinbare Quersumme aus Pegida, AfD und Alu-Hut-Trägern. Zu seiner Verfemung hat der ehemalige RBB-Moderator einiges beigetragen – unberechtigt ist sie trotzdem. Denn Jebsen ist vieles nicht, was man ihm vorwirft. Und er macht mitunter wirklich gutes Fernsehen.

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Von Hendrik Steinkuhl

Am Ende jeder seiner Sendungen sagt Ken Jebsen: „Meine Zielgruppe bleibt … Der Mensch!“, und auch wenn das ein tief empfundenes Bekenntnis sein mag, ist es furchtbar prätentiös. Ja, vieles an diesem Mann nervt, weil er nicht verstanden hat, dass weniger oft mehr ist.

Vor sechs Jahren verlor Ken Jebsen seine wöchentliche Radio-Show KenFM, mutmaßlich deshalb, weil er einem Hörer in einem Chat Missverständliches über den Holocaust mitgeteilt hatte. Dieses „krude Geblubber“, wie es Anna Marohn in der Zeit zutreffend nannte, erreichte Henryk M. Broder, der bekanntermaßen ebenso wenig wie Jebsen begriffen hat, dass weniger oft mehr ist und das Gefasel deshalb an die große Glocke hängte, was zu Jebsens Suspendierung führte.

Kurze Zeit später durfte der Moderator wieder auf den Sender. Der RBB war zu dem Schluss gekommen, dass Jebsen weder Antisemitismus verbreitet, noch den Holocaust geleugnet hatte. Zwei Wochen danach wurde Jebsen schließlich doch gefeuert. Angesichts der Vorgeschichte und der halbgaren Begründung, wonach zahlreiche seiner Beiträge nicht den Standards des RBB entsprochen hätten, darf man annehmen, dass KenFM dem äußeren Druck auf den Sender zum Opfer fiel.

Zu oft verfällt Jebsen in ein grelles Agitations-Stakkato

Vor 20 Jahren wäre die öffentliche Person Ken Jebsen damit am Ende gewesen. Heute gibt es YouTube, und dort hat Jebsen die Radioshow KenFM in den Gesprächs- und Bekenntniskanal KenFM umgewandelt. Befreit von den Zügeln des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, lässt er nun ungefiltert alles raus. Auf KenFM gibt es verschiedene Formate, in denen Jebsen zu aktuellen politischen Themen monologisiert. Dies ist oft nur schwer zu ertragen. Hat Jebsen keinen Gesprächspartner, bringt er in seinem kommunikativen Werkzeugkoffer meist nur ein Werkzeug mit: den Hammer. Auch wenn es ihm gelingt, in Ton und Formulierung moderat zu beginnen, verfällt er zu oft in ein grelles Agitations-Stakkato.

„Deutschland unterstützt jeden fucking Angriffskrieg über Ramstein oder Africom, das ist das, was wir tun! Und wir, die Bürger, die später darunter zu leiden haben, weil sie sprengen doch unsere Kinder in die Luft! Wir schauen dem zu! Wir schauen dem zu! Und wir sagen dann: Da hat der Seehofer Recht, hier hätte Frauke Petry schon früher müssen, Angela Merkel ist blöd, warum lassen wir uns das fucking gefallen?“

Der Journalist, der Jebsen laut ständiger Selbstauskunft ist, hat in solchen Passagen längst dem Aktivisten Platz gemacht. Und der spricht zu seinen Zuschauern, als säßen sie nicht vor dem Rechner, sondern stünden auf einer Demonstration. Jebsens zeitweilige Aggressivität, seine sprachliche Entgrenzung und dieses ewige „Wacht endlich auf!“ sind anstrengend und nicht selten lächerlich.

Man kann Jebsen einen Verschwörungstheoretiker nennen

In seinem Interview-Format „KenFM im Gespräch“ neigt Jebsen außerdem dazu, seine Gesprächspartner zu unterbrechen und viel zu suggestiv zu fragen, zu besichtigen zum Beispiel im Gespräch mit Michael Buback. Dass das Format „KenFM im Gespräch“ heißt, ändert nichts daran, dass dieses ständige Einmischen und Beeinflussen für einen Journalisten unprofessionell ist.

Und es liegt noch mehr zu Jebsens Ungunsten vor, denn ja: Man kann ihn einen Verschwörungstheoretiker nennen. Unter einem Youtube-Interview mit dem langjährigen Bundestagsabgeordneten Willy Wimmer schrieb er: „Trump muss weg. Nach diesem Fahrplan agiert aktuell die US-Presse als Werkzeug der Geheimdienste.“ In einem Video erklärte er, Angela Merkel sei nur deshalb Kanzlerin geworden, „weil irgendwo in Washington jemand gesagt hat: Die können wir nehmen.“

Oft äußert sich Ken Jebsen so oder ähnlich, und anders als beim Thema Israel gibt es keine Bekundungen, die den entstandenen Eindruck relativieren. Auch, wenn Jebsen Recht damit hat, dass die amerikanischen Geheimdienste viel zu oft Weltpolitik betrieben haben: Sie deshalb zu heimlichen Regenten zu erklären, ohne deren Votum keine relevante Entscheidung auf diesem Planeten getroffen wird, ist Unsinn. Diese Meinung entspringt einem induktiven Schluss, die Beobachtung von Einzelfällen führt zur Annahme eines Gesetzes. Unwägbarkeiten und Unsicherheiten haben hier keinen Platz mehr, und das ist schlicht irrational. Denn auch wenn es für den massiven Einfluss der Geheimdienste ausreichend Belege gibt – für einen allumfassenden Einfluss gibt es sie eben nicht.

Ein aus dem Kontext gerissener Satz macht Jebsen zum Holocaust-Leugner

Doch selbst öffentliche Personen wie Ken Jebsen, die zuweilen unprofessionell sind und Blödsinn erzählen, haben es nicht verdient, diffamiert zu werden. Zumal dann nicht, wenn die Diffamierung so gravierend ist wie im Fall von Jebsen, der als Antisemit verschrien ist. Ein Vorwurf, der einer genaueren Betrachtung nicht standhält.

Die Unterstellung existiert seit Jebsens „krudem Geblubber“ über den Holocaust. Der Kernsatz der digitalen Kommunikation mit dem Hörer fiel laut Ken Jebsen nicht – wie allgemein kolportiert – in einer Mail, sondern am Ende eines sehr langen Chats. Der Satz lautete: „Sie müssen mir nicht den Holocaust erklären, ich weiß, wer ihn als PR erfunden hat.“ Aus dem Kontext gerissen, und so wurde und wird er medial meist transportiert, klingt der Satz wie die klassische Holocaustleugnung. Im Zusammenhang aber sieht alles ganz anders aus.

Im Anschluss nämlich schreibt Jebsen, dass sich Joseph Goebbels in den Büchern von Edward L. Bernays, dem Vater der Public Relations, die Anleitung dafür holte, wie er dem deutschen Volk die antijüdische Propaganda am besten verkaufte. Jebsen vorzuwerfen, sich und im speziellen seine Sprache nicht im Griff zu haben, wäre völlig korrekt. Ihn aber auf Basis der genannten Äußerungen zum Antisemiten und Holocaustleugner zu erklären, ist fragwürdig.

Für viele ist Antizionismus und Israelkritik gleichbedeutend mit Antisemitismus

In den letzten Jahren machte es Jebsen seinen Kritikern allerdings leicht, ihr Vorurteil zu festigen, denn in seiner fortwährenden Kritik an der Politik Israels schoss er sprachlich regelmäßig weit über das Ziel hinaus. In einem offenen Brief an Angela Merkel schrieb er: „Nationalzionisten haben Israel okkupiert wie Nazis 33 Deutschland okkupiert haben“ und in einem Video mit dem Titel „Rassistischer Zionismus“ sagt Jebsen über die „Drahtzieher der imperialen Politik“ der USA: „Es sind allen voran radikale Zionisten mit US-Pass, deren Hobby Israel ist und deren Lieblingssport im Schlachten von Arabern besteht.“ In diesem (auf Jebsens Kanal gelöschten) Video finden sich viele ähnlicher Sätze, und wenn man Jebsens Veröffentlichungen verfolgt, dann findet man weitere; inklusive der Selbstbezichtigung, ein Anti-Zionist zu sein.

Für viele politisch denkende Deutsche, und in diesem Zusammenhang ist die Nennung der Nation relevant, sind Antizionismus und massive Israelkritik gleichbedeutend mit Antisemitismus. Auch die Autoren der umstrittenen Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ machen diese Gleichung auf.

Tatsächlich versteckt sich der moderne Antisemit gerne mal hinter Israelkritik – aber gewiss nicht in jedem Fall, und vermutlich nicht einmal in den meisten Fällen. Was nämlich ebenfalls existiert, ist die frei von rassischem und rassistischem Denken formulierte, sehr scharfe Kritik an der israelischen (Siedlungs-)Politik, die meist von erklärten Linken kommt und nicht selten mit einem Boykottaufruf für israelischer Waren einhergeht. Zu den deutschen Exponenten dieser Gruppe gehört die Islamwissenschaftlerin Petra Wild, die 2013 ein Buch unter dem programmatischen Titel „Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina: Der zionistische Siedlerkolonialismus in Wort und Tat“ vorgelegt hat.

Jebsen weiß namhafte Experten auf seiner Seite

Jebsen, der zwei Gespräche mit Petra Wild geführt hat, kann und sollte zu dieser Fraktion gerechnet werden. Seine Kritik ist zwar oft unsachlich bis zur Unerträglichkeit. Etwa, wenn er den Umgang der israelischen Regierung mit den Palästinensern mit dem Holocaust vergleicht. Doch hat sich Jebsen für derartige Entgleisungen bereits glaubhaft entschuldigt. Und das ist nicht alles. In seiner Radiosendung KenFM hatte Jebsen laut eigener Aussage immer wieder Bands aus Israel zu Gast, er ließ in einer Rubrik regelmäßig O-Töne von Auschwitz-Überlebenden einblenden, er nahm den Juden Marcel Reich-Ranicki in Schutz, als dieser für seine Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises scharf kritisiert wurde, er hatte auf seinem Youtube-Kanal den jüdischen Soziologen Moshe Zuckermann zu Gast, zu dem er sagte, es sei grundsätzlich völlig in Ordnung, wenn Israel anderen Ländern vorhalte, die historische Schuld zu verdrängen – speziell Deutschland. Ist ein Mensch, der so spricht und handelt, ein Antisemit?

Zudem weiß Ken Jebsen auf seiner Seite Experten wie den genannten und hoch renommierten Moshe Zuckermann, die den in Deutschland so rasch formulierten Antisemitismus-Vorwurf gegen Israel-Kritiker für großen Unsinn halten. „Israel betreibt seit Jahrzehnten eine Okkupationspolitik, allein das rechtfertigt eine scharfe linke Israel-Kritik, die nichts mit Antisemitismus zu tun hat“, sagte Zuckermann einmal im Interview mit dem Neuen Deutschland.

Jebsen zur Neuen Rechten zu zählen ist vollkommen absurd

Und nun, ganz aktuell, melden sich aus Anlass der erwähnten Antisemitismus-Dokumentation auch Israels ehemaliger Botschafter Shimon Stein und der israelische Historiker Moshe Zimmermann zu Wort. Auf Zeit.de schreiben sie über den Aufbau der Dokumentation, sie spiegele „eine gewisse Agenda wieder(!), jene nämlich, jegliche Kritik an der israelischen Politik für antisemitisch zu halten.“ Losgelöst davon, dass Jebsen über Gebühr provoziert hat: Er ist ein Opfer dieser von Stein und Zimmermann benannten Agenda.

Weniger rufschädigend, aber noch absurder ist es, Ken Jebsen in die Ecke der Neuen Rechten zu stellen. Getan hat das unter anderem Camillia Kohrs für das Recherche-Portal Correctiv. In ihrer Serie „Die Medien der Neuen Rechten“ schreibt Kohrs allerdings bereits im Lead des Textes über KenFM, dass sich Ken Jebsen von vielen fremdenfeindlichen Positionen der Neuen Rechten distanziert. Warum sein Format dann überhaupt in dieser Serie auftaucht? Zum Beispiel wegen Jebsens vermeintlicher Holocaust-Leugnung. Auch Kohrs macht den gerade für ein Recherche-Portal üblen Schnitzer, Jebsens vielfach inkriminierten Satz über den „Holocaust als PR“ aus dem Zusammenhang zu reißen und damit völlig zu entstellen.

Kohrs‘ Fazit: Jebsen kritisiert zwar immer wieder die Hetze gegen Muslime und Flüchtlinge und positioniert sich überhaupt oft anders als AfD, Pegida und Co.; weil er aber von einer manipulierten Presse, einem inszenierten 11. September und einem deutschen Vasallenstaat spricht, gehört er selbstverständlich trotzdem zu den Neuen Rechten.

Jebsen macht „nichts anderes als das gute, alte Bildungsfernsehen“

An dieser Deutung zeigt sich, dass zur munteren Rechts-Diffamierung nicht nur ein sicheres Gefühl moralischer Überlegenheit gehört, sondern häufig auch eine erhebliche Portion politischer Dummheit. Denn der Kern der neuen wie der alten Rechten besteht aus einer Ablehnung von Aufklärung, Demokratie, Pluralität, von Feminismus, historischer Aufarbeitung, und immer beruft sie sich auf eine Nation und/oder einen Kulturraum, dem eine eigene Identität und historische Größe zugesprochen wird. Nichts davon klopft der Correctiv-Artikel ab. Die Autorin Kohrs ordnet Ken Jebsen nach Prüfung von höchstens fünf Prozent der relevanten Kriterien der Neuen Rechten zu – und zwar mutmaßlich weniger aus bösem Willen als vielmehr aus völliger Unkenntnis. Was aber hat das mit investigativem Journalismus zu tun?

Ken Jebsen erfüllt keine der aufgezählten Kriterien, er gehört weder in die Schublade „Antisemit“, noch in die Schublade „Neue Rechte“. Ihn als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen trifft zu, doch ihn deshalb abzustempeln und seine Arbeit nicht weiter zu beachten, ist ebenfalls ungerechtfertigt.

Denn anders etwa als der Ober-Rauner und Homophobiker Xavier Naidoo leistet Ken Jebsen einen erheblichen kulturellen Beitrag für diese Gesellschaft. Vor allem sein Format „KenFM im Gespräch“ ist, wie Matthias Bröckers in seinem Buch „Der Fall Ken Jebsen“ zutreffend schreibt, „nichts anderes als das gute, alte Bildungsfernsehen.“ Jebsens Unterbrechungen und Suggestionen stören, trotzdem sind zum Beispiel die bereits erwähnten Interviews mit Michael Buback, mit Petra Wild oder Mosche Zuckermann besser als fast alles, was man im Deutschen Fernsehen zu sehen bekommt.

Jebsen ist immer vorbereitet, immer interessiert, nie oberflächlich, und seine Gäste haben oft sehr viel Interessantes zu erzählen – was sie bei KenFM auch können. Zweieinhalbstündige Interviews sind im Fernsehen unvorstellbar. Ken Jebsen zeigt, dass derartig lange Gespräche nicht nur möglich, sondern oft notwendig sind, um einem Thema gerecht zu werden.

Und genauso bedarf es auch einer intensiven Recherche und eines langen Textes, um diesem manischen Provokateur und Content-Ausspucker Ken Jebsen gerecht zu werden.

Ja, oft ist weniger mehr.

Aber eben nicht immer.

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Alle Kommentare

  1. „Leugnen“

    Wie krank und manipuliert diese Gellschaft ist, sieht man perfekt daran, daß aus „Bestreiten“ und „Fragen nach Beweisen“ vom System ein „Leugnen“ (= wider besseres Wissen) konstruiert wird, das noch viel schlimmer als zu Zeiten des Gallileo Gallilei den Exitus zur Folge hat und per Gesinnungsjustiz sogar 90 jährige alte Damen in den Knast bringt.

    Ein Broder zündet quasi übertragen den Scheiterhaufen der Inquisition an!

    Beweis ist auch, daß der o.a. Artikel sich ellenlang über ein paar nicht system-konforme Äußerungen des KenFM ausläßt.

    Für mich als Christen ist derartige Gesinnungs-Diktatur inakzeptabel und das nicht nur unter Berücksichtigung der Aussage des Jesus von Nazareth in Joh. 8:44.

    Auch darum habe ich meine Heimat schon vor 20 Jahren verlassen und trauere im islamfreien Ausland um sie.

  2. Immerhin, der Autor schafft es, trotz seiner persönlichen Abneigung gegen Jebsen ein halbwegs differenziertes Bild zu zeichnen. Er hat leider von Weltpolitik nicht viel Ahnung, und schafft es daher auch nicht, Verschwörungen von gestreuten Gerüchten zu trennen. Aus dieser Seifenblasen-Ponyhof-Perspektive hat er natürlich einige Verständnisschwierigkeiten, die man ihm wohl nachsehen muss.

    Bleibt die Kritik „weniger wäre manchmal mehr“. Da gebe ich ihm teilweise recht. Es gibt durchaus einige Interviews, in denen ich auch etwas mehr Zurückhaltung wünschen würde, den Interviewpartner selbst etwas mehr die Richtung bestimmen zu lassen. Aber hey, das sind Spitzfindigkeiten! Es ist immer noch mit Abstand die beste politische Sendung und das informativste Format, das sich derzeit findet. Danach kann man sich noch etwas Kabarett (Die Anstalt) anschauen, und den ein oder anderen seltenen Lichtblitz, aber der Rest unserer Qualitätsmedien ist direkt für die Tonne.

    Angesichts dessen schlage ich anstatt einer Rehabilitation eher einen Medienpreis für Jebsen vor, um seine Arbeit angemessen zu würdigen!

  3. Ich bin ein großer Fan von den Formaten von Ken Jebsen und spende monatlich per Dauerauftrag meinen Obolus zur Unterstützung. Für den ‘‘Qualitätsjournalismus‘‘ der Mainstreampresse gebe ich schon seit Jahren keinen Cent mehr aus. Ich denke damit ist alles gesagt.

  4. Immer wieder überraschend, dass Meedia in der deutschen Presselandschaft heraus sticht als eines der einzigen Publikationen, die sich bei so einem Thema zu einer differenzierten Darstellung trauen. Bitte weiter so und das unreflektierte Verdammen und Beklatschen den andern überlassen. Wenn es euch als allgemeine Zeitung gäbe, würde ich euch sofort abonnieren. Respekt!

  5. „Jebsen zur Neuen Rechten zu zählen ist vollkommen absurd“

    Warum schreiben das dann die „Qualitätsmedien“ andauernd? Ist deren Qualität vielleicht doch nicht so gut? Und warum schreiben alle das gleiche, wo es doch angeblich so eine große Meinungsvielfalt bei uns gibt?

    Fragen über Fragen…

    1. „Warum schreiben das dann die „Qualitätsmedien“ andauernd“

      Weil die, die sich immer noch für solche halten, nun langsam merken, daß sie die Deutungshoheit verlieren und damit die „Lufthoheit über den Stammtischen“ (Copyright FJS).

      Und das ist gut so!

  6. So ein sachlicher Kommentar über einen der Lieblingsfeindbilder (und größten Konkurrenten) der etablierten Medien? Herzlichen Glückwunsch! Auch wenn man soetwas von diesen etablierten Medien wohl eher nicht lesen wird. Allein schon weil es um die Deutungshoheit geht.

    Ja bei Jebsen hat man ständig das Gefühl er wäre auf Koks und Speed, seine stakkatoartigen Monologe die auf zwei Stunden kommen können sind oft nicht so einfach zu ertragen. Er verschießt etwa 4000 rounds per minute – um das mal bildsprachlich auf den Punkt zu bringen. Aber es gibt wohl momentan keinen besseren und engagierteren Journalisten. Und keine interessanteren Interviews. Und: viel Feind viel Ehr!

  7. Also ich finde diesen Beitrag über Ken Jebsen mehr als zutreffend.Für mich ist es oft schwer erträglich seinen,oft schon oberschullehrerhaften,mit Vorwürfen an die Hörerschaft,weil sie untätig oder anderes sind, gerichteten Monologe zu folgen.Ich halte es dann doch durch da seine Gäste alles wieder raus reißen.Seine Arbeit halte ich trotz allem für einen unerlässlichen Beitrag zu einer umfassenden Meinungsbildung.

  8. Oohhhh, nach langer Zeit wird Jebsen rehabilitiert? Das war damals schon überfällig. Den Medien, die ihn damals verschrien haben, schwimmen inzwischen doch die Felle weg. Wer einmal „Positionen“ geschaut hat, weiß, dass Jebsen längst die üblichen Talkshow-Formate qualitativ überholt hat. Und die „Verschwörungstheoretiker“-Keule ist auch langweilig inzwischen. Jeder weiß, dass in dieser Welt das Verbrechen regiert.

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