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DIPP-Datenallianz: United Internet bietet Springer, Deutsche Bank & Co. die Stirn

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Die geplante Datenallianz um Axel Springer, Deutsche Bank, Daimler und Allianz bekommt Konkurrenz. Der Webriese United Internet plant, mit weiteren namhaften Medienunternehmen eine eigene Datenallianz zu gründen. Mit im Boot sind TV-Sender, Verlage sowie Werbefirmen.

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Der Arbeitstitel der Datenallianz hat einen prägnanten Namen: DIPP. Die Großkonzerne Allianz, Deutsche Bank, Daimler, Axel Springer wollen eine eigene Registrierungs- und Datenplattform aufbauen, die den Webnutzern mehr Sicherheit und Hoheit über ihre Daten geben soll. Der Vorteil: die Kunden müssen sich hier nur einmal anmelden, um alle Dienste der an der Plattform beteiligten Gesellschaften abzufragen. „Kern des geplanten neuen, einheitlichen Zugangs für Online-Angebote wird ein so genannter Generalschlüssel sein“, erklärte das Konsortium jüngst. Weitere Partner sollten kurzfristig hinzustoßen. Darunter die Deutsche Telekom. Darüber hinaus sollen Unternehmen aus E-Commerce, Handel, Luftfahrt und Telekommunikation sowie Finanz-, Versicherungswirtschaft folgen.

Jetzt bekommt die DIPP-Allianz überraschend Konkurrenz. „Ich glaube, dass die Initialzündung für die Datenallianz von der Medien- und Werbewirtschaft kommen sollte“, kündigte United Internet Media-CEO Rasmus Giese gestern vor Journalisten an. United Internet Media ist der Vermarktungsarm von United Internet mit seinen Portalen GMX, web.de oder 1&1 und soll Teil der Allianz sein. Die Namen der Partner nannte der Manager zwar nicht. Dennoch soll es sich hierbei um namhafte TV-Sender, Verlagshäuser sowie Werbefirmen handeln. An der Allianz soll dem Vernehmen nach auch der Gütersloher Bertelsmann-Konzern mit seiner Kölner Fernsehgruppe RTL großes Interesse zeigen. Eine Bestätigung gibt es hierzu bislang nicht. Laut Giese sollen sich an dem Medienbündnis bis zu 10 Unternehmen beteiligen, die sich in das geplante gemeinsame Joint Venture einbringen wollen. United Internet Media bringt mit seinen 37 Millionen Unique Usern ein erhebliches Datengewicht in die Waagschale.

Das neue Datenkonsortium soll in den nächsten Wochen unter Dach und Fach sein, spätestens zur Branchenmesse Demexco, heißt es. Damit bekäme das DIPP-Konsortium Konkurrenz. Doch Giese will nicht ausschließen, dass beide Allianzen perspektivisch verschmelzen. Denn die DIPP-Allianz hatte immer betont, dass sie für weitere Partner offen ist.

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Mit dem Vorstoß stemmen sich die deutschen Unternehmen gegen die wachsende Macht der US-Riesen Google, Facebook & Co. Denn die Unternehmen aus dem Silicon Valley sammeln auch hierzulande immer mehr Daten von Nutzern, um sie für Werbeausspielungen zu nutzen. Wer aber bei Google, Facebook & Co. ein User-Konto eröffnet, muss damit rechnen, dass seine persönlichen Daten auf Servern in den USA oder Asien gespeichert werden. Was mit den Daten dort weiter passiert, entzieht sich hierzulande aber der Kontrolle der User. Die US-Regierung etwa besteht jedoch darauf, auf die Daten der IT-Konzerne zuzugreifen.

Das wurmt zunehmend die Verbraucher. Doch die deutschen Firmen können im Web keine rechtssicheren Geschäfte betreiben, wenn sie über keine überprüften Identitäten der User verfügen. Zunächst will das DIPP-Konsortium die Registrierungsplattform auf Deutschland begrenzen, mittelfristig soll sie aber auf Europa ausgedehnt werden, heißt es. Ob auch die Daten-Allianz um United Internet denselben Anspruch hat, ließ Giese offen.

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