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„Rechtspopulistische Vereinnahmung des Berliner Kurier“: DuMont geht gegen AfD-nahen Deutschland Kurier vor

Berliner Kurier prüft rechtliche Schritte: Geschäftsführer Jens Kauerauf will sich den Deutschland Kurier nicht gefallen lassen
Berliner Kurier prüft rechtliche Schritte: Geschäftsführer Jens Kauerauf will sich den Deutschland Kurier nicht gefallen lassen

Am morgigen Mittwoch soll zum ersten Mal der Deutschland Kurier erscheinen, eine der AfD nahestehende Wochenzeitung. Das Logo der neuen Publikation, die vom rechtskonservativen Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit herausgegeben wird, ähnelt verdächtig der lokalen Konkurrenz – dem Berliner Kurier. Der dahinterstehende Verlag DuMont kündigt rechtliche Schritte an.

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Es ist ein Zeitungsprojekt, das nicht nur in der Hauptstadt neugierig und zugleich kritisch beäugt wird: Der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit will eine eigene Publikation auf den Medienmarkt bringen. Am morgigen Mittwoch soll der Deutschland Kurier, so heißt die wöchentlich geplante Zeitung, zum ersten Mal erscheinen – vorerst nur in Berlin. 300.000 Exemplare will der Verein durch die Druckerpressen schicken.

Das Projekt wird über die Grenzen der Hauptstadt hinaus kritisch beäugt. Der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit gilt als rechtskonservativ, hat auch zur Wahl der Alternative für Deutschland (AfD) aufgerufen. Eine Verbindung zur Partei dementiert Vereinschef und Chefredakteur David Bendels zwar, dennoch erwarten Beobachter eine der AfD freundlich geneigte Ausrichtung des Blattes.

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Gegenüber dem Tagesspiegel betonte Bendels jüngst, dass die Zeitung kein Vorbild habe, auch nicht die als ebenfalls rechtskonservativ geltende Junge Freiheit. Das kann der Chefredakteur des Deutschland Kurier offenbar nicht gestalterisch gemeint haben. Denn im Layout erinnert diese neue Publikation einer Berliner Traditionszeitung: dem Berliner Kurier.

Dem Boulevardblatt gefällt die neue Konkurrenz allerdings gar nicht. Der Berliner Verlag, der zur DuMont Mediengruppe (Express, Hamburger Morgenpost, Berliner Zeitung) gehört, will sich rechtlich zur Wehr setzen. „Es werden alle juristisch möglichen Schritte geprüft, um gegen diese offensichtlich rechtspopulistische Vereinnahmung des Berliner Kurier vorzugehen“, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage.

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