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Nach Niederlage im Grönemeyer-Prozess: Bauer wirft Landgericht Köln „tendenziöses“ Verhalten vor

Sänger Herbert Grönemeyer setzte im Verfahren um einen Vorfall am Kölner Flughafen gegen die Medien Berichtsverbote und eine Richtigstellung durch
Sänger Herbert Grönemeyer setzte im Verfahren um einen Vorfall am Kölner Flughafen gegen die Medien Berichtsverbote und eine Richtigstellung durch

Die Auseinandersetzung zwischen Herbert Grönemeyer und Springer, Bauer sowie der Bunte scheint noch nicht beendet. Im Disput um die Frage, ob der Sänger im Dezember 2014 gegenüber einigen Fotografen handgreiflich wurde, hatte das Landgericht Köln am Dienstag gleich drei Urteile gegen die Medienhäuser gefällt. Aus dem Umfeld von Burda verlautet bereits, dass man in Berufung gehen werde. Bei Bauer ärgert man sich auch über das Gebaren des Gerichts.

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Der strittige Vorfall ereignete sich am Flughafen Köln/Bonn. Grönemeyer geriet mit mehren Fotografen aneinander. Im Anschluss kursierte ein Video, das zeigen soll, wie der Popstar angeblich die Fotografen attackiert hätte. Nun kam das Gericht laut Pressemitteilung allerdings zu der Einschätzung: „Hinsichtlich des streitigen Hergangs hat die Kammer im Rahmen der Beweisaufnahme Video- und Fotoaufnahmen in Augenschein genommen, die beteiligten Parteien persönlich angehört und Zeugen vernommen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sah es die Kammer als erwiesen an, dass die nunmehr untersagten Aussagen unwahr sind und damit den Kläger in seinem Persönlichkeitsrecht verletzen.“

Bereits im März hatte das Oberlandesgericht Köln die Verbreitung des Videos über den Vorfall untersagt. Die neuen Urteile richten sich nun auch gegen die Verbreitung einzelner Bilder, die aus dem Film stammen sollen. Auch dieser dürfen nun nicht gezeigt werden. Die Bunte muss zudem eine Richtigstellung drucken.

Die Verlage haben allerdings die Möglichkeit gegen den Richterspruch in Berufung zu gehen. Auf MEEDIA-Anfrage teilten Springer und auch Bauer mit, dass man genau dies bereits prüfe. Bei Burda ist man dem Vernehmen nach bereits weiter und offenbar entschlossen, den Weg in die nächste Instanz zu gehen.

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Vor allem Bauer scheint sich über das Gericht zu ärgern. „Die Bauer Media Group nimmt das Urteil des LG Köln vor allem in Anbetracht des Ergebnisses der Beweisaufnahme mit Bedauern zur Kenntnis“, heißt es auf MEEDIA-Anfrage. „Das Gleiche gilt für die tendenziöse Pressemitteilung des LG Köln, die vor Verkündung der Urteile mit einem ‚Smiley‘ versehen versendet wurde. Wir halten diese Form der gerichtlichen Eigenwerbung für unangemessen.“

Der besagte Smiley taucht tatsächlich in der E-Mail zur Pressemitteilung auf. Allerdings nur hinter den Namen der Versenderin in ihrem Adress-Abbinder der Mail. Diese bestätigte auf MEEDIA-Anfrage, dass sie den Smiley nicht nur in der beanstandeten Pressemitteilung, sondern stets verwenden würde.

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