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Konkurrenz für SZ Wohlfühlen und Zeit Doctor: Gesundheitsmagazin wohl liegt ab November dem Spiegel bei

Die Ärztin und Medizinjournalistin Dr. Suzann Kirschner-Brouns ist Redaktionsleiterin von wohl
Die Ärztin und Medizinjournalistin Dr. Suzann Kirschner-Brouns ist Redaktionsleiterin von wohl

Nachdem der Spiegel Verlag mit eigenständigen neuen Heften (Spiegel Classic, Spiegel Fernsehen) bisher keinen Erfolg hatte, setzt das Haus nun offenbar verstärkt auf Beilagen im Mutterheft. Neben der Lifestyle-Beilage S-Magazin, die im September kommt, ist nach MEEDIA-Infos für den November die Gesundheits-Beilage wohl vorgesehen. Vorbilder sind offenbar Wohlfühlen von der Süddeutschen Zeitung und Doctor von der Zeit. wohl wird aber nicht von der Spiegel-Redaktion selbst erstellt.

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Ein externes Redaktionsteam unter der Leitung der Ärztin und Medizinjournalistin Dr. Suzann Kirschner-Brouns zeichnet für die Inhalte von wohl verantwortlich. Gleichwohl ist das Heft als dem Spiegel beigelegtes Magazin konzipiert, für Leser „die sich aktiv und bewusst um ihre Gesundheit kümmern“, wie es in einer Präsentation für Anzeigenkunden heißt. Die Anzeigenakquise liegt in den Händen von Spiegel Media. Jede Ausgabe soll sich einem Schwerpunktthema widmen. Erster Schwerpunkt bei der Premiere, die für den 4. November geplant ist, soll Immunstärkung sein. Für die fachliche Qualität soll auch ein Expertenrat mit Fachärzten und Allgemeinmedizinern sorgen, die auch als Co-Autoren bei Artikeln auftreten.

Beispielseiten aus einer Präsentation für Anzeigenkunden

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Die Rubriken im Heft heißen zum Beispiel wohlsein, wohlfühlen oder wohlauf und sollen stets auch einen hohen Nutzwertcharakter aufweisen. Erscheinen soll die Beilage viermal pro Jahr, jeweils im März, Juni, September und November. In einer internen Präsentation bezeichnet der Verlag wohl als das auflagenstärkste Gesundheitsmagazin. Was freilich daran liegt, dass man sich nur mit den Beilagen SZ Wohlfühlen und Zeit Doctor vergleicht, nicht aber mit der Apotheken Umschau, die auflagenmäßig noch einmal in einer eigenen Liga spielt (Auflage monatlich: über neun Mio. Exemplare).  wohl vom Spiegel kommt laut Verlagspräsentation auf eine Auflage von rd. 710.000 Exemplaren, Zeit Doctor auf rd. 450.000 und SZ Wohlfühlen auf rd. 295.000 Exemplare.

Das Konzept von wohl erinnert an das kürzlich vorgestellte Lifestyle-Magazin S-Magazin, das dem Spiegel im September erstmals beigelegt werden soll. Anders als wohl ist das S-Magazin allerdings ein echtes Spiegel-Produkt, das von der Redaktion an der Ericusspitze in Hamburg erstellt wird. Während man mit dem S-Magazin auf Anzeigenkunden aus der Luxus- und Lifestylebranche schielt, hat man mit wohl in erster Linie die Pharma-Industrie im Visier. Inwieweit sich die weitgehend unkritische Berichterstattung, die in solchen Beilagen gemeinhin gepflegt wird, mit dem Image des Spiegel verträgt, wird sich in beiden Fällen zeigen müssen. Mit neuen Projekten, die am Kiosk platziert werden, hatte das Haus zuletzt keinen Erfolg. Der Best-Ager-Titel Spiegel Classic wurde nach nur einer Ausgabe wieder eingestellt, die Programmzeitschrift Spiegel Fernsehen kam erst gar nicht über einen Markttest hinaus.

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  1. Kleine Korrektur: Frau Kirscher-Brouns ist Medical Writer und damit PR-Schreiberin – keine Journalistin.

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