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G20-Talk mit Brinkbäumer, Krug und Gniffke: Hamburger Abendblatt lädt zum „Gipfel der Chefredakteure“

Hamburger-Chefredakteurs-Gipfel zu G20 mit Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel), Kai Gniffke („Tagesschau“), Christian Krug (stern) und Lars Haider (Abendblatt)
Hamburger-Chefredakteurs-Gipfel zu G20 mit Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel), Kai Gniffke ("Tagesschau"), Christian Krug (stern) und Lars Haider (Abendblatt)

Das Rätsel um das "Geheimtreffen" prominenter Chefredakteure in Hamburg ist gelöst: Am Montag hatte Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblattes, ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie die Chefredakteure Klaus Brinkbäumer (Spiegel), Christian Krug (stern) und Kai Gniffke ("Tagesschau") im Büro von HA-Geschäftsführer Ove Saffe trafen. Was im Video wie eine Übernahme der Chefredaktion des Regionalsblatts wirkte, entpuppte sich als Chefredakteurs-Gipfel zum G20.

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Es ist durchaus ein interessanter Nebenaspekt, dass der Gipfel gerade in einer Medienstadt wie Hamburg stattfindet und sich viele Redaktionen – auch räumlich – mitten im Geschehen befinden. Das zeigt sich alleine darin, dass stern.de vom Dach des Verlagsgebäudes aus via Facebook-Live zeigen will, wie es in der Stadt aussieht und zugeht.

Zudem scheint sich die Wahrnehmung und Bewertung des Politiker-Treffens bei den Magazin-Machern stark zu unterscheiden. So titelte der Spiegel vor zwei Wochen „Hauptstadt Hamburg“, der stern aber „Festung Hamburg“. In seiner aktuellen Ausgabe hat der Spiegel erneut das Thema G20 auf den Titel gehoben – mit einem polarisierenden „Traut Euch!“-Cover, das die Leser zum Widerstand gegen eine „außer Kontrolle“ geratene Globalisierung aufruft. Die vehemente und einseitige Kritik des Nachrichtenmagazins an der Globalisierung, verbunden mit dem Titel-Appell „radikal zu denken, enschlossen (zu) handeln – nur so ist die Welt noch zu retten“, wäre ein spannendes Thema für den Chefredakteurs-Gipfel gewesen, das leider nicht diskutiert wurde.

Im Gespräch mit Lars Haider erklären die Chefredakteure statt dessen, wie ihre Häuser mit der angespannten Sicherheitslage und den redaktionellen Herausforderungen umgehen. „Gruner + Jahr gewährt seinen Mitarbeitern am Freitag einen Tag Sonderurlaub“, sagt Krug. „Die Stern-Redaktion ist während des G20-Wochenendes natürlich fast voll besetzt. Wir als Hamburger Redaktion sehen den Gipfel als besondere Herausforderung, schließlich befinden wir uns mitten im Geschehen. Das ist journalistisch eine enorme Chance.“ Sein Spiegel-Kollege ergänzt: „Der Spiegel gibt vielen Verlagsmitarbeitern und Redakteuren und Redakteurinnen, die nicht aktuell arbeiten, ab Donnerstag, 15 Uhr, frei. Teile der Redaktion haben am Freitag frei, weil es schon schwer genug werden dürfte, in die Stadt zu kommen.“


Hier noch einmal der lustige Haider-Clip im Vorfeld des Chefredakteurs-Gipfels

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Gefragt nach ihren Planungen, wollen sich die Alpha-Journalisten erst einmal nicht in die Karten schauen lassen. Alle geben zu, mit dem ein oder anderen „Mächtigen“ bereits ein Interview verabredet zu haben, doch ob es tatsächlich zu Stande kommt, lässt sich derzeit kaum abschätzen. Da hat es die Zeit schon einfacher. Die ebenfalls in Hamburg beheimatete Wochenzeitung, die jedoch nicht beim Abendblatt-Gipfel dabei war, liegt seit dem heutigen Donnerstag schon mit großen Erdogan– und Merkel-Interviews an den Kiosken.

Auf die Frage, auf wen man sich freue, antwortet der „Tagesschau“-Chef Gniffke gewohnt ausgewogen: „Auf alle Neuen“. Krug sagt: „ Das Zusammentreffen von Trump und Putin wird sehr interessant. Erdogan ist immer für eine Überraschung gut. Und dann stellt sich die Frage, welche Rolle Emmanuel Macron einnehmen wird. Ich finde es wohlfeil, G20 mit der Begründung abzulehnen, dass dabei sowieso nichts herauskommt. Da kann politisch einiges passieren.“

Brinkbäumer findet „die Gruppe der Mächtigen als Ganzes interessant“. Der Spiegel-Chef fragt sich: „Wie interagieren die, wer spricht, wer scherzt mit wem? Wie dominant kann Angela Merkel sein, wie kann sie G20 für den Wahlkampf nutzen? Wie verhält sich Trump, wie umkreisen sich die amerikanische und die russische Delegation?“

Für die Chefredakteure steht einer der Gewinner des Gipfels jetzt schon fast fest. Es wird wohl die Bundeskanzlerin sein. „G20 ist für Merkel deutlich mehr Chance als Risiko, weil sie damit das Podium erklimmt, das Martin Schulz im Moment nicht hat. Der steht während des Gipfels auf irgendwelchen Marktplätzen in Deutschland, und sie hat die großen Auftritte in Hamburg“, sagt Brinkbäumer. Nach Einschätzung von Kai Gnikffke wird die Kunst für Merkel darin bestehen, Donald Trump „öffentlichkeitswirksam widersprechen“, es aber auch „nicht zu übertreiben“.

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Alle Kommentare

  1. Und das schlägt sich jetzt darin nieder, das die Fotos der Demos auf SPON und NDR identisch sind und es kaum über ein Dutzend bringen.
    Beeindruckender Einsatz.

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