Neue Wochenzeitung für AfD-Wähler: Ex-Bild-Chef Peter Bartels schreibt für geplanten „Deutschland-Kurier“

Peter Bartels schreibt in Zukunft für eine neue Wochenzeitung der AfD
Peter Bartels schreibt in Zukunft für eine neue Wochenzeitung der AfD

Kurz vor der Bundestagswahl im September 2017 plant die Alternative für Deutschland (AfD) offenbar eine eigene Wochenzeitung. Das Blatt soll Deutschland-Kurier heißen und eine Art Bild-Zeitung für AfD-Wähler werden. Der ehemalige Chefredakteur der Bild, Peter Bartels, wird bei der neuen Zeitung eine tragende Rolle spielen.

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Hinter den Plänen für den Deutschland-Kurier steckt angeblich der sogenannte „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheit“. Dies berichtete die Schweizer Wochenzeitung NZZ am Sonntag. Der Verein mit Sitz in Stuttgart unterstützt die Alternative für Deutschland bereits seit 2016 und finanzierte bei den Landtagswahlen vor ein paar Monaten bereits die Verteilaktion einer kostenlosen AfD-Zeitschrift Extrablatt.

Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung sei eine „Art Bild für die AfD-Wähler“ geplant, die mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren und einem Preis von 30 Cent auf den Markt kommen wird. Abonnenten sollen die Zeitung allerdings vorerst kostenlos erhalten. Der Deutschland-Kurier solle zunächst im Juli in Berlin erscheinen und im Anschluss auch in München, Stuttgart und dem Ruhrgebiet.

Ein erster Autor für die AfD-Zeitung ist auch schon bekannt: Peter Bartels, der ehemalige Chefredakteur der Bild-Zeitung, bestätigte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass er in Zukunft eine Kolumne für den Deutschland-Kurier schreiben werde. Bartels publizierte zuletzt beim umstrittenen Kopp-Verlag. Seit einigen Wochen schreibt er für einen islamfeindlichen Blog.

Bei der Umsetzung ihrer neuen Zeitung erhält die Alternative für Deutschland darüber hinaus Unterstützung aus der Schweiz: Wie die NZZ berichtet, übernimmt der aus Deutschland stammende Alexander Segert mit seiner Schweizer Werbeagentur Goal die Gestaltung des Deutschland-Kuriers. Segert sei außerdem bereits für die Gestaltung des Extrablattes für die Landtagswahlen verantwortlichen gewesen.

Auch in der Schweiz wurde eine Gratis-Zeitung mit dem Namen „Extrablatt“ verteilt – mit derselben „gestalterischen Handschrift“ wie das Blatt der AfD, wie die NZZ schreibt. Das Schweizer Extrablatt wurde von der rechtspopulistischen Partei SVP verteilt. Alexander Segert bestreitet im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung allerdings jegliche Verbindungen zum Rechtspopulismus. Dem Spiegel, der ihn als „Impresario der Neuen Rechten“ betitelte, wirft er in dem Gespräch vor, mit „kruden Verschwörungstheorien Aufmerksamkeit und Leserzahlen“ steigern zu wollen.

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