Nach Ausraster gegenüber Fotografen: Grönemeyer siegt vor Gericht gegen Bauer, Springer und Bunte

Sänger Herbert Grönemeyer setzte im Verfahren um einen Vorfall am Kölner Flughafen gegen die Medien Berichtsverbote und eine Richtigstellung durch
Sänger Herbert Grönemeyer setzte im Verfahren um einen Vorfall am Kölner Flughafen gegen die Medien Berichtsverbote und eine Richtigstellung durch

Die Story schlug Wellen in den Boulevardmedien: Im Dezember 2014 soll Herbert Grönemeyer eine handfeste Auseinandersetzung mit Fotografen am Flughafen Köln/Bonn gehabt haben. Jetzt hat das Landgericht Köln in drei Verfahren gegen Springer, Bauer und die Bunte eine Wort- und Bildberichterstattung über den Vorfall untersagt. Die Bunte muss zudem in der nächsten Ausgabe eine Richtigstellung drucken.

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Danach darf der Bauer Verlag künftig weder Bilder des Vorfalls veröffentlichen noch verbreiten. Laut Pressemitteilung untersagte das Gericht, dass die Hamburger berichten, „dass der Sänger einem der Fotografen den Finger umgebogen, auf dessen Kamera eingeschlagen oder mit einer Laptop-Tasche, in der sich ein Computer befunden habe, zugeschlagen habe“. Auch die Behauptung zweier Fotografen, dass sie an der Hand und im Gesicht verletzt worden seien, inklusive entsprechender Bilder der Fotografen, kassierte das LG. Das Aktenzeichen in diesem Fall lautet Az. 28 O 177/15.

Axel Springer wurde untersagt zu verbreiten (Az. 28 O 178/15), dass Grönemeyer einem der Fotografen die Kamera aus der Hand geschlagen haben soll bzw. einen anderen gewürgt haben soll. Eine entsprechende Bildberichterstattung wurde ebenfalls verboten.

Von der Bunte verlangen die Richter, dass sie in der nächsten Ausgabe eine Richtigstellung veröffentlicht. Im Dezember 2014 soll die People-Zeitschrift geschrieben haben, dass Grönemeyer einem Fotografen eine Reisetasche an den Kopf geschleudert und den zu Boden gegangenen Mann mit den Händen gepackt haben soll. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde nun untersagt. „Die Richtigstellung muss dahingehend erfolgen, dass – anders als zunächst berichtet – Herr Grönemeyer den Fotografen, als er stand, am Nacken festgehalten hat und sich dieser sodann zu Boden fallen ließ“, schreibt das Landgericht in seiner Pressemitteilung. Zudem verdonnerten die Richter die Bunte zu einem Schadenersatz von 3.111,85 Euro (Az. 28 O 225/15).

Bereits im März hatte das Oberlandesgericht Köln die Verbreitung eines Videos über den Vorfall untersagt. Die neuen Urteile richten sich nun auch gegen die Verbreitung einzelner Bilder, die aus dem Film stammen sollen.

Via Pressemitteilung erklärt das Gericht, wie es zu den jeweiligen Entscheidungen gekommen ist: „Hinsichtlich des streitigen Hergangs hat die Kammer im Rahmen der Beweisaufnahme Video- und Fotoaufnahmen in Augenschein genommen, die beteiligten Parteien persönlich angehört und Zeugen vernommen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sah es die Kammer als erwiesen an, dass die nunmehr untersagten Aussagen unwahr sind und damit den Kläger in seinem Persönlichkeitsrecht verletzen.“

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