Döpfner bekommt am meisten: So viel verdienten 2016 die CEOs der Medienkonzerne

Springer-Boss Mathias Döpfner (r.) bekommt einer Studie zufolge mehr Geld als RTL-Chefin Anke Schäferkordt und ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling zusammen
Springer-Boss Mathias Döpfner (r.) bekommt einer Studie zufolge mehr Geld als RTL-Chefin Anke Schäferkordt und ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling zusammen

Diese Studie dürfte die Debatte über Vorstandsgehälter weiter anheizen: Einer Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München zufolge haben DAX-Chefs im vergangenen Jahr rund 50 Mal so viel verdient wie ihre Mitarbeiter. Interessant ist der Blick auf den MDax, in dem einige Medienunternehmen gelistet sind. Demnach verdient Springer-Boss Mathias Döpfer doppelt so viel wie VW-CEO Matthias Müller.

Anzeige

Der Studie zufolge hat der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE im vergangenen Jahr sogar mehr verdient als DAX-Spitzenverdiener und SAP-CEO Bill McDermott (Gesamtvergütung 13,8 Millionen Euro). Ganze 19,25 Millionen Euro soll Mathias Döpfner, der das Unternehmen seit 2002 an der Spitze führt, verbuchen können. Dabei haben die Studien-Verantwortlichen das Springer-Einkommen aufgesplittet. So sollen von den fast 20 Millionen Euro 3,4 Millionen Euro als Fixvergütung gezahlt worden sein, 3,8 Millionen Euro seien eine variable Zahlung gewesen. Die restliche Summe, circa zwölf Millionen Euro, seien eine auf dem Aktienkurs basierende Vergütung.

Den Betrag wollte eine Springer-Sprecherin gegenüber der FAZ nicht bestätigen, verwies aber auf eine variable Vergütung, die allerdings nicht auf einen Schlag ausgezahlt, sondern über sieben Jahre gestreckt werde. Die Berechnung von DSW und TU München stehe auf „wackeligen Füßen“. Weiter erläutert eine Sprecherin gegenüber MEEDIA: „Voraussetzung, dass es bei dieser Komponente überhaupt zu Auszahlungen kommt, ist eine mindestens vierzigprozentige Wertsteigerung der Axel Springer Aktie über einen mehrjährigen Zeitraum. Etwaige Auszahlungen müssen in Aktien der Axel Springer SE angelegt werden.“

Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz gibt sich transparent und erklärt ihre Methodik wie folgt: „Für die Berechnung der Vergütung der Vorstandsvorsitzenden wurde die 1,8fache Vergütung eines Vorstandsmitgliedes exkl. des Vorstandsvorsitzenden angenommen. Dies entspricht der im MDAX üblichen Spreizung der Gehälter in den letzten Jahren.“ Grund für diese Berechnung sei, dass manche Unternehmen – wie Springer – die Vorstandsgehälter nicht individualisiert, sondern als Gesamtes ausweisen – eine zugegebenermaßen intransparente Vorgehensweise, vor allem für ein Medienunternehmen.

Die Erläuterung der Methodik sagt also, dass die Gehaltsangaben durchaus abweichen können. Auch wenn ein Sprecher gegenüber der FAZ erklärt, „dass dieser Betrag der Wahrheit recht nahe“ kommen dürfte. Fakt ist aber auch, dass sich der Medienkonzern Springer entschlossen zeigt, die Managergehälter unter Verschluss zu halten. Das ist (noch) legal. Zahlreiche andere MDax-Konzerne handhaben das mittlerweile aber wesentlich transparenter.

Dazu gehören auch weitere Medienunternehmen wie beispielsweise Ströer. Udo Müller, Gründer und CEO des Werbevermarkters, hat demnach im Jahr 2016 eine Gesamtvergütung von fast 3,7 Millionen Euro erhalten. Anke Schäferkordt bekam für ihre mittlerweile niedergelegte Tätigkeit als CEO der luxemburgischen RTL Group eine Vergütung von fast fünf Millionen Euro. Mit rund einer Million Euro weniger ging ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling nach Hause.

In der Studie außer Acht gelassen worden sind Einnahmen, die die CEOs aus Beteiligungen am eigenen Unternehmen halten. So ist Döpfner beispielsweise seit vergangenem Jahr im Besitz von etwas mehr drei Prozent an Axel Springer. Sein insgesamtes Privatvermögen schätzte die innerhalb des Springer-Verlages erscheinende Bilanz auf 150 Millionen Euro.

Anzeige
Anzeige
Anzeige