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Teilsieg für Constantin-Großaktionär: Staatsanwaltschaft stellt Insiderverfahren gegen Dieter Hahn ein

Dieter Hahn
Dieter Hahn

Schwere Schlappe für Bernhard Burgener: Der Verwaltungsratchef der Highlight Communications hatte den Constantin Medien-Aufsichtsratschef und Großaktionär Dieter Hahn angezeigt. Grund hierfür war der Verdacht auf Insiderhandel. Jetzt hat die Münchener Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Hahn eingestellt. Doch der Kampf um die Macht bei der Constantin Medien AG geht weiter.

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Dieter Hahn gegen Bernhard Burgener – seit Monaten streiten die beiden Kontrahenten um die Macht und die geschäftliche Ausrichtung des Münchener Sport- und Kinoimperiums Constantin Medien. Es geht um viel: Sowohl Hahn, Aufsichtsratschef und Großaktionär der Constantin Medien AG, als auch Burgener, Präsident der schweizerischen Constantin-Tochter Highlight Communications, wollen die Constantin Medien AG schlucken. Dazu erwägen sie, sich gegenseitig die Anteile abzukaufen. Das ist jedoch schwierig, da das geschäftliche Verhältnis zwischen den beiden Widersachern vergiftet ist. Neuen Unmut löste jüngst eine Strafanzeige der Highlight Communications aus. Darin hatte Burgener seinen Kontrahenten Hahn verdächtigt, gegen das Wertpapierhandelsgesetz zu verstoßen. Die Staatsanwaltschaft München nahm daraufhin die Ermittlungen gegen die ehemalige rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch auf.

Jetzt haben sich die Vorwürfe in Luft aufgelöst: „Ich kann bestätigen, dass das Verfahren gegen Dieter Hahn wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen § 38 Abs. 1  WpHG durch Verfügung vom 26.06.2017 gemäß § 170 II StPO eingestellt wurde, da die durchgeführten Ermittlungen keinen Nachweis strafbaren Verhaltens erbracht haben“, erklärt eine Sprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft auf MEEDIA-Anfrage. Damit erleidet der Highlight-Verwaltungsratschef Burgener eine schwere Schlappe. Der FC-Basel-Präsident hatte Hahn vorgeworfen, im Jahr 2015 Insiderwissen über den Champions-League-Vertrag der Highlight Communications frühzeitig erhalten und genutzt zu haben, um Aktien zu erwerben.

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Im Visier der Fahnder steht weiterhin Burgener. Seit Kurzem prüft die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen den Geschäftsmann. Dabei geht es um den Verdacht auf Untreue, Insiderhandel und andere Straftaten. Angezeigt wurde der Rechtsanwalt von der Constantin Medien AG. Doch der FC Basel-Präsident bleibt gelassen. „Was die jüngste Strafanzeige anlangt, bitte ich um Verständnis, dass ich der Staatsanwaltschaft hier nicht vorgreifen will. Nach unserer Kenntnis hat die Staatsanwaltschaft München zwar infolge einer Strafanzeige der Constantin Medien AG ein Ermittlungsverfahren eingetragen. Die Frage, ob ein Anfangsverdacht besteht, wird hingegen nach unserer Kenntnis noch geprüft“, so Burgener.

Dass sich Hahn und Burgener immer wieder in Rechtsfälle verwickeln, liegt an dem erbitterten Übernahmekampf. Beide Geschäftsleute wollen die Constantin Medien AG schlucken, um endlich das alleinige Sagen über das verzweigte Firmenkonglomerat zu bekommen, zu dem auch die Constantin Film AG gehört. Das Unternehmen hat unter anderem Kinoknüller wie „Fack yu Göthe“ produziert. Den Aktienkurs der Constantin Medien AG lässt die Auseinandersetzung kalt. Die Notierung legte leicht um 0,64 Prozent auf 2,03 Euro zu.

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