Frauen in Führungspositionen: FAZ und SZ liegen „beschämend weit“ hinter ProQuote-Forderung zurück

ProQuote-Vorsitzende Maren Weber
ProQuote-Vorsitzende Maren Weber

Vor fünf Jahren war ProQuote Medien mit der Forderung angetreten, dass 30 Prozent der Führungspositionen in deutschen Medien im Jahr 2017 mit Frauen besetzt sein sollen. Drei Leitmedien haben die Forderung bislang erfüllt, so ProQuote am Dienstag. Doch die Mehrheit der Printmedien, wie auch die FAZ und die SZ, lägen noch "beschämend weit unter dieser Minimalforderung". ProQuote erhöht die Forderung deshalb auf 50 Prozent.

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Vor allem die FAZ bleibe auch im Juni 2017 gedruckt wie online nach wie vor fest in Männerhand. Der Spiegel (+3,4 Prozent im Vergleich zum Januar 2017) arbeite sich mit 34,7 Prozent konsequent weiter nach vorne und habe die Zeit (mit 36,4 Prozent und einem Minus von 1, 5 Prozent) nun fast eingeholt, während die Bild unter dem neuen Vorsitzenden der Chefredaktion, Julian Reichelt, seit der letzten Zählung im Januar 2017 zurückgefallen sei (-3,5 auf 32,2 Prozent). Dies veröffentlichte ProQuote Medien am Dienstag in einer Pressemitteilung. Aber die Mehrheit der Printmedien liege teilweise „beschämend weit“ unter dieser Minimalforderung wie FAZ (13,9%) und SZ (19,6 %) – von den Regionalzeitungen gar nicht zu sprechen. Dort verharrt die Frauenquote bei mageren 5 Prozent. ProQuote hatte 2012 angekündigt, sich bei einer Erfüllung ihrer Forderung aufzulösen. „Wir wären gerne überflüssig, aber wir sind es leider nicht.“, sagt die ProQuote-Vorsitzende Maren Weber.

Erfreulich sei jedoch die Entwicklung bei den Onlinemedien: Dort sind inzwischen bei acht gezählten Medien zwei Chefredakteurinnen im Amt – Barbara Hans bei Spiegel Online und Julia Bönisch bei sz.de. Der Süddeutsche Verlag kommt das erste Mal in die Nähe der Führenden (mit einem Sprung von 21,3 auf 26,6 Prozent). „Ein Vorbild, das die Kollegen in der Printredaktion sicher motiviert“, sagt Weber. Seit der letzten Zählung im Januar 2017 hat neben zeit.de (35,7 Prozent) und stern.de (34,6 Prozent) auch Spiegel Online (32,3 Prozent) die 30-Prozent Hürde übersprungen.

Jetzt, fünf Jahre nach der erstmaligen Forderung, erhöht die Gleichstellungsinitiative den Druck: 50 Prozent der Führungspositionen in deutschen Redaktionen sollen ab sofort mit Frauen besetzt werden, auf allen Hierarchiestufen. „Wir hoffen sehr, dass die Chefredakteure und Verlagschefs die 50 Prozent als Ansporn nehmen“, sagt Weber. „Sie schaffen das!“

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Alle Kommentare

  1. Ahhhh.. jetzt wissen wir es. DESHALB wollen „die Medien“ die „massive Diskriminierung der Frauen“ bei den öffentlich-rechtlichen Auftragsproduktionen für Serien und Filme NICHT AUFGREIFEN. Weil sie selbst die Frauen diskriminieren, schlechter bezahlen und sich in Leitungspositionen drängeln, weil sie sich – natürlich – für geeigneter halten?! Das haben auch die FFA-Studien ergeben.. sterotype Zuweisungen lauten: Männer sind einfach besser. Da wäre es doch peinlich, wenn sie den von Frauen wie Männern finanzierten Sender-Fuzzis so richtig auf die Füße (besser in die Eier) treten würden.. aber selbst an den Pranger gehören. Was hassen so viele Bürger inzwischen: Establishment, Lügen(presse), Zusammenhalt für den eigenen Vorteil… Hier sind all diese ekelhaften Aspekte perfekt erfüllt – im gemeinsamen Einsatz gegen die Frauen (in dem sich auch genügend Frauen tummeln übrigens). Bravo!

  2. Herrje, was für ein Schwachsinn meines Vorgängers.
    Im Gegenteil, es sind Frauen, die erwiesenermaßen ohne große Umschweife auf Sachebene diskutieren, während Männer des Öfteren erstmal irrelevante Statusvergleiche in z.B. Meetings abgeben, die inhaltlich null bringen, aber das eigene Ego pushen.

  3. Mittlerweile sieht es eigentlich jeder, mit der Qualität verhält es sich umgekehrt proportional zum Frauenanteil.

    Man muss das Niveau nur weiter absenken und die Oberflächlichkeit erhöhen, vielleicht klappt es dann irgendwann auch den weiblichen Leseranteil zu erhöhen.

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