Burda-Holding wird zur Societas Europaea: Weichen für den Generationswechsel sind gestellt

Familien-Führung: Jacob Burda, Hubert Burda, Elisabeth Furtwängler
Familien-Führung: Jacob Burda, Hubert Burda, Elisabeth Furtwängler

Neue Struktur als Weichenstellung für die Zukunft: Aus der Burda Media Holding GmbH wird eine Europäische Gesellschaft (SE), die von einem Verwaltungsrat geführt wird. Dieser besteht aus Verleger Hubert Burda, CEO Paul-Bernhard Kallen sowie Burdas Kindern Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler. Hubert Burda bleibt persönlich haftender Gesellschafter, die Kapitalmehrheit übernehmen seine Kinder.

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Wie MEEDIA bereits berichtete, hat der 77-Jährige Hubert Burda weitere Anteile von jeweils 12,5 Prozent auf seine beiden Kinder Elisabeth Furtwängler und Jacob Burda übertragen. Damit halten beide Kinder jeweils 37,43 Prozent der Kapitalanteile an dem Familienunternehmen. Hubert Burda behält trotz der Anteilsverschiebung und Abgabe der Mehrheit die Kontrolle, da er sich das Stimmrecht aus den übertragenden Anteilen im Rahmen eines Nießbrauchsrechts vorbehalten hat. In operativen Fragen vertritt er auch die Stimmen seiner Kinder.

Diese Änderung betrifft nur die Konzernholding, für die übrigen Gesellschaften unter dem Burda-Dach ergeben sich keine Veränderungen. Das Unternehmen bleibt damit zu 100 Prozent im Familienbesitz. Hubert Burda: „Mit dem Beitritt einer SE in die konzernleitende Holding KG haben wir eine sehr gute Lösung für die Zukunft geschaffen. Paul-Bernhard Kallen ist eine Unternehmerpersönlichkeit an der Spitze, die einerseits die erforderliche Kontinuität gewährleistet und andererseits die Transformation unserer Geschäfte entschieden vorantreibt. Ich freue mich sehr, dass wir ihn langfristig binden konnten und dadurch die notwendige Stabilität für die nächste Dekade geschaffen haben. Ich habe größtes Vertrauen, dass meine Kinder einmal ein sehr gut aufgestelltes, innovatives und zukunftsfähiges Unternehmen übernehmen werden.“

Paul-Bernhard Kallen bleibt in der neuen Struktur operativ verantwortlicher Vorstandsvorsitzender (CEO) und übernimmt zusätzlich den Vorsitz im Verwaltungsrat. Die drei Gesellschafter Hubert Burda, Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler werden ebenfalls dem Verwaltungsrat angehören. Wie den Worten Hubert Burdas zu entnehmen ist, wurde der Vertrag mit Kallen im Zuge der Neustrukturierung verlängert.

Gegenüber dem Manager Magazin sagte Burda im vergangenen Herbst, dass seine Kinder „Lust und großes Interesse“ haben, ins Unternehmen einzutreten. Sie bräuchten aber noch etwas Zeit für ihre Ausbildung. Die Weichen für einen Generationswechsel sind mit der neuen Struktur jedenfalls schon einmal gestellt. Durch die Installation eines Verwaltungsrats werden die Burda-Nachkommen als Gesellschafter in das Unternehmen eingebunden, ohne bereits jetzt operativ in die Pflicht genommen zu werden. Diese Regelung sicher die notwendige Flexibilität beim Generationswechsel, die durch den großen Altersunterschied zwischen Verleger Hubert Burda und seinen Kindern bedingt sind – dieser beträgt immerhin rund 50 Jahre.

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