Umfrage bei Newsportal-Usern: Mehrheit der Welt-, T-Online- und Focus-Online-Leser gegen Ehe für alle

Jahrelang kämpften Menschenrechtler für die Gleichberechtigung Homosexueller: Am heutigen Freitag verabschiedete der Bundestag die Ehe für alle
Jahrelang kämpften Menschenrechtler für die Gleichberechtigung Homosexueller: Am heutigen Freitag verabschiedete der Bundestag die Ehe für alle

Die Ehe für alle ist durch den Bundestag. Wie erwartet haben zwar auch konservative Politiker für die Gleichstellung homosexueller Paare gestimmt, der Großteil der CDU/CSU-Fraktion aber stimmte dagegen. Ein kontroverses Stimmungsbild findet sich auch in der Welt der Medien und seiner Leser wieder, wie eine Umfrage des Poll-Startups Opinary zeigt. User von neun unterschiedlichen Portalen stimmten ab. MEEDIA zeigt die Ergebnisse.

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Auffällig ist: Die Nutzer der einzelnen Portale haben in etwa passend zum politischen Lager des Mediums abgestimmt. So stimmten Leser von Spiegel Online und Stern Online beispielsweise eindeutig für die Gleichstellung homosexueller Paare, während die Entscheidung beispielsweise bei Bild – die sich in der Debatte um die Ehe für alle wie auch in der Flüchtlingskrise deutlich liberaler gab als ihr Image zugelassen hätte – deutlich knapper ausgefallen ist.

Bei Lesern der Rheinischen Post sind die Gegner der Ehe für alle knapp in der Mehrheit, während die Leser eher konservativ eingestellter Medien (FAZ, Focus Online, Welt) deutlich gegen die Gleichstellung gestimmt haben.

Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage im Überblick:

Spiegel Online

Ja: 67 Prozent
Nein: 26 Prozent
Unentschieden: 7 Prozent

Stern Online

Ja: 62 Prozent
Nein: 32 Prozent
Unentschieden: 6 Prozent

Südkurier

Ja: 58 Prozent
Nein: 36 Prozent
Unentschieden: 6 Prozent

 

Bild

Ja: 51 Prozent
Nein: 43 Prozent:
Unentschieden: 6 Prozent

Rheinische Post

Ja: 48 Prozent
Nein: 43 Prozent
Unentschieden: 9 Prozent

FAZ

Ja: 36 Prozent
Nein: 56 Prozent
Unentschieden: 8 Prozent

Focus Online

Ja: 34 Prozent
Nein: 59 Prozent
Unentschieden: 8 Prozent

Welt Online

Ja: 33 Prozent
Nein: 60 Prozent
Unentschieden: 7 Prozent

T-Online

Ja: 33 Prozent
Nein: 58 Prozent
Unentschieden: 9 Prozent

Über alle Umfragen hinweg – insgesamt stellten neun Newsportale ihren Lesern die Frage nach der Zustimmung oder Ablehnung der Ehe für alle – waren die Befürworter allerdings in der Überzahl. Fast 54 Prozent stimmten dafür, 41 Prozent dagegen.

Aufgeteilt nach Geschlecht erhielt die Ehe für alle unter weiblichen Nutzern größere Zustimmung (59,40 Prozent stimmten für ja) als unter männlichen Nutzern (51,23 Prozent stimmten für ja).

Die stärkste Zustimmung erfährt die Ehe für alle in Hamburg (54.02% Zustimmung), Berlin (53,96% Zustimmung) und Bremen (51,28% Zustimmung). Die stärkste Ablehnung ist in Thüringen (54,95% Ablehnung), Sachsen (53,54% Ablehnung) und Bayern (52,42% Ablehnung) zu sehen.

Die Opinary-Umfrage wurde am Freitag, den 30. Juni 2017 durchgeführt. Insgesamt nahmen auf den neun Plattformen (Stand: 15.30 Uhr) 295.993 Leser teil, von denen insgesamt 14.347 Stimmen qualifiziert verwertet worden sind. Quelle: Opinary.

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Alle Kommentare

  1. Leider kein Fehler-Quadrat o.ä. aber mit überwiegend 1000 Befragten liegen die meisten Umfragen oft ganz brauchbar.
    Allerdings hängt inzwischen einiges auch von Tages-Form usw. ab, was aber keine Partei gezielt für sich zu nutzen weiss. http://www.sh-lifestylecoaching.com/ Und auch alternative Parteien machen nicht so viel anders als die Establishment-Parteien: Hinterzimmer, Gezänk, Streit wie damals Realos vs. Fundis jahrelang usw. Man sollte besser mal – auch ungewählt – die Probleme der Mitglieder, Wähler und Bürger lösen lernen um dann aus Dank gewählt zu werden. Das man sogar Gesetze ohne Koalitions-Mehrheit durchsetzen kann, beweist ja inzwischen dieses Beispiel.

  2. Tja, interessant. Man schaue sich u.a. die bashing-Kommentare von T-Online, WELT und Focus nach Maybrit Illners letzter Sendung (28.6.) gegen die Gegner von „Ehe für Gleichgeschlechtliche“ an. Hat wohl nicht geklappt …!? Diese geballte Medienkampagne gegen alles vermeintlich „Konservative“ ist für viele menschen nicht (mehr) akzeptabel. Erst Toleranz fordern, dann Andersdenkende herunterschreiben, tolle Freiheitsdenker. Schade.

  3. Die Leute wollen wohl ihre Filter-Bubble.
    Schade das kein Verlag das Vollständigkeits-Potential erkennt und man beim Besuch der Website die Artikel auf links/rechts/neo-liberal/pro(contra)-(Trump/Hillary/Sanders/…) formuliert und fokussiert lesen kann oder halt neutral/360-View. Im Restaurant kann man ja auch Vegan, Gluten-Frei oder Fleisch-Only auf dem Teller bestellen.

    Schade das die nicht noch Statistiken über die ungezählten Abstimmer machen. Das sind ja nicht mal kleine Mengen.

    @Vorposter: http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/
    da sind auch die Ergebnisse und viele Umfragen. Leider kein Fehler-Quadrat o.ä. aber mit überwiegend 1000 Befragten liegen die meisten Umfragen oft ganz brauchbar.
    Allerdings hängt inzwischen einiges auch von Tages-Form usw. ab, was aber keine Partei gezielt für sich zu nutzen weiss. Und auch alternative Parteien machen nicht so viel anders als die Establishment-Parteien: Hinterzimmer, Gezänk, Streit wie damals Realos vs. Fundis jahrelang usw. Man sollte besser mal – auch ungewählt – die Probleme der Mitglieder, Wähler und Bürger lösen lernen um dann aus Dank gewählt zu werden. Das man sogar Gesetze ohne Koalitions-Mehrheit durchsetzen kann, beweist ja inzwischen dieses Beispiel.

    Seltsamerweise sehe ich bei den etablierten Ehe-Verteidigern keine Sprüche wie „Ehebrecher mit Zweitfamilien wähle ich nicht.“. Und müssten Katholiken nicht auf das Scheidungs-Recht verzichten ?

    Die Kirche oder ihre Anhänger oder halt auch Regierungs-Gegner nutzen ihren Kirchen-Ehe-Begriff dazu, um bei Staats-Ehe mitzudiskutieren. Das erinnert an
    wikipedia: Streit_um_den_Namen_Mazedonien
    weil man wie bei Ertrag und Erlös oder „Mail“ oder „Speicher“ dann nicht weiss, worum es geht und von was anderem reden kann: also Kirchen-Ehe oder Staats-Ehe. Gute CMS (und Kommentar-Systeme) würden für solche (weil unklaren und Nachfragen oder sogar Streit anzettelnden) gesperrten Worte die jeweils eindeutigere Bezeichnung also Gewinn, Umsatz, EBIT, EBITDA, Post-Brief, E-Mail, RAM, Flash, Kirchen-Ehe bzw. Staats-Ehe einfordern und diese als Optionen vorschlagen. Dann müssen Leser auch weniger nachfragen.

  4. Hahaha, ich komme gerade von einer AfD Seite. Der FOCUS sieht die AfD auf die 5% bei der nächsten Bundestagswahl zusteuern. Die AfD’ler dort sehen dessen Umfrageergebnis jedoch als Ergebnis der Lügenpresse. In Wirklichkeit, so die dortige Meinung, liege die Prognose bei über 10% und mehr. Die Wahrheit wird demnach dem deutschen Bürger verschwiegen.

    Im Hinblick auf die Ehe für alle überrascht mich jetzt das was meedia schreibt. Bisher glaubte ich, dass Deutschland nahezu einstimmig für diese Ehe sei. War es in Wirklichkeit nur die veröffentlichende Meinung die mich das glauben machen wollte und ich muß mich nicht mehr vor mir selbst ekeln?

  5. Was schert die Kanzlerin der „Wille des Volkes“!

    Sie dient schließlich höheren Mächten…

    War die heutige Entscheidung undemokratisch?

    Nein, denn wenn es um den „Kampf für das Gute“ geht, darf man sich mit solchen Kleinigkeiten nicht abgeben…

    Wir sind links, wir sind gut, wir haben immer recht!

    1. Eine irritierende Diskussion: Eine deutliche Mehrheit in Bundestag und Bundesrat hat dem Entwurf zugestimmt – und dies ohne Fraktionszwang. Bestes demokratisches Zeugnis einer sehr soliden Mehrheit. Die hier geführte Diskussion wird somit um der Diskussion halbe geführt, nicht aber wegen der Sache und schon gar nicht anhand der Mehrheitsforderung.

    2. Die Entscheidung war durch und durch demokratisch, ausnahmsweise mal nicht dem Fraktionszwang unterlegen, sondern nur dem Gewissen der einzelnen Parlamentarier. Dauerkommentator K.Einer kann das natürlich nicht akzeptieren, da es nicht seiner Meinung entspricht, und sondert folglich mal wieder konfuses Zeug ab …

      1. Ohne Fraktionszwang? Wie ist es denn zu erklären, dass kein einziger der über 300 Abgeordneten von SPD, Linken und Grünen sich getraut hat, gegen das Gesetz zu stimmen oder sich wenigstens der Stimme zu enthalten? 100 % Zustimmung von so viel Leuten bei einer so umstrittenen Frage sind immer fragwürdig.

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