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Nach nur sieben Monaten: Stephan Holthoff-Pförtner tritt als VDZ-Präsident zurück und wird NRW-Minister für Europa und Medien

Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner
Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner

Stephan Holthoff-Pförtner tritt überraschend als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger zurück. Eine entsprechende Meldung von Horizont wurde MEEDIA inzwischen aus zuverlässiger Quelle bestätigt. Grund für den Rückzug von der Spitze nach nur sieben Monaten sind aber nicht etwaige Querelen im Verlegerverband, sondern der Ruf in die Politik. Der Funke-Verleger wird NRW-Minister.

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Der promovierte Jurist und langjährige Vertraute des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl gilt als in der Politik exzellent vernetzt. In der künftigen schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen soll der 68-Jährige das Ressort Bund.Europa.Medien übernehmen und seinen Sitz in Berlin haben.

Der Rücktritt des Funke-Verlegers kommt für die VDZ-Spitze völlig überraschend. Holthoff-Pförtner war erst im vergangenen November als Präsident des Verbandes der Deutschen Zeitschriften-Verleger gewählt worden und hatte die Nachfolge des nach 20 Jahren aus Altersgründen ausgeschiedenen Münchner Verlegers Hubert Burda angetreten. Seine Wahl wurde durch einen Konflikt im Verband überschattet. Vier Verlage – darunter Der Spiegel, Die Zeit und Gruner + Jahr – hatten den Verbandsfunktionären fehlende Transparenz bei der Nachfolgeregelung vorgeworfen. Im Anschluss kündigten die Verlage an, den Verband in diesem Jahr zu verlassen.

Am Vormittag reagierte auch der VDZ und versandte eine Pressemitteilung zum abrupten Ausscheiden seines Präsidenten. Darin heißt es: „Mit Anerkennung hat das Präsidium des VDZ auf die Berufung von VDZ-Präsident Dr. Stephan Holthoff-Pförtner zum Minister für Bundesangelegenheiten, Europa, internationale Beziehungen und Medien reagiert. Die Bitte des neuen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, verdeutlicht die große politische und kommunikative Kompetenz sowie die Erfahrung des VDZ-Präsidenten, die er angesichts der großen Herausforderungen des bevölkerungsreichsten Bundeslands in die Regierungsarbeit einbringen kann.“

VDZ-Vizepräsident Rudolf Thiemann dankte Holthoff-Pförtner für dessen „intensive Arbeit bei der Vertretung der Verlage in der Öffentlichkeit“. Als Präsident habe dieser „die Aufgabe mit seiner hohen Präsenz bei den Mitgliedsverlagen sowie in der Politik aktiv gestaltet“. In seine Amtszeit seien zudem „wichtige medienpolitische Erfolge der Verlage wie die Verabschiedung der GWB-Novelle, die den Verlagen mehr Kooperationsmöglichkeiten eröffnet, sowie die Entscheidung der EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Google“ gefallen.

Auch Holthoff-Pförtner äußerte sich zu seinem Wechsel: „Es fällt mir nicht leicht, das großartige Amt des Präsidenten abzugeben. Und mir ist bewusst, dass ich viele VDZ-Mitglieder mit dieser Entscheidung enttäusche. Ich bitte um Verständnis, dass ich den Ruf des neuen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten nicht ablehnen konnte.“

Bis zur nächsten Delegiertenversammlung soll nun das Präsidium den Verband kommissarisch führen. Die kommenden Monate werden genutzt, um die Delegiertenversammlung im November vorzubereiten, in der das Präsidentenamt neu besetzt werde.

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