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Zahltag für Rocket Internet: Delivery Hero-IPO und Lazada-Verkauf spülen bis zu eine halbe Milliarde Euro in die Kasse

Rocket-Chef Oliver Samwer winkt mit Delivery Hero ein Emissionserlös von 264 Millionen Euro
Rocket-Chef Oliver Samwer winkt mit Delivery Hero ein Emissionserlös von 264 Millionen Euro

Es wird ernst: Übermorgen strebt Delivery Hero an die Börse – und das offenbar am oberen Ende der Bookbuildingspanne, wie Reuters berichtet. Rocket Internet winkt nach einer langen Durststrecke damit der große Zahltag: Bis zu 264 Millionen Euro frische Mittel könnten die Berliner erlösen. Die Samwer-Brüder dürften sich unterdessen doppelt die Hände reiben, denn heute wurde zudem der Verkauf der restlichen Anteile der asiatischen E-Commerce-Beteiligung Lazada an Alibaba bekannt, die weitere 243 Millionen Euro in die Kasse spülten.

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Es sind die vielleicht entscheidenen Tage in der bislang problematischen Börsenkarriere von Rocket Internet. Besitzer von Rocket-Aktien, die Papiere im Herbst 2014 zum Ausgabekurs von 42,50 Euro erworben hatten, sitzen bei Notierungen von aktuell 20 Euro weiter auf happigen Verlusten von mehr als 50 Prozent, die umso bitterer erscheinen, zumal der breite Markt in den vergangenen drei Jahren kräftig zugelegt hat.

Wenn nicht jetzt der große Befreiungsschlag kommt, wann eigentlich dann? Nach Jahren ohne einen Börsengang einer der zahlreichen Beteiligungen ist der große Wurf für Rocket nun zum Greifen nah. Am Freitag, dem 30. Juni, soll der Essens-Lieferdienst Delivery Hero (Lieferheld, Foodora, Pizza.de), an dem Rocket Internet mit 35 Prozent beteiligt ist, nämlich an der Frankfurter Börse debütieren – und dürfte dabei kräftig abkassieren.

Reuters: Orders unter 25,50 Euro kommen vermutlich nicht zum Zuge

Das sechs Jahre alte Start-up hatte zeichnungswilligen Investoren seine Aktien vorvergangene Woche in einer Preisspanne von 22 bis 25,50 Euro angeboten, an deren oberem Ende eine Bewertung von happigen 4,4 Milliarden Dollar zu Buche schlägt – und für Altaktionäre der große Zahltag winkt.

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Bis zu 264 Millionen Euro würde das Internet-Konglomerat am oberen Ende der Kurstaxe kassieren – wonach es aussieht, wenn man den Indikationen trauen darf, die der Nachrichtendienst Reuters aus Finanzkreisen erfahren haben will. Die Höhe des Ausgabekurses von Delivery Hero dürfte morgen nach Handelsschluss bekannt gegeben werden.

Verkauf der restlichen Lazada-Anteile bringt 243 Millionen Euro

Fakten geschaffen hat Rocket Internet unterdessen heute selbst mit dem Verkauf der restlichen Anteile der Südostasien-Tochter Lazada. Bereits im April 2016 hatte Rocket Internet 9,1 Prozent ihrer 2011 als Joint Venture gegründeten südostasiatischen E-Commerce-Tochter, die in Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, Vietnam und den Philippinen aktiv ist, für 137 Millionen Dollar an den Internet-Giganten Alibaba veräußert.

Nun sichert sich das wertvollste Unternehmen Chinas Rockets restliche 8,8 Prozent an Lazada, das inzwischen mit stolzen 3,15 Milliarden Dollar bewertet wird, zu einem entsprechend höheren Kaufpreis. Satte 243 Millionen Euro überweist Alibaba nun für den fast gleichen Unternehmensanteil nach Berlin. Summa summarum könnte sich Rocket Internet damit im Idealfall in einer Woche über Mittelzuflüsse von über einer halben Milliarde Euro freuen.

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