Anzeige

Media Broadcast vor Antennenverkauf: Kölner Freenet-Tochter bereitet Online-Auktion vor

Media-Broadcast-Freenet.jpg

Bei dem zu Freenet gehörenden Übertragungsdienstleister Media Broadcast nimmt der geplante Antennenverkauf konkrete Formen an. Kaufinteressenten können sich ab Juli für eine Online-Auktion registrieren lassen, die im September starten soll. Doch der Verkaufsprozess stößt bei Interessenten wie der Uplink-Gruppe auf Kritik. Deren Firmenchef Michael Radomski bemängelt, dass die Verhandlungen "nicht auf Augenhöhe" geführt würden.

Anzeige
Anzeige

Es ist ein radialer Strategiewechsel. Firmenchef Wolfgang Breuer hatte Mitte Februar angekündigt, dass der Kölner Übertragungsdienstleister Media Broadcast sein jahrelang betriebenes Geschäft mit der UKW-Infrastruktur verkaufen will. Konkret geht es bundesweit um rund 1.000 analoge UKW-Antennen und 1.500 Sender. Jetzt nimmt der Verkaufsprozess Fahrt auf. Die aktuellen Nutzer der Antennen und UKW-Sender – also Radioveranstalter – können sich ab Juli für eine offene eAuction registrieren und qualifizieren, die ab September stattfinden soll. Dies bestätigt ein Firmensprecher der Media Broadcast auf Anfrage von MEEDIA. Die Radioveranstalter hatten bereits bis Ende Mai die Chance, unverbindliche Angebote für die Antennen und UKW-Sender abzugeben. Die Freenet-Tochter will sich bis Mitte 2018 komplett von dem Bereich trennen, um sich künftig ganz auf die digitalen Wachstumsfelder zu konzentrieren. Für die UKW-Hörer ändert sich durch den Eigentümerwechsel nichts, sie könnten alle Programme wie bisher empfangen, heißt es.

Als potenzielle Käufer für die UKW-Infrastruktur kommen aber auch Finanzinvestoren in Betracht. Nicht mehr benötigte UKW-Antennen sollen hingegen nach dem Verkauf abgebaut werden. Der Düsseldorfer Übertragungsdienstleister Uplink Network liebäugelt bereits seit Längerem damit, UKW-Antennen und Sender der Media Broadcast in größerem Umfang zu erwerben. Doch Firmenchef Michael Radomski kritisiert den Verkaufsprozess: „Das Problem bei den Verhandlungen mit der Media Broadcast ist, dass die Radioveranstalter für die Nutzung ‚ihrer‘ Antennen ja praktisch keine Alternative haben“, so der Uplink-Chef. Denn die Verhandlungen würden „nicht auf Augenhöhe“ geführt. So werde wieder „eine neue asymmetrische Monopolsituation“ geschaffen. Radomski: „Es kann nicht sein, dass die Media Broadcast den Preis von alternativloser Infrastruktur mit dem Argument, man werde die Antennen am Ende abbauen, nach oben treibt.“ Media Broadcast galt in der Branche jahrelang als Quasi-Monopolist. Doch mit der Liberalisierung des Hörfunkmarktes drängten neue Wettbewerber wie Uplink auf dem Markt und machten der Freenet-Tochter das Geschäft streitig.

Anzeige

Für Uplink ist ein Zukauf von Antennen wichtig, um weiter zu wachsen. Die Gesellschaft erhofft sich hierdurch mittelfristig Erlöse in Millionenhöhe. Unter den Anteilseignern der Düsseldorfer sind prominente Größen. Dazu gehören der Focus-Gründer Helmut Markwort sowie der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling. Mit dabei ist auch die Regiocast-Gruppe, die an verschiedenen Radiosendern wie an R.SH in Schleswig-Holstein oder Radio PSR in Sachsen beteiligt ist.

Bewegung auf dem Übertragungsmarkt bringt zudem die Deutsche Telekom. Das Unternehmen will sich laut Medienberichten von ihren Mobilfunkmasten trennen. Dazu habe der Telekommunikationsanbieter die beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley beauftragt, diesen Teil der Netz-Infrastruktur über eine Auktion zu verkaufen. Der Deal soll offenbar bis Jahresende über die Bühne gehen, heißt es. Geplant sei, nach den Sommerferien erste Informationen an die Kaufinteressenten zu verschicken. Je nach Rückmeldung wolle die Telekom dann entscheiden, ob sie einen Minderheitsanteil oder alle Anteile am neuen Mobilfunkmast-Unternehmen verkaufen werde, heißt es in Medienberichten.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige